Neus­ser sitzt 40 St­un­den in Palma fest

We­gen ei­nes De­fek­tes ka­men ein Neus­ser (36) und wei­te­re Pas­sa­gie­re fast zwei Ta­ge lang nicht aus Mallor­ca weg.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS - VON SI­MON JANSSEN

NEUSS Bis da­to war es ein Ur­laub wie aus dem Bil­der­buch: Tol­les Wetter, vie­le St­un­den am Strand, le­cke­res Es­sen. Doch am letz­ten Tag en­de­te der Auf­ent­halt auf Mallor­ca für ei­nen 36 Jah­re al­ten Neus­ser, der na­ment­lich nicht ge­nannt wer­den möch­te, im ab­so­lu­ten Cha­os. Mehr als 40 St­un­den saß er in Palma de Mallor­ca fest. Ei­gent­lich soll­te er be­reits am ver­gan­gen Don­ners­tag um 14 Uhr in Düsseldorf ge­lan­det sein. Doch der Flie­ger der Flug­ge­sell­schaft „Azur Air“mit der Flug­num­mer AZR 8402 kam nicht. Am En­de lan­de­te er erst am Sams­tag um 2.30 Uhr in Müns­ter.

„Am Tag der ur­sprüng­lich ge­plan­ten Abrei­se hieß es um 8 Uhr mor­gens, dass die Ma­schi­ne nicht läuft und wir al­le im Ho­tel blei­ben soll­ten. Even­tu­ell ge­be es Er­satz­plät­ze“, sagt der Neus­ser. Bis 19 Uhr hät­ten er und wei­te­re Flug­gäs­te im Ho­tel ge­war­tet. „Dann wur­de uns ge­sagt, dass wir doch noch ei­ne Nacht blei­ben müs­sen.“Der 36-Jäh­ri­ge ha­be ge­ra­de un­ter der Du­sche ge­stan­den, als um 23 Uhr er­neut das Te­le­fon klin­gel­te. „Da sag­te man, dass wir ganz schnell ein Ta­xi zum Flug­ha­fen neh­men soll­ten. Das An­ge­bot ha­be ich aber nicht wahr­ge­nom­men. Dann wä­re ich näm­lich um 2.30 Uhr in Köln ge­lan­det. Und wie hät­te ich da weg­kom­men sol­len?“, sagt er.

Auch ei­nen Tag spä­ter sei die La­ge zu­nächst un­durch­sich­tig ge­we­sen. „Es hieß, dass wir ir­gend­wann nach­mit­tags flie­gen wer­den. Um 16 wur­den wir dann auch ab­ge­holt.“Doch auch dies­mal ha­be sich der Ab­flug um meh­re­re St­un­den ver­zö­gert. Schwie­rig­kei­ten beim Ein­che­cken bei ei­ner an­de­ren Air­line ha­be es dann auch noch ge­ge­ben.

„Zu­nächst hieß es, wir wür­den nicht auf der Lis­te ste­hen“, sagt der Pas­sa­gier. Erst am Sams­tag um 0.10 Uhr hob der Neus­ser dann in Rich­tung Müns­ter ab, wo er um 2.30 Uhr an­kam. Von dort aus sei der Trans­fer nach Düsseldorf zwar or­ga­ni­siert ge­we­sen. Dort kam er je­doch erst um 4.30 Uhr an und muss­te dann noch bis 5.55 Uhr war­ten, bis er mit der Bahn nach Norf fah­ren konn­te. „Es war ei­ne Ka­ta­stro­phe“, re­sü­miert der 36-Jäh­ri­ge, der nun Scha­den­er­satz­an­sprü­che gel­tend ma­chen möch­te.

Seit Ju­ni 2017 ist Azur Air in Düsseldorf. Doch der Start weist ei­ne Rei­he von Pan­nen auf. Grund da­für, dass kei­ne Ma­schi­ne in Palma war, ist laut ei­ner Spre­che­rin ein De­fekt der ein­zi­gen Azur-Air-Ma­schi­ne. Die Bo­eing 767 war am Don­ners­tag oh­ne Pas­sa­gie­re in Pun­ta Ca­na ge- star­tet und muss­te gleich nach dem Start wie­der zu­rück zum Air­port.

In Fol­ge des De­fek­tes sind al­so in den Fol­ge­ta­gen auch die Flü­ge nach An­ta­lya und Hurg­ha­da aus­ge­fal­len. Laut der Spre­che­rin sei ver­sucht wor­den, Pas­sa­gie­re bei an­de­ren Air­lines ein­zu­bu­chen. Al­ler­dings sei Hoch­sai­son, die meis­ten Flü­ge sei­en be­reits aus­ge­bucht ge­we­sen. Wie vie­le Pas­sa­gie­re von den Aus­fäl­len be­trof­fen sind, konn­te ei­ne Azu­rSpre­che­rin nicht sa­gen. An­ge­sichts der mehr als 300 Sit­ze der Bo­eing 767 ist aber da­von aus­zu­ge­hen, dass bis zu 900 Pas­sa­gie­re von dem Aus­fall der Ma­schi­ne in Düsseldorf und im Aus­land be­trof­fen sein dürf­ten. Die Spre­che­rin stell­te den Pas­sa­gie­ren Ent­schä­di­gun­gen in Aus­sicht.

ARCHIV-FO­TOS: DPA

Die­se Ma­schi­ne vom Typ Bo­eing 767 ist zur­zeit die ein­zi­ge ein­setz­ba­re der Flug­ge­sell­schaft „Azur Air“.

Der Neus­ser mach­te auf Mallor­ca Strand­ur­laub.

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