Heu­schre­cken als Snack

Pro­zess ge­gen Re­stau­rant-Chef ge­gen 2500 Eu­ro ein­ge­stellt.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - LANDESHAUPTSTADT DÜSSELDORF -

(wuk) Weil er Schäd­lin­ge wie Mehl­wür­mer, Heu­schre­cken und Gril­len in sei­nem Ha­fen-Re­stau­rant „Mon­go’s“als Snacks an­ge­bo­ten hat­te, muss Lo­kal-Chef Spi­ri­don Sou­kas (49) jetzt 2500 Eu­ro zah­len. Nur un­ter die­ser Be­din­gung hat das Amts­ge­richt ein Ver­fah­ren we­gen Ver­let­zung von Le­bens­mit­tel­vor­schrif­ten ge­gen den Re­stau­rant­fach­mann ges­tern ein­ge­stellt. Ur­sprüng­lich soll­te Sou­kas so­gar 5000 Eu­ro Stra­fe zah­len, weil in sei­ner Lo­kal-Kü­che En­de 2016 ge­frier­ge­trock­ne­te In­sek­ten ge­fun­den wur­den, die for­mell als „nicht zu­ge­las­se­ne Le­bens­mit­tel“zu wer­ten sei­en. So zu­min­dest hat­ten Prü­fer des Am­tes für Ver­brau­cher­schutz ar­gu­men­tiert. Der Gast­wirt aber pro­tes­tier­te: „Der Trend welt­weit geht da­hin, die Nach­fra­ge nach In­sek­ten war groß.“

Tat­säch­lich soll durch ei­ne Än­de­rung der Le­bens­mit­tel-Vor­schrif­ten ab 2018 le­ga­li­siert wer­den, was Sou­kas in sei­nen Lo­ka­len in ver­schie­de- nen Städ­ten längst im An­ge­bot hat­te: Wür­mer, Gril­len und Heu­schre­cken (mit So­ße oder auch ge­grillt) wur­den auch vor zwei­ein­halb Jah­ren erst­mals im Ha­fen-„Mon­go’s“an­ge­bo­ten. Heute je­doch müss­ten je­ne In­sek­ten als Schäd­lin­ge an­ge­se­hen wer­den, sie „in den Ver­kehr zu brin­gen“, al­so als Nah­rungs­mit­tel zu ver­kau­fen, be­schwö­re „die Ge­fahr von ge­sund­heit­li­chen Schä­den der Kun­den“her­aus, hieß es in der An­kla­ge.

Der hielt da­ge­gen: „Wir dach­ten, dass das nicht ver­bo­ten ist.“Und er ha­be sich nicht nur dar­über in­for­miert, son­dern in sei­nen üb­ri­gen Lo­ka­len bei glei­chem An­ge­bot „gab es kei­ne Ein­wän­de der Be­hör­den“. Sou­kas fol­ger­te: Was nicht ver­bo­ten ist, müs­se er­laubt sein. Auch sein Lie­fe­rant, der welt­weit zu den Markt­füh­rern bei In­sek­ten-Kost gel- te und so­gar das welt­bes­te Re­stau­rant in Dä­ne­mark be­lie­fe­re, ha­be ihm ja die Un­be­denk­lich­keit be­stä­tigt. Das ge­nüg­te dem Staats­an­walt aber nicht, und auch die Rich­te­rin fand, Sou­kas hät­te sich bei den Be­hör­den schlau ma­chen müs­sen. Letzt­lich wur­de das Ver­fah­ren ge­gen den Gas­tro­no­men we­gen ge­rin­ger Schuld ge­gen 2500 Eu­ro Bu­ße ein­ge­stellt. Der Be­trag soll je­doch nicht an den Tier­schutz­ver­ein ge­hen, son­dern an die „Düs­sel­dor­fer Ta­fel“, ent­schied die Rich­te­rin.

FO­TO: DPA

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.