„Die Tour de Neuss ist ech­te Hand­ar­beit“

Der 2. Vor­sit­zen­de des Neus­ser Rad­fah­rer­ver­eins über die Aus­wir­kun­gen der Tour de Fran­ce und die Ei­gen­ar­ten des Neus­ser Rad-Events.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - SPORT IM RHEIN-KREIS - VON VOL­KER KOCH

NEUSS Am Mitt­woch steht zum 16. Mal die Tour de Neuss auf dem Pro­gramm, wie im­mer ver­an­stal­tet und or­ga­ni­siert vom Neus­ser Rad­fah­rer­ver­ein (NRV), dem da­für ein „Fun­dus“von ge­ra­de 40 Mit­glie­dern zur Ver­fü­gung steht. Trotz­dem reicht der Etat, um elf Fah­rer an die Start­li­nie auf der Kai­ser-Fried­rich-Stra­ße zu ho­len, die der­zeit noch bei der Tour der Fran­ce un­ter­wegs sind. Wie das geht, dar­über sprach die NGZ mit Bart­hel Winands, dem für Mar­ke­ting und Kom­mu­ni­ka­ti­on zu­stän­di­gen 2. Vor­sit­zen­den des NRV.

Herr Winands, elf Fah­rer, die der­zeit noch in Frank­reich un­ter­wegs sind, sol­len am Mitt­woch an der Start­li­nie der Tour de Neuss ste­hen – so vie­le wie lan­ge nicht mehr. Wie ha­ben Sie das ge­schafft?

BART­HEL WINANDS Was die elf Fah­rer be­trifft, da hat un­ser Sport­li­cher Lei­ter Andre­as Kap­pes gan­ze Ar­beit ge­leis­tet. Aber auch er ist da­zu nur in der La­ge, wenn die fi­nan­zi­el­le Sei­te stimmt. Und den da­zu nö­ti­gen Etat auf­zu­trei­ben war ei­ne Men­ge Ar­beit.

Hat Ih­nen der Grand Dé­part in Düs­sel­dorf und die Durch­fahrt der Tour de Fran­ce durch Neuss da­bei eher ge­hol­fen oder ge­scha­det?

WINANDS Dar­über ist im Vor­feld viel dis­ku­tiert und spe­ku­liert wor­den. Der Start der Tour de Fran­ce in Deutsch­land hat si­cher­lich das In­ter­es­se am Radsport ge­stei­gert, das ist na­tür­lich ge­ne­rell schon mal gut für uns. Ei­nen Ef­fekt wer­den wir, wenn über­haupt, aber erst mit­tel­fris­tig spü­ren, dann näm­lich, wenn der ei­ne oder an­de­re Spon­sor durch die Tour de Fran­ce er­kannt hat, wie man sich im und mit dem Radsport pro­fi­lie­ren kann. Auf der an­de­ren Sei­te ist der Spon­so­ren­ku­chen nicht be­lie­big teil­bar, so dass je­de neue Veran- stal­tung, auch die Tour de Fran­ce, na­tür­lich ei­ne Kon­kur­renz zu den be­ste­hen­den dar­stellt. Aber wie ge­sagt, wir ha­ben für die­ses Jahr un­se­ren Etat bei­sam­men und kön­nen uns die Ver­pflich­tung von elf TourFah­rern leis­ten, al­len vor­an Sprint­star An­dré Grei­pel und der Deut­sche Stra­ßen­meis­ter Mar­cus Burg­hardt..

Der Etat ist die ei­ne Sa­che, die Or­ga­ni­sa­ti­on der Tour de Neuss die an­de­re. Wie schafft es ein so klei­ner Ver­ein wie der NRV Jahr für Jahr , ei­ne sol­che Groß­ver­an­stal­tung auf die Bei­ne zu stel­len?

WINANDS (lacht) Das fra­gen wir uns auch je­des Jahr. Im Ernst: Die Tour de Neuss ist ech­te Hand­ar­beit. Des­halb läuft viel­leicht nicht im­mer al­les so pro­fes­sio­nell rund, aber ich fin­de, ge­nau das macht den Charme ei­ner sol­chen Ver­an­stal­tung aus, das be­kom­men wir auch von an­de­ren be­stä­tigt. Wir ma­chen ja größ­ten- teils al­les selbst, wir be­auf­tra­gen kei­ne Eventagen­tur – das Geld ste­cken wir lie­ber in den Etat für das Fah­rer­feld. Und wir or­ga­ni­sie­ren ja nicht bloß ein Spek­ta­kel für Pro­fis, wir küm­mern uns auch um den Nach­wuchs, in­dem wir je­des Jahr vor dem Haupt­ren­nen zwei Ju­gend­ren­nen ver­an­stal­ten. Und wenn dann wie im ver­gan­ge­nen Jahr ein jun­ger Fah­rer wie Do­mi­nik Bau­er, der noch da­zu aus Neuss kommt, das Eli­te­ren­nen ge­winnt, dann ist das ei­ne Be­stä­ti­gung un­se­res Kon­zepts.

Zu dem am Mitt­woch erst­mals ein Fir­men­ren­nen für Vie­rer­mann­schaf­ten ge­hört. Was ver­spre­chen Sie sich da­von?

WINANDS Ei­ne noch grö­ße­re Iden­ti­fi­ka­ti­on un­se­rer Spon­so­ren mit der Ver­an­stal­tung. Wir ha­ben üb­ri­gens noch Plät­ze frei, wer In­ter­es­se hat, kann sich bis Mitt­woch ger­ne noch an­mel­den.

NGZ-AR­CHIV­FO­TO: A. WOITSCHÜTZKE

Das Per­sön­li­che ge­hört bei der Tour de Neuss da­zu: Nach sei­nem schwe­ren Sturz vor zwei Jah­ren be­such­ten Bart­hel Winands, NRV-Vor­sit­zen­der Ste­phan Hil­gers (v.r.) und Tour-Teu­fel Di­di Senft Pech­vo­gel Paul Mar­tens im Lukaskrankenhaus, aus dem er glück­li­cher­wei­se noch am glei­chen Tag ent­las­sen wer­den konn­te. Der Fah­rer des Teams Lot­to-NL Jum­bo steht am Mitt­woch bei der 16. Auf­la­ge der Tour de Neuss er­neut an der Start­li­nie.

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