To­tal­über­wa­chung im Job ist vor­sint­flut­lich

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON MA­XI­MI­LI­AN PLÜCK

Wenn ein Chef sei­nem An­ge­stell­ten Geld im Aus­tausch für des­sen Ar­beits­kraft gibt, dann darf er auch er­war­ten, dass sich sein Mit­ar­bei­ter wäh­rend der ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit voll und ganz auf den Job kon­zen­triert. Die Rea­li­tät ist al­ler­dings ei­ne an­de­re. Ein kur­zer Blick aufs Smart­pho­ne, bei Face­book schnell nach­schau­en, was die Freun­de so trei­ben, oder aber das Te­le­fo­nat mit den Kin­dern – all dies ge­hört heu­te für vie­le An­ge­stell­te zum Ar­beits­all­tag da­zu.

Das mag so man­chen Chef wur­men, ei­ne gan­ze Be­leg­schaft des­halb un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht zu stel­len und sie mit di­gi­ta­len Spio­nen rund um die Uhr zu über­wa­chen, recht­fer­tigt das nicht. Der Scha­den, den sol­che Big-Bro­ther-Al­lü­ren der Un­ter­neh­mens­kul­tur zu­fü­gen, ist grö­ßer als der Nut­zen.

Um es klar zu sa­gen: Ein Chef soll sich nicht von der Be­leg­schaft über­töl­peln las­sen. Wenn es ei­nen be­grün­de­ten Ver­dacht gibt, dann muss der auch auf­ge­klärt wer­den. Aber es gibt bes­se­re Mit­tel als die To­tal­über­wa­chung. Das ha­ben die Rich­ter auch so un­ter­stri­chen. Und am bes­ten re­gelt die Un­ter­neh­mens­füh­rung, was er­laubt ist und was nicht, mit dem Be­triebs