Fun-Fuß­ball – wenn das Tor ums Eck steht

Für die Bun­des­li­ga hat es lei­der nicht ge­reicht, für Fun-Fuß­ball schon. Zwei NGZ-Re­dak­teu­re tes­ten die neue At­trak­ti­on an der Ski­hal­le.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS - VON ANDRE­AS BUCHBAUER UND SI­MON JANS­SEN

Sta­ti­on 1: Mann­schafts­auf­stel­lung Die ers­te An­nä­he­rung an die Fuß­ball-Fun-An­la­ge. Es gilt, ei­ne Mann­schaft zu um­spie­len und den Ball im Tor zu ver­sen­ken. Plus­punkt: Die Mann­schaft be­steht aus Trai­nings­fi­gu­ren, da be­wegt sich nie­mand. Ei­ne Ab­wehr, die je­der Stür­mer liebt! Pro­blem: Das Tor ist klein und weit weg. Für Hob­by­fuß­bal­ler die idea­le Auf­wärm­übung, um zwei Din­ge für den Par­cours zu ler­nen. Ers­tens: Man soll­te sich nie über­schät­zen. Zwei­tens: Das Run­de muss ins Ecki­ge – das sagt sich so leicht. Sta­ti­on 2: An­zei­ge­ta­fel Dies­mal geht es um die Null. Die muss ja be­kannt­lich ste­hen, wie Trai­ner-Le­gen­de Huub Ste­vens stets be­ton­te. In die­sem Fall geht es je­doch um die Null als Loch. Durch das muss man den Ball näm­lich per ele­gan­tem Lup­fer oder mit­hil­fe ei­ner ra­sen­grü­nen Ram­pe be­för­dern. Das Run­de muss al­so ins Run­de. Auf der an­de­ren Sei­te der An­zei­ge­ta­fel steht ein klei­nes Tör­chen. Klei­nes Pro­blem: Es steht ums Eck. Sta­ti­on 3: Ba­na­nen­flan­ke Auf den Spu­ren von Horst Hru­besch. „Man­ni Ba­na­ne, ich kopf – Tor“, sag­te er einst. Auch hier steht das Tor ums Eck, und bei der Tak­tik ist Köpf­chen ge­fragt. Und Ge­fühl im Fuß. Sonst krümmt sich die Ba­na­nen­flan­ke ganz schnell wie Fall­obst ins Sei­ten­aus. Sta­ti­on 4: Spie­ler­tun­nel Der Tun­nel – auch Bein­schuss ge­nannt – gilt als die Kö­nigs­dis­zi­plin der Geg­ner-Ver­höh­nung. In die­sem Fall ist der Geg­ner aber nur ei­ne Wand mit über­schau­bar gro­ßem Loch, in das hin­ein­ge­schos­sen wer­den muss, be­vor ent­spannt ein­ge­netzt wer­den kann. Zum Glück gibt es auch die leich­te Va­ri­an­te: al­so au­ßen her­um. De­al! Sta­ti­on 5: Tri­bü­nen­schuss Trep­pe run­ter, Trep­pe rauf gilt es da­bei zu über­win­den. Das kennt man ja sonst nur vom Weg zur Sta­di­onwurst. Bei die­ser Sta­ti­on ist Ge­schick ge­fragt. Sonst sagt der Geg­ner nur: Was für ei­ne Wurst! Sta­ti­on 6: Schuss­trai­ning Und plötz­lich ste­hen da wie­der die­se un­ver­schäm­ten gel­ben Ka­me­ra­den aus Hart­plas­tik, die je­den Tor­schuss ab­blo­cken wol­len. Und wie­der hat man die Qu­al der Wahl. Soll man das Le­der in ei­nes der drei gro­ßen Lö­cher glei­ten las­sen? Oder in das klei­ne Tor, das aus­sieht, wie ei­ne Kat­zen­klap­pe? Egal, wo man rein­schießt, am En­de lan­det der Ball auf ei­nem tie­fer ge­le­ge­nen Ra­sen. Dort sind Stür­mer­qua­li­tä­ten ge­fragt. Sta­ti­on 7: Sta­di­onwa­che Die Ma­cher der An­la­ge be­wei­sen Hu­mor. Ers­tens darf man an die­ser Sta­ti­on et­was, das man als Stra­ßen­fuß­bal­ler auf