Rat macht Weg frei für 28 Miets­häu­ser

Die Stadt will kos­ten­güns­ti­gen Wohn­raum schaf­fen. An der Lang­wa­de­ner Stra­ße in We­ve­ling­ho­ven sol­len 28 öf­fent­lich ge­för­der­te Miets­häu­ser ent­ste­hen. Der Stadt­rat stimm­te ei­nem Ver­trags­ab­schluss mit dem Ent­wick­lungs­trä­ger zu.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - GREVENBROICH & DORMAGEN - VON CARS­TEN SOMMERFELD

WE­VE­LING­HO­VEN Lan­des­weit steigt der Be­darf an kos­ten­güns­ti­gem Wohn­raum, doch die Zahl der So­zi­al­woh­nun­gen in NRW ist seit den 70er Jah­ren um mehr als zwei Drit­tel auf knapp 500.000 ge­schrumpft. Die Stadt Gre­ven­broich will dem Trend auf ih­rem Ge­biet ent­ge­gen­wir­ken. An der Lang­wa­de­ner Stra­ße in We­ve­ling­ho­ven soll ne­ben dem Fried­hof ein Bau­ge­biet mit 28 öf­fent­lich ge­för­der­ten Ein­fa­mi­li­en­häu­sern zur Mie­te er­rich­tet wer­den. Der Rat stimm­te dem Ab­schluss des städ­te­bau­li­chen Ver­tra­ges mit Micha­el und Mar­tin Dor­nie­den zu. Die bei­den sind Ge­schäfts­füh­rer der Dor­nie­den Ge­ne­ral­bau in Mön­chen­glad­bach. Die Dor­nie­den-Grup­pe hat be­reits un­ter an­de­rem in Ka­pel­len und im Buckau-Vier­tel Ein­fa­mi­li­en­häu­ser er­rich­tet.

„Der Be­darf an öf­fent­lich ge­för­der­tem Wohn­raum ist ge­stie­gen. So­mit ist es ei­ne drin­gen­de und per­spek­ti­visch wich­ti­ge Auf­ga­be, Wohn­raum für die­je­ni­gen zu schaf­fe, die sich am Markt nicht an­ge­mes­sen da­mit ver­sor­gen kön­nen und auf Un­ter­stüt­zung an­ge­wie­sen sind“, sagt Bür­ger­meis­ter Klaus Krüt­zen. Im Stadt­ge­biet exis­tie­ren zur­zeit nur 169 öf­fent­lich ge­för­der­te Miet­woh­nun­gen mit min­des­tens vier Wohn­räu­men. Bei 31 da­von han­delt es sich um Ein­fa­mi­li­en­häu­ser. 21 er­rich­te­te vor we­ni­gen Jah­ren die Pott­hoff-Grup­pe aus Hamm im Buckau-Vier­tel.

Das Bau­ge­biet an der Lang­wa­de­ner Stra­ße soll auf ei­nem lang­ge­streck­ten Stück Land ent­ste­hen, das frü­her zur Er­wei­te­rung des Fried­hofs ne­ben­an ge­dacht war, da­für aber nicht mehr be­nö­tigt wird. Das Bau­pro­jekt hat im Lau­fe der Pla­nung meh­re­re Än­de­run­gen er­fah­ren. Zu­nächst hat­te die Stadt ei­ne Flücht­lings­un­ter­kunft mit zehn Häu­sern für ins­ge­samt 80 Men­schen vor­ge­se­hen, die Räu­me soll­ten spä­ter an­der­wei­tig ver­mie­tet wer­den. Doch die Zahl der neu­an­kom­men­den Asyl­be­wer­ber ist seit dem Flücht­lings­strom 2015 stark zu­rück­ge­gan­gen. Da­für steigt laut Stadt­ver­wal­tung die Zahl der an­er­kann­ten Flücht­lin­ge, die auf der Su­che nach preis­wer­tem Wohn­raum sind und zu­nächst bis zu drei Jah­re ab ih­rer An­er­ken­nung in der je­wei­li­gen Kom­mu­ne blei­ben müs­sen. Al­so wur­de um­ge­plant, vor­ge­se­hen wa­ren 24 Rei­hen­häu­ser mit 42 Woh­nun­gen. Das Pro­blem da­bei: Die Haus­va­ri­an­te mit zwei Woh­nun­gen ist nicht för­der­fä­hig, des­halb wur­de noch­mals neu ge­plant. Nun sind nur noch 28 Wohn­ein­hei­ten in fünf Häu­ser­grup­pen vor­ge­se­hen.

Da­bei han­delt es sich nach Aus­kunft der Stadt um Ein­fa­mi­li­en­häu­ser mit et­wa 112 Qua­drat­me­tern Wohn­flä­che, die für Fa­mi­li­en mit min­des­tens fünf Per­so­nen ge­dacht sind. So sind in den Häu­sern zwei Kin­der­zim­mer vor­ge­se­hen. In­fra­ge kom­men Mie­ter mit Wohn­be­rech­ti­gungs­schein. Die Jah­res­brut­to-Ein­kom­mens­gren­ze für ei­ne Fa­mi­lie mit zwei Er­wach­se­nen und drei Kin- dern liegt da­für bei 60.833 Eu­ro. Die Stadt soll ein „Be­set­zungs­recht“für die Häu­ser er­hal­ten.

Kei­nen An­lass zur Dis­kus­si­on im Stadt­rat gab die ge­plan­te Haus­brei­te von rund fünf Me­tern, der Rat hat­te bei frü­he­ren Pro­jek­ten ei­ne Min­dest­brei­te von sechs Me­tern ge­wünscht. Al­ler­dings hät­te die UWG/ ABG-Frak­ti­on ei­nen Be­schluss gern ver­tagt, Frak­ti­ons­chef Carl Wind­ler sah noch Be­ra­tungs­be­darf. Bei­ge­ord­ne­ter Flo­ri­an Her­pel wies aber dar­auf hin, dass der zu­stän­di­ge Pla­nungs­saus­schuss erst wie­der imHerbst zu­sam­men­kom­me, so dass ei­ne Ver­ta­gung vie­le Mo­na­te Ver­zö­ge­rung be­deu­tet hät­te.

GRA­FIK: DOR­NIE­DEN

So ähn­lich sol­len die öf­fent­lich ge­för­der­ten Ein­fa­mi­li­en­häu­ser mit rund 112 Qua­drat­me­tern Wohn­flä­che an der Lang­wa­de­ner Stra­ße aus­se­hen.

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