Jü­di­scheGe­mein­de fährt mit Hei­ne im Ro­sen­mon­tags­zug

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - LANDESHAUPTSTADT DÜSSELDORF -

(sg) Am 12. Fe­bru­ar wird es in Düs­sel­dorf ei­ne Pre­mie­re ge­ben: Die Jü­di­sche Ge­mein­de plant, mit ei­nem ei­ge­nen Wa­gen im Ro­sen­mon­tags­zug mit­zu­fah­ren. „Wenn’s klappt“, sagt Ver­wal­tungs­di­rek­tor Micha­el Szen­tei-Hei­se, „wer­fe ich per­sön­lich ko­sche­re Ka­mel­le.“Szen­teiHei­se hat­te die Idee, als er in die­sem Jahr der Ein­la­dung des Ober­bür­ger­meis­ters auf die Ro­sen­mon­tags­tri­bü­ne ge­folgt war. Auch das – Ein­la­dung wie Zu­sa­ge – war zum ers­ten Mal pas­siert.

Und Szen­tei-Hei­se amü­sier­te sich nicht nur, ihm fie­len auch drei kurz auf­ein­an­der­fol­gen­de Wa­gen ganz be­son­ders auf. Erst der der evan­ge­li­schen Kir­che, dann ei­ner der Dia­ko­nie und schließ­lich die Ge­sell­schaft ,Net­te Leut’ mit ei­nem Hei­ne-Mo­tiv. „Ei­ne Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft, ein Wohl­fahrts­ver­band und dann noch un­ser Hei­ne – da dach­te ich, war­um ma­chen wir das nicht auch?“Der Ge­mein­de­vor­stand war be­geis­tert von dem Vor­schlag und Jac­ques Til­ly, der den Wa­gen ge­stal­ten wird, war es auch. Jetzt braucht die Ge­mein­de bloß noch Spon­so­ren, um die Fi­nan­zie­rung von et­wa 30.000 Eu­ro stem­men zu kön­nen. Die Düs­sel­dor­fer Ge­mein­de dürf­te die ers­te in Deutsch­land sein, die sich ak­tiv am Ro­sen­mon­tags­zug be­tei­ligt. Die Kar­ne­vals­zü­ge in Mainz, aber auch in Düs­sel­dorf und Köln wa­ren wäh­rend der Na­zi­zeit für übels­te an­ti­se­mi­ti­sche Het­ze be­nutzt wor­den. Szen­tei-Hei­se: „Als selbst­be­wuss­ter Teil der Stadt­ge­sell­schaft ge­hö­ren wir auch zum Kar­ne­val.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.