A57-Brü­cken­bau wird deut­lich teu­rer

Der Neu­bau der ab­ge­brann­ten A 57-Brü­cke bei Dor­ma­gen fällt teu­rer aus als bis­lang an­ge­nom­men, und auch die Fer­tig­stel­lung ver­zö­gert sich. Zwi­schen zehn und zwölf Mil­lio­nen Eu­ro kos­tet das Pro­jekt, fer­tig ist es nächs­tes Jahr.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - DORMAGEN - VON KLAUS D. SCHUMILAS

NIEVENHEIM Die Er­stel­lung des neu­en Brü­cken­bau­werks zwi­schen Köln und Neuss stellt sich kom­pli­zier­ter dar, als ur­sprüng­lich ge­dacht. Und vor al­lem teu­rer. Hieß es vor ei­nem Jahr noch, dass die Kos­ten für den Brü­cken­neu­bau 8,8 Mil­lio­nen Eu­ro be­tra­gen wer­den, so rech­net der Lan­des­be­trieb Stra­ßen als Bau­herr des Pro­jek­tes mit ei­ner Stei­ge­rung auf „zehn bis zwölf Mil­lio­nen Eu­ro“, so Pro­jekt­lei­ter Si­mon Wie­ler. Ein wich­ti­ger Grund da­für sind Kos­ten­stei­ge­run­gen bei den Bau­leis­tun­gen. Nach jet­zi­gem Stand rech­net Wie­ler mit der Fer­tig­stel­lung der neu­en Brü­cke „im ers­ten Quar­tal, spä­tes­tens im Som­mer 2018“.

Au­to­fah­rer, die aus Rich­tung Köln kom­mend die Groß­bau­stel­le pas­sie­ren, se­hen erst ein­mal nichts. Denn ei­ne Bau­tä­tig­keit ist zur­zeit nicht zu er­ken­nen. Das liegt zum ei­nen an dem Sicht­schutz, den die Bau­fir­ma auf­ge­stellt hat, „da­mit Au­to­fah­rer nicht ab­ge­lenkt wer­den“, so der Pro­jekt­lei­ter, aber vor al­lem dar­an, dass die Ar­bei­ten im We­sent­li­chen im „Un­ter­bau“lau­fen. „Dort wer­den Stütz­pfei­ler ein­ge­schalt und Be­wäh­rungs­ar­bei­ten vor­ge­nom­men, al­so Ver­stär­kun­gen, vor al­lem ge­gen Um­welt­ein­flüs­se. Ab Au­gust sol­len die Brü­cken­ar­bei­ten im obe­ren Teil wei­ter­ge­hen. Im­mer wie­der hat es Ver­zö­ge­run­gen un­ter­schied­li­cher Art ge­ge­ben. Im ver­gan­ge­nen Win­ter stopp­ten zu nied­ri­ge Tem­pe­ra­tu­ren die Be­ton­ar­bei­ten, im Ju­ni wa­ren es wie­der­um zu ho­he. Und wie­der­um hat­ten Pro­jekt­steue­rer und Bau­ar­bei­ten mit dem Ver­dacht auf Kampf­mit­tel aus den bei­den Welt­krie­gen zu tun, die dort ver­mu­tet wer­den. So war es jetzt auch. „Zum Teil war es Ein­zel­son­die­run­gen und so­gar mit Hand­schach­tung“, er­zählt Wie­ler, so vor­sich­tig und zeit­rau­bend muss­te ope­riert wer­den. Letzt­lich wur­den kei­ne Flie­ger­bom­ben oder Gra­na­ten ge­fun­den. Das war auch vor zwei Jah­ren nicht der Fall. Da leg­te ein sol­cher Ver­dacht auf Bom­ben­fun­de die Bau­stel­le für meh­re­re Wo­chen lahm. Un­ter dem Strich füh­ren die­se Er­eig­nis­se nicht nur zu zeit­li­chen Ver­zö­ge­run­gen, son­dern auch zu Kos­ten­stei­ge­run­gen. War bis­lang im­mer von 8,8 bis neun Mil­lio­nen Eu­ro die Re­de, so rü­cken die Bau­kos­ten jetzt in die Nä­he von zwölf Mil­lio­nen Eu­ro. Das lie­ge, so er­klärt es der Pro­jekt­lei­ter, auch in ei­nem er­heb­li­chen Maß an dem Bau­preis­in­dex. Der wird seit Jah­ren sta­tis­tisch er­ho­ben und er- mit­telt die Kos­ten­stei­ge­run­gen bei den Bau­leis­tun­gen. Ge­gen­über 2013 ist er laut An­ga­ben des Lan­des­be­triebs IT NRW um über zehn Pro­zent ge­stie­gen. Hin­zu kä­men un­vor­her­ge­se­he­ne Leis­tun­gen, wie die Su­che nach Kampf­mit­teln. „Sol­che Kos­ten wa­ren beim Zeit­punkt des Ver­trags­ab­schlus­ses nicht vor­her­seh­bar.“Der Pro­jekt­lei­ter ist gleich­wohl nicht un­zu­frie­den mit dem Bau­ab­lauf. Er hofft, dass als Fer­tig­stel­lungs­ter­min das ers­te Quar­tal 2018 klappt. Im Fe­bru­ar konn­ten die Au­to­fah­rer auf ih­rem Weg von Neuss in Rich­tung Köln die ers­te neue Brü­cken­hälf­te be­fah­ren. Da­nach wur­den die Be­helfs­brü­cken auf der an­de­ren Sei­te ab­ge­baut. Sie ste­hen noch im Bau­stel­len­be­reich. Nach Fer­tig­stel­lung kann der Ver­kehr vier­spu­rig lau­fen, an­ge­legt wer­den aber im Hin­blick auf den Aus­bau der A57 sechs Spu­ren.

FO­TO: WOI

Erst vom Holz­weg aus wird die Di­men­si­on der Ar­bei­ten für den Un­ter­bau der neu­en A 57-Brü­cke deut­lich. Ab Som­mer wird „oben“wei­ter ge­baut.

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