Park­ge­büh­ren – Kri­tik am Sa­nie­rungs­plan

Die Ein­nah­men aus den Park­au­to­ma­ten blei­ben seit Jah­ren hin­ter den Er­war­tun­gen zu­rück, doch im Sa­nie­rungs­plan rech­net die Stadt wei­ter mit viel hö­he­ren Zah­len. Po­li­ti­ker der Grü­nen und ABG spre­chen von „Luft­schlös­sern“.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - GREVENBROICH - VON CARS­TEN SOMMERFELD

GRE­VEN­BROICH Die Au­to­fah­rer ma­chen bei der Haus­halts­kon­so­li­die­rung nicht wie ge­wünscht mit. 2014 hat­te die Stadt die Ge­büh­ren an den Park­au­to­ma­ten kräf­tig er­höht, doch die zu­sätz­li­che Ein­nah­me­quel­le spru­delt nach wie vor spär­li­cher als er­hofft. Statt der jähr­lich ge­plan­ten 226.200 Eu­ro Mehr­ein­nah­men be­trug das Plus 2016 le­dig­lich 160.625 Eu­ro, 2015 wa­ren es 154.248 Eu­ro. „Das Kon­so­li­die­rungs­ziel stellt sich als zu am­bi­tio­niert dar“, gibt die Ver­wal­tung zu. Das Pro­blem: Die Stadt hat die zu­sätz­li­chen Ein­nah­men fest im Sa­nie­rungs­plan vor­ge­se­hen – und bleibt bei op­ti­mis­ti­schen Zah­len. Bis 2021 wer­den Jahr für Jahr wei­te­re 226.200 Eu­ro als Kon­so­li­die­rungs­bei­trag aus­ge­wie­sen – der Rea­li­tät zum Trotz.

Das wirft Fra­gen auf, auch in der Po­li­tik. „Ich fra­ge mich, wo die­se Ein­nah­men her­kom­men sol­len“, er­klärt Rolf Göck­mann von der UWG/ ABG-Frak­ti­on. „Das sieht aus, als wür­de mit Hän­gen und Wür­gen ver­sucht, den Sa­nie­rungs­plan zu ret­ten. Das müss­te eher un­ter „Fan­ta­sy“oder „Sci­ence Fic­tion“ste­hen, sagt der ABG-Rats­herr,

Da­bei sind die Mehr­ein­nah­men drin­gend nö­tig: Mit dem Sa­nie­rings­plan soll bis 2024 ein aus­ge­gli­che­ner Haus­halt ge­schafft wer­den, sonst droht der Spar­kom­mis­sar. Nach der­zei­ti­ger Fi­nanz­pla­nung ist für 2024 ein Über­schuss von 641.000 Eu­ro ge­plant. Da kön­nen sich Aus­fäl­le wie bei den 15 Park­au­to­ma­ten aus­wir­ken. Blei­ben die Ein­nah­men dar­aus kon­stant, er­hält die Stadt bis 2021 ins­ge­samt knapp 328.000 Eu­ro we­ni­ger als im Plan aus­ge­wie­sen. „Wenn Ein­nah­men nied­ri­ger aus­fal­len als er­war­tet, muss man die Zah­len kor­ri­gie­ren. Und man soll­te of­fen mit den Bür­gern re­den, wie es steht“, sagt Göck­mann, der gro­ße Be­den­ken hat, dass der Aus­gleich ge­lingt. „Die ein­ge­plan­ten Par­k­ein­nah­men sind ei­nes von meh­re­ren Luft­schlös­sern im Sa­nie­rungs­plan und Etat“, meint Grü­nen-Vor­sit­zen­der Pe­ter Gehr­mann. Ein an­de­res Bei­spiel sei­en die für 2021 ein­ge­plan­ten 2,5 Mil­lio­nen Eu­ro Ge­wer­be­steu­er-Mehr­ein­nah­men, da­von 1,5 Mil­lio­nen aus dem ge­plan­ten Ge­wer­be­ge­biet Hein­rich-Hert­zStra­ße in Ka­pel­len. Gehr­mann be­zwei­felt, dass die­ser Be­trag zu er­zie­len ist. „Das sieht da­nach aus, als soll­ten aus­fal­len­de Steu­er­ein­nah­men aus dem in­ter­kom­mu­na­len Ge­wer­be­ge­biet mit Rom­mers­kir­chen, das zur­zeit nicht zu rea­li­sie­ren ist, kom­pen­siert wer­den.“Die Grü­nen hat­ten wie UWG/ABG den Etat 2018 ab­ge­lehnt.

SPD-Frak­ti­ons­chef Horst Ger­brand er­klärt da­ge­gen: „Die Zah­len im Etat sind recht trag­fä­hig, aber es gibt im­mer Un­wäg­bar­kei­ten.“Laut Stadt­spre­che­rin Ines Ham­mel­stein han­delt es sich bei den An­ga­ben im Sa­nie­rungs­plan um be­last­ba­re Zah­len, auch wenn im Lau­fe des Jah­res Ab­wei­chun­gen mög­lich sei­en Die Zah­len zu den Park­au­to­ma­ten sei­en nicht ge­än­dert wor­den, weil ein aus der Po­li­tik ge­for­der­tes Park­raum­be­wirt­schaf­tungs­kon­zept in Ar­beit sei. Die Stadt er­hof­fe sich Mehr­ein­nah­men.

Vor­ge­legt oder gar be­schlos­sen ist die­ses Kon­zept aber nicht. Auch bei der Ge­wer­be­steu­er sei­en rea­lis­ti­sche Zah­len ge­nannt. Ham­mel­stein: „Wir wol­len das Ge­wer­be­ge­biet in Ka­pel­len zeit­lich vor­zie­hen.“Laut Plan sol­len ers­te An­sied­lun­gen be­reits 2018 mög­lich sein.

FO­TO: G. SALZBURG

Über die Park­ge­büh­ren tra­gen Mi­chel­le Tref­fon und an­de­re Au­to­fah­rer auch mit zur Etat­kon­so­li­die­rung bei. Doch die Mehr­ein­nah­men fal­len viel ge­rin­ger aus als er­war­tet – oh­ne dass die Zah­len im Sa­nie­rungs­plan kor­ri­giert wur­den.

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