Neus­ser im Wun­der­land

Ja­ni­ka Derks und die Grup­pe des RSV Grim­ling­hau­sen sie­gen beim CHIO in Aa­chen – und tri­um­phie­ren ges­tern auch im Na­tio­nen­preis.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - SPORT IM RHEIN-KREIS - VON DA­NI­EL KAI­SER

AA­CHEN. Was für ein Wo­che­n­en­de für die Pfer­de­a­kro­ba­ten vom RSV Neuss-Grim­ling­hau­sen. Beim CHIO in Aa­chen über­zeug­ten die Vol­ti­gie­rer von Trai­ne­rin Eli­sa­beth Si­mon in al­len (!) Durch­gän­gen und sieg­ten in al­len Prü­fun­gen, in de­nen sie an den Start gin­gen. Zum Ab­schluss knack­ten die Er­folgs­ga­ran­ten vom Nix­hof im Na­tio­nen­preis in ih­rem „Wohn­zim­mer“mit ih­rer Kür zum The­ma „Ali­ce im Wun­der­land“so­gar die ma­gi­sche Wert­no­te von 9,0.

Der ers­te Streich ge­lang be­reits am Sams­tag. Nach dem Sieg in der Pflicht lie­fer­te sich das Team mit der Kon­kur­renz vom Vol­ti­gier­ver­ein Köln-Dünn­wald auch in der Kür ei­nen Schlag­ab­tausch auf al­ler­höchs­tem Ni­veau. Da nach um­ge­kehr­ter Rei­hen­fol­ge der Re­sul­ta­te aus der Pflicht ge­star­tet wur­de, lie­fen die Köl­ner um Lon­gen­füh­rer Patric Loo­ser mit ih­rem Er­satz­pferd Pi­car­do als vor­letz­te Mann­schaft in den CHIO-Zir­kel. Das Team de­mons­trier­te ei­ne mit High­lights ge­spick­te Dar­bie­tung und über­trumpf­te die bis da­to füh­ren­den Ita­lie­ner um drei Zehn­tel­punk­te. 8,675 Punk­te ver­gab das Rich­ter­gre­mi­um – in den bei­den Tech­nik­no­ten kas­sier­ten die Rhein­län­der je­weils über 9,4 Punk­te, in der Ar­tis­tik mit 8,76 Punk­ten die höchs­te Wer­tung des Ta­ges.

In Ar­tis­tik (8,085) und Tech­nik (9,302/0,136) ka­men die Neus­ser im An­schluss nicht ganz her­an, vol­ti­gier­ten aber eben­falls auf al­ler­höchs­tem Le­vel. Ih­ren An­teil am Er­geb­nis trug ein­mal mehr Spit­zen­pferd De­lia FRH bei, die mit 8,09 Zäh­lern die höchs­te Pfer­de-Wer­tung der Mann­schafts­kon­kur­renz er­ziel­te. Im Ge­samt­er­geb­nis des Um­laufs blie­ben die Neus­ser mit 8,653 Punk­ten hauch­dünn hin­ter Köln. Im Ge­samt­er­geb­nis aus Pflicht und Kür si­cher­te sich das Team um Lon­gen­füh­re­rin Eli­sa­beth Si­mon al­ler­dings auf­grund des Vor­sprungs aus der Pflicht den Sieg (Neuss 8,298 / Köln 8,216). „Wir sind wie­der zu­rück. Das ist herr­lich. Es ist toll zu se­hen, dass sich das Team nach ei­nem schwie­ri­gen letz­ten Pau­li­ne Rie­del Jahr wie­der zu­rück an die Spit­ze ge­ar­bei­tet hat“, gab die lang­jäh­ri­ge Neus­ser Mann­schafts­trai­ne­rin Jessica Lich­ten­berg zu Pro­to­koll. Mit gro­ßem Ab­stand (7,713) lan­de­te das Team aus Ita­li­en auf Rang drei,

Der zwei­te Streich ge­lang Ja­ni­ka Derks in der Ein­zel­kon­kur­renz. Nach Pflicht und Tech­nik­pro­gramm war sie als Füh­ren­de in die fi­na­le Kür ge­gan­gen. Und auch im Ab­schluss­pro­gramm zeig­te sie mit ih­rem Pferd Au­xer­re, eben­falls lon­giert von Eli­sa­beth Si­mon, kei­ne Schwä­chen. Mit ih­rer Cho­reo­gra­fie zum Mot­to „Das Le­ben ei­ner Kat­ze“über­zeug­te sie in al­len Aspek­ten. 8,666 Punk­te be­deu­te­ten knapp den zwei­ten Platz hin­ter Sa­rah Kay aus Müns­ter. Im Ge­sam­t­ran­king hin­ge­gen si­cher­te sich die 27 Jah­re al­te Phy­sio­the­ra­peu­tin mit 8,227 Zäh­lern ih­ren ers­ten Ein­zel-Sieg in Aa­chen, nach­dem sie im Vor­jahr noch der Ham­bur­ge­rin Kris­ti­ne Boe den Vor­tritt las­sen muss­te, die hin­ter der zweit­plat­zier­ten Ita­lie­ne­rin An­na Ca­vall­aro Rang drei be­leg­te.

Bis da­hin war es oh­ne­hin schon das per­fek­te Tur­nier für den RSV. Doch es kam noch bes­ser – und das gleich dop­pelt. Zu­nächst er­hielt Ja­ni­ka Derks von Bun­des­trai­ne­rin Ul­la Ram­ge das wohl­ver­dien­te Ti­cket für die Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten im ös­ter­rei­chi­schen Ebreichs­dorf An­fang Au­gust. An­schlie­ßend wur­den Neuss und Derks – ge­mein­sam mit Kris­ti­na Boe – für den gest­ri­gen Na­tio­nen­preis als Team Deutsch­land I no­mi­niert. Und in die­ser ab­schlie­ßen­den Prü­fung über­tra­fen die Neus­se­rin­nen schließ­lich al­le Er­war­tun­gen und Ziel­stel­lun­gen.

Ja­ni­ka Derks leg­te mit ei­ner Wert­no­te von 8,79 Punk­ten noch ein paar Pro­zent zu, Boe leg­te 8,783 Punk­te nach und das Team durch­brach mit 9,035 Zäh­lern die 9,0-Schall­mau­er. Be­deu­te­ten 26,608 Punk­te in der Sum­me, an de­nen im An­schluss die Ver­tre­ter von Team Deutsch­land II nicht her­an­kom­men soll­ten. Sa­rah Kay (8,69), Erik Oe­se aus Dres­den (8,677) und das Team aus KölnDünn­wald (8,845) ver­buch­ten 26,212 Zäh­ler in der End­ab­rech­nung und lan­de­ten da­mit vor Ita­li­en (25,531) auf Rang zwei. „Das ist ein ech­tes Wun­der für uns. Wir wuss­ten, dass un­se­re Kür cool ist und Spaß macht, aber mit die­sem Er­geb­nis ha­ben wir nicht ge­rech­net“, sag­te Te­am­mit­glied Pau­li­ne Riedl über­glück­lich im WDR-In­ter­view.

„Das ist ein ech­tes Wun­der. Mit die­sem Er­geb­nis ha­ben wir nicht ge­rech­net“

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