Spie­ler­trai­ner ret­ten Blau-Weiss den Sieg

Weil nur drei sei­ner Pro­fis dem TC Blau-Weiss Neuss ges­tern Nach­mit­tag zur Ver­fü­gung stan­den, muss­ten es an­de­re rich­ten im Team des Ten­nis-Zweit­li­gis­ten, bis der 6:3-Sieg über den Ol­den­bur­ger TeV un­ter Dach und Fach war.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - SPORT IM RHEIN-KREIS - VON VOL­KER KOCH

NEUSS Wie groß der St­ein war, der Ma­ri­us Zay ges­tern Nach­mit­tag um kurz vor halb sechs vom Her­zen plumps­te, als Hans Pod­lip­nik-Cas­til­lo mit ei­nem Netz­rol­ler den Drei­satz­sieg über Mat­tis Wet­zel und da­mit ei­ne 4:2-Füh­rung des TC Blau­Weiss Neuss im Zweit­li­ga-Match ge­gen den Ol­den­bur­ger TeV si­cher­stell­te, ist nicht ge­nau über­lie­fert. Der Te­am­chef des Ten­nis-Zweit­li­gis­ten at­me­te je­den­falls hör­bar tief durch, war er sich doch über ei­nes im Kla­ren: „Sonst wä­re es ver­dammt eng ge­wor­den.“

En­ger als so schon, woll­te der 33Jäh­ri­ge da­mit sa­gen. Denn der zwei­te Neus­ser Sieg nach dem Ab­stieg aus der Bun­des­li­ga war hart er­kämpft – und hing zeit­wei­se am be­rühm­ten sei­de­nen Fa­den. „Dass die Ol­den­bur­ger al­le kämp­fen bis zum Um­fal­len und des­halb un­an­ge­nehm zu spie­len sind“, wuss­te der blau­wei­ße Te­am­chef. Was er nicht wuss­te bis zum spä­ten Don­ners­tag­abend, war, dass ihm ge­gen den letzt­jäh­ri­gen Ta­bel­len­drit­ten nur ei­ne „Not­be­set­zung“zur Ver­fü­gung stand. Bo­tic Van De Zand­schulp und Adri­an Un­gur hat­ten ih­re Mat­ches bei den Chal­len­ger-Tur­nie­ren in Sche­ve­nin­gen und San Be­nedet­to er­folg­reich ge­stal­tet und muss­ten des­halb ges­tern er­neut ’ran. Ju­li­en Ca­gni­na war zwar beim Fu­ture im ös­ter­rei­chi­schen Wels ge­gen Fi­lip Horans­ky aus­ge­schie­den. Doch weil die Par­tie we­gen Re­gen­un­ter­bre­chung erst spät be­en­det war, traf der Bel­gi­er ges­tern erst auf der BW-An­la­ge an der Jahn­stra­ße ein, als dort schon die Dop­pel lie­fen.

„Gut, dass auf mei­ne Kol­le­gen aus dem Trai­ner­team Ver­lass ist“, sag­te Zay. Denn so muss­ten hin­ter Niels Loots­ma, Fre­de­rik Nielsen und Hans Pod­lip­nik-Cas­til­lo die drei „Spie­ler­trai­ner“ran. Von de­nen zwei ih­re Auf­ga­be mit Bra­vour meis­ter­ten: Sa­scha Klör konn­te nach sei­nem 3:6, 6:3, 10:7-Er­folg über den Slo­we­nen Mat­jaz Jur­man zwar kaum noch lau­fen, da­für aber um­so mehr strah­len: „Im ers­ten Satz ha­be ich ge­dacht, ich ha­be kei­ne Chan­ce, aber dann ha­be ich mich rein­ge­bis­sen“, sag­te der 32-Jäh­ri­ge. Dass er kämp­fen kann, wuss­te er, „aber ich wuss­te nicht, ob mei­ne Fit­ness noch reicht“– schließ­lich spielt er schon lan­ge kei­ne Tur­nie­re mehr. Sie reich­te eben­so wie beim ein Jahr äl­te­ren Ke­vin De­den, der sich beim 6:1, 6:3 über Las­se Mu­schei­tes ein­mal mehr als Mus­ter an Zu­ver­läs­sig­keit prä­sen­tier­te.

Zwei wich­ti­ge Sie­ge, denn „vor­ne“lief es eher zäh­flüs­sig aus Neus­ser Sicht. Wäh­rend Fre­de­rik Nielsen zu­min­dest im zwei­ten Satz ge­gen Jo­nas Kö­nig „ein har­tes Stück Ar­beit“, so der Dä­ne, bis zum 6:1, 6:3 zu leis­ten hat­te, müh­ten sich Niels Loots­ma und Hans Pod­lip­nik-Cas­til­lo mehr schlecht als recht, um zu punk­ten. Der Nie­der­län­der, mit lä­dier­ter Schul­ter ins Match ge­gen Mi­chel Dorn­busch ge­gan­gen, ließ nach dem 6:3 im ers­ten Satz die gro­ße Chan­ce aus, im zwei­ten Durch­gang be­reits al­les klar zu ma­chen. Und im Cham­pi­ons-Tie­break ver­spiel­te er ei­ne 5:1-Füh­rung in ei­ne 11:13-Nie­der­la­ge und brach­te die Gäs­te so auf 2:3 her­an.

De­nen bei­na­he der Aus­gleich ge­glückt wä­re, denn im zwei­ten Satz und im Cham­pi­ons-Tie­break wirk­te Mat­tis Wet­zel ei­gent­lich stär­ker als Pod­lip­nik-Cas­til­lo. Der Aus­tro-Chi­le­ne brauch­te ei­ne Men­ge Glück, nicht nur beim letz­ten Netz­rol­ler, um mit 6:4, 6:7, 10:6 die Ober­hand zu be­hal­ten. Jetzt stan­den die Wei­chen auf Sieg, „denn jetzt kön­nen wir un­ser Pa­ra­de­dop­pel mit Fred­di und Han­si auf den Platz schi­cken“, sag­te Ma­ri­us Zay. Nielsen und Pod­lip­nik-Cas­til­lo wa­ren es denn auch, die um 19.25 Uhr den sieg­brin­gen­den fünf­ten Punkt durch ein 6:3, 6:2 ge­gen Mat­tis Wet­zel und Las­se Mu­schei­tes ein­fuh­ren – kur­ze Zeit spä­ter zo­gen Niels Loots­ma und Cl­in­ton Thom­son, der sein Ein­zel mit 1:6, 6:1 2:10 ge­gen Till­mann Erd­bo­ries ab­ge­ge­ben hat­te, zum 6:3-End­stand nach. Für mor­gen in Bie­le­feld sieht es team-mä­ßig bes­ser aus auf Neus­ser Sei­te: „Wer aus­schei­det, kommt“, kün­digt Ma­ri­us Zay an.

NGZ-FO­TOS (3); -WOI

Wäh­rend Sa­scha Klör (oben) ein Rie­sen­lauf­pen­sum ab­sol­vier­te, un­ter­lie­fen Niels Loots­ma im Spit­zen­ein­zel zu vie­le Feh­ler, um für BW Neuss zu punk­ten.

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