500 neue Ki­ta-Plät­ze bis 2020

Im Sep­tem­ber wird die Ver­wal­tung ei­ne Kin­der­be­treu­ungs­pla­nung mit 500 neu­en Plät­zen und drei neu­en Ki­tas vor­le­gen. Schon bis Mit­te 2018 schafft die Stadt 141 neue Plät­ze in Ki­tas.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - DORMAGEN - VON CA­RI­NA WERNIG

DOR­MA­GEN Die Zah­len klin­gen her­aus­for­dernd: „Bis zum Ki­ta-Jahr 2020/21 brau­chen wir knapp 500 neue Be­treu­ungs­plät­ze, das könn­te trotz ge­plan­ter An­bau­maß­nah­men auf drei kom­plett neue Ki­tas hin­aus­lau­fen“, sagt der Ers­te Bei­ge­ord­ne­te Ro­bert Krum­bein. Die er­höh­te Nach­fra­ge liegt am Zu­zug jun­ger Fa­mi­li­en in Bau­ge­bie­te und neue Woh­nun­gen, die in den nächs­ten Jah­ren zum Bei­spiel im Beet­ho­ven­quar­tier oder an der Hel­bü­chel­stra­ße ent­ste­hen, und am wach­sen­den Be­darf an Be­treu­ung: El­tern ge­ben ih­re Kin­der im­mer frü­her in Ki­tas. Dem wird mit ver­stärk­tem U3-Aus­bau zwar Rech­nung ge­tra­gen, stellt aber durch er­höh­ten Raum- und Per­so­nal­be­darf die Stadt vor wei­te­re Her­aus­for­de­run­gen. „Wir wer­den dem Ju­gend­hil­fe­aus­schuss im Sep­tem­ber un­se­re Pla­nun­gen vor­le­gen, die be­reits in den Haus­halts­ent­wurf ein­flie­ßen“, so Krum­bein.

Schon jetzt plant die Stadt 141 neue Ki­ta-Plät­ze (95 Ü3 und 46 U3) bis Mit­te 2018, um den kurz­fris­ti­gen Be­darf zu de­cken, flan­kiert durch wei­te­re Groß­ta­ges­pfle­ge-Plät­ze. Da­zu kom­men die knapp 350 zu­sätz­li­chen Plät­ze bis 2020. Ge­plant sei ein grö­ße­rer Er­satz­bau der Ki­ta an der Net­ter­gas­se, so Krum­bein. Und wenn die OGS in die Re­gen­bo­gen­schu­le zie­he, könn­ten Tei­le für ei­ne neue Ki­ta für Rhein­feld ge­nutzt wer­den. Zu­dem wür­den Ge­sprä­che über drei neue Stand­or­te ge­führt.

Rie­si­ge In­ves­ti­tio­nen kom­men da auf die Stadt zu, die ih­re Pflicht­auf­ga­be er­fül­len muss. Da­her hat­te Krum­bein mit Bür­ger­meis­ter Erik Lie­ren­feld den An­tritts­be­such der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Hei­ke Tro­les (CDU) ge­nutzt, um das Land we­gen der stei­gen­den Ki­ta-Be­triebs­kos­ten zu mehr För­de­rung auf­zu­for­dern. „Wir er­war­ten, dass das Land mehr Geld an die Kom­mu­nen wei­ter­gibt.“Ob als Ki­ta-Ret­tungs­mo­dell, ge­ne­rel­le Zu­schüs­se oder über ei­ne Er­hö­hung der Pro-KopfPau­scha­le für die Kin­der, sei zweit­ran­gig. Auch die Kom­mu­nen müss­ten ent­las­tet wer­den, nicht nur die frei­en Trä­ger. Schon jetzt ge­be es bei den Be­triebs­kos­ten der Ta­ges­be­treu­ung „ei­ne Un­ter­de­ckung von 13 Mil­lio­nen Eu­ro, das sind im Schnitt 5880 Eu­ro pro Platz, die die Stadt zah­len muss, so Krum­bein. „Wir brau­chen für die neu­en Ki­tas Per­so­nal für Be­treu­ung und In­te­gra­ti­ons­ar­beit. Die­se Kos­ten kön­nen wir als Kom­mu­ne nicht al­lein stem­men“, hat­te Lie­ren­feld for­mu­liert.

Das sieht auch Kai We­ber so. Der CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de for­dert wei­te­re Un­ter­stüt­zung durch das Land und den Bund: „Da muss et­was pas­sie­ren, wie auch im­mer die spe­zi­el­le För­de­rung aus­sieht.“Er regt an, über die Grö­ße der neu­en Ki­tas nach­zu­den­ken: „Für mich muss nicht nach der vier­ten Grup­pe Schluss sein, grö­ße­re Ki­tas mit zum Bei­spiel sechs Grup­pen kön­nen auch Per­so­nal­aus­fäl­le fle­xi­bler hand­ha­ben als klei­ne­re“, so We­ber.

Die­se Fle­xi­bi­li­tät wünscht sich Andre­as Behncke, stell­ver­tre­ten­der SPD-Frak­ti­ons­chef, auch bei der Nut­zung: „Es wä­re sinn­voll, wenn neue Ki­tas gleich so ge­plant wür­den, das aus ih­nen OGS-Räu­me oder so­gar Grund­schu­len ent­ste­hen könn­ten“, gibt er zu be­den­ken, dass in ei­ni­gen Jah­ren viel­leicht wie­der we­ni­ger Ki­ta-Plät­ze be­nö­tigt wür­den. Bei der For­de­rung, kein neu­es Bau­ge­biet oh­ne zeit­glei­che Si­cher­stel­lung der so­zia­len In­fra­struk­tur zu ge­neh­mi­gen, sind sich CDU und SPD ei­nig. „Wir müs­sen den Be­darf an Kin­der­be­treu­ung de­cken“, be­tont Behncke, der Neu­bau­ge­bie­te als ei­nen wich­ti­gen Baustein zur Si­che­rung auch der Grund­schu­len sieht. „Die Her­aus­for­de­rung be­steht da­rin, die Be­triebs­kos­ten zu stem­men und Fach­per­so­nal zu fin­den.“

FO­TO: A. TINTER

Die Stadt baut Ki­tas für im­mer mehr zu be­treu­en­de Kin­der.

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