kei­nem Hin­ter­hof – be­kannt­lich die har­te Schu­le der Edel­tech­ni­ker – der Welt darf: den Ball mit Wumms durch ein Fens­ter ja­gen. Zwei­tens gilt es, ei­nen Strei­fen­wa­gen zu um­spie­len. Kei­ne Fra­ge: An die­ser Sta­ti­on ist je­de Men­ge Alarm! Sta­ti­on 8: Eck­ball Bei man­chen Kreis­li­ga­spie­len ist die Stan­ge am Spiel­fel­deck nicht die ein­zi­ge Fah­ne auf dem Platz. Bei Sta­ti­on acht schon. Die ist herr­lich un­kom­pli­ziert. Eck­ball bol­zen. Im bes­ten Fall mit Ef­fet, so­dass er ei­ne Kur­ve fliegt und nah am Tor lan­det. Sta­ti­on 9: Dop­pel­pass Im Bun­des­li­ga-All­tag heißt das: Zwei Ver­bän­de buh­len um ei­nen Top-Spie­ler. Hier heißt das: Man­gels Top-Spie­ler muss der Ball ein­fach ir­gend­wie über Ban­de um die Ecke. Wie wür­de Bar­ney Stin­son aus „How I Met Your Mo­ther“sa­gen: Her­aus­for­de­rung an­ge­nom­men! Sta­ti­on 10: Frei­stoß Hier könn­te man St­un­den ver­brin­gen. Ein we­nig fühlt man sich wie Bar­ce­lo­na-Star Lio­nel Mes­si, wenn er sich den Ball zu­recht­legt, um ihn Se­kun­den spä­ter ele­gant über die auf­ge­stell­te Mau­er hin­weg ins Tor se­geln zu las­sen. Nur sind sei­ne geg­ne­ri­schen Tor­hü­ter nicht so groß wie der Kol­le­ge hier. Da steht ein Rie­se im Kas­ten! Sta­ti­on 11: Tor­wart­ab­stoß Mo­der­ne Fuß­ball­schu­le: ziel­ge­rich­tet als Kee­per drauf­los­le­dern, hof­fen, dass der Ball an­kommt – und dann in die Rol­le des Stür­mers schlüp­fen und den Ball ver­sen­ken. Sta­ti­on 12: Di­rekt­ab­nah­me Wer bei Di­rekt­ab­nah­me an ei­ne schnel­le Di­ät denkt, ist an die­ser Sta­ti­on falsch. Wie aus dem Nichts kommt der Ball aus der Ball­ma­schi­ne ge­schnellt. Ein­mal auf­tip­pen las­sen, und dann Peng! Vol­ley drauf­zim­mern. Dass das Le­der di­rekt ins Tor fällt, ist bei die­ser Sta­ti­on schier un­mög­lich. So­gar für Ma­rio Bas­ler. Sta­ti­on 13: Hattrick Den schnells­ten Hattrick der Welt hat der Stür­mer Magnus Ar­vids­son 1995 in ei­nem schwe­di­schen Zweit­li­ga­spiel er­zielt. In 89 Se­kun­den. Nach 89 Se­kun­den ist an die­ser Sta­ti­on im­mer­hin das ers­te Tor durch­spielt. Kick it li­ke Ar­vids­son! Sta­ti­on 14: Lup­fer Das Ziel ist so nah. Jetzt nur noch die Fuß­spit­ze un­ter dem Spiel­ge­rät plat­zie­ren und es mög­lichst steil nach oben flie­gen las­sen. Macht man al­les rich­tig, sieht man die Ku­gel nie wie­der, denn sie lan­det di­rekt in der Ball­aus­ga­be. Ab­pfiff!

Ein Hauch von Mi­ni­golf: Auf die­sem Zet­tel trägt man die An­zahl der Schüs­se ein.

Die­se Sta­ti­on be­darf kei­ner Er­klä­rung: ein­fach durch die Null zim­mern.

Qu­al der Wahl: ent­we­der in ei­nes der drei Lö­cher oder in das klei­ne Tör­chen un­ten rechts.

Sta­di­onwa­che: Auf dem Par­cours muss der Ball so­gar an ei­nem Strei­fen­wa­gen vor­bei.

Die Hal­tungs­no­te ist okay. Zum Glück sieht man nicht, wo der Ball hin­fliegt.

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