Druck auf die Tür­kei

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON FRANK NORDHAUSEN

Das deutsch-tür­ki­sche Ver­hält­nis ist auf dem Tief­punkt: Jüngst wur­de pu­blik, dass An­ka­ra es Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten er­neut ver­wehrt, Bun­des­wehr­sol­da­ten im Land zu be­su­chen. Der Af­front ist ei­ne von vie­len tür­ki­schen Pro­vo­ka­tio­nen, wei­te­re wer­den fol­gen – Er­do­gan muss das Er­re­gungs­ni­veau sei­ner An­hän­ger hal­ten. Und er setzt dar­auf, dass der Flücht­lings­de­al die Eu­ro­pä­er lähmt. Doch geht es bei den deutsch-tür­ki­schen Be­zie­hung noch um viel mehr: Vier Mil­lio­nen tür­kisch­stäm­mi­ge Men­schen le­ben hier, Deutsch­land ent­wi­ckelt sich zum Zen­trum der tür­ki­schen Exil-Op­po­si­ti­on. Das kann Er­do­gan nicht ver­zei­hen.

Er­do­gan glaubt, mit Deutsch­land Schlit­ten fah­ren zu kön­nen, weil das oh­ne ech­te Kon­se­quen­zen bleibt. Da­bei hat die Bun­des­re­pu­blik ein ech­tes Druck­mit­tel: die Zoll­uni­on mit der EU, die An­ka­ra aus­wei­ten will. Bis­lang dro­hen Berlin und Brüssel nur mit dem Ab­bruch der Bei­tritts­ge­sprä­che, statt An­ka­ra klar zu ma­chen, dass es oh­ne Men­schen­rech­te und Mei­nungs­frei­heit kei­ne geld­wer­ten Vor­tei­le gibt – selbst wenn das den Flücht­lings­de­al kos­tet. BE­RICHT ER­DO­GAN PLÄ­DIERT FÜR DIE TO­DES­STRA­FE, TI­TEL­SEI­TE

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