Rat will Ju­gend­zen­trum in Vors­ter Mit­te

In der Sit­zung wur­de der Ver­dacht laut, die Raiff­ei­sen­bank ha­be sich un­ter Druck aus dem Pro­jekt zu­rück­ge­zo­gen.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KAARST - VON DAG­MAR FISCH­BACH

VORST Ist die Raiff­ei­sen­bank un­ter Druck ge­setzt wor­den, den Bau des Ju­gend­zen­trums in Vorst nicht zu rea­li­sie­ren? Die­ser Ver­dacht ist jetzt in der Rats­sit­zung for­mu­liert wor­den. „Man mun­kelt, dass dem Vor­stand ge­droht wor­den ist, Kon­ten auf­zu­lö­sen, wenn die Raiff­ei­sen­bank das Ge­bäu­de er­rich­tet“, so Ein­zel-Rats­mit­glied Wil­bert Schrö­der. Bür­ger­meis­te­rin Ul­ri­ke Ni­en­haus mahn­te, sich auf Tat­sa­chen und nicht auf Ge­mun­kel zu stüt­zen. SPD-Che­fin An­ne­lie Pal­men gab an: „Ich weiß aus ei­nem per­sön­li­chen Ge­spräch, dass der Vor­stand der Raiff­ei­sen­bank un­ter Druck ge­setzt wor­den ist.“Mit den Aus­sa­gen kon­fron­tiert, sag­te Raiff­ei­sen­bank-Vor­stand Gui­do Schaf­fer ges­tern ge­gen­über der NGZ: „Wir sind nicht un­ter Druck ge­setzt wor­den.“Der­ar­ti­ges sei de­fi­ni­tiv nicht an den Vor­stand her­an ge­tra­gen wor­den, so Schaf­fer wei­ter. Die Bank ha­be sich aus wirt­schaft­li­chen Grün­den ge­gen die In­ves­ti­ti­on ent­schie­den und weil das Pro­jekt in der Be­völ­ke­rung nicht un­um­strit­ten sei

Im Stadt­rat war die hit­zi­ge Dis­kus­si­on ent­brannt, weil die Frak­tio­nen SPD, Grü­ne, UWG und FWG ei­nen An­trag ge­stellt hat­ten, dem­zu­fol­ge der Bau des Ju­gend­zen­trums auf dem Sankt-Eusta­chi­us-Platz in Vorst vor­an ge­trie­ben wer­den soll. Die Ver­wal­tung soll dem­nach ei­nen In­ves­tor su­chen, der nach den Vor­ga­ben des Be­bau­ungs­pla­nes be­reit ist, ein Ge­bäu­de zu er­rich­ten, das im Erd­ge­schoss Räu­me für ein Ju­gend­zen­trum vor­sieht und im üb­ri­gen Platz für ge­werb­li­che Nut­zung wie et­wa Bü­ros oder Arzt­pra­xen. In die­sem Punkt hat­ten die Frak­tio­nen ih­ren An­trag mo­di­fi­ziert, der im Ur­sprung auch Woh­nun­gen in den obe­ren Ge­schos­sen vor­sah.

„Es wird nicht über­ra­schen, dass wir nicht zu­stim­men kön­nen“, er- öff­ne­te CDU-Frak­ti­ons­chef Lars Chris­toph die De­bat­te und mahn­te ei­ne Dis­kus­si­on dar­über an, wel­cher Stand­ort – auch mit Blick auf mög­li­che Lärm­quel­len – sinn­voll sei. „Wenn die Räu­me auch mal für ei­ne Ge­burts­tags­fei­er ge­nutzt wer­den sol­len, wä­re ein Stand­ort et­wa in der Nä­he der Kir­che sinn­vol­ler“, er­läu­ter­te er. Dar­über hin­aus, so Chris­toph, müss­ten die an­trags­stel­len­den Frak­tio­nen „end­lich mal zur Kennt­nis neh­men, dass es kei­nen In­ves­tor gibt, der das Vor­ha­ben rea­li­sie­ren will.“Chris­toph be­zog sich dar­auf, dass in den zu­rück­lie­gen­den Jah­ren ne­ben der Raiff­ei­sen­bank auch ein orts­an­säs­si­ger Ar­chi­tekt und die Spar­kas­se den Plä­nen Ab­sa­gen er­teilt hat­ten. „Soll die Ver­wal­tung sich mit ei­nem Schild ‚su­chen In­ves­tor’ auf den Markt­platz stel­len?“, frag­te er. Grü­nen-Frak­ti­ons- chef Chris­ti­an Gaumitz er­läu­ter­te: „Mit der Mo­di­fi­ka­ti­on un­se­res An­tra­ges wol­len wir Ih­nen ei­ne Brü­cke bau­en und die Sor­ge um Kon­flikt­po­ten­ti­al zum Woh­nen aus­räu­men. Aber na­tür­lich wird dort kei­ne Fei­er­bu­de ent­ste­hen.“Er for­der­te die CDU-Fak­ti­on auf: „Ma­chen Sie doch ei­nen Al­ter­na­tiv­vor­schlag, wo­hin das Ju­gend­zen­trum in Vorst soll und wer es fi­nan­ziert.“FDP-Frak­ti­ons­chef Gün­ter Kopp schloss an: „Das Ju­gend­zen­trum mit Ran­da­le gleich­zu­stel­len, ist nicht kor­rekt. Wir sind fest von der Ju­gend­ar­beit über­zeugt.“Ur­su­la Baum (FDP) er­gänz­te: „Die Ju­gend­li­chen sind in der Orts­mit­te.“Sie wies auf den gül­ti­gen Be­schluss des Ju­gend­hil­fe­aus­schus­ses hin, das Zen­trum am Platz zu er­rich­ten. Der An­trag wur­de in na­ment­li­cher Ab­stim­mung mit 25 zu 24 Stim­men an­ge­nom­men.

NGZ-FO­TO: F. KIRSCH­STEIN

Für den Bau am zen­tra­len Sankt-Eusta­chi­us-Platz in Vorst soll die Ver­wal­tung nun ei­nen In­ves­tor su­chen.

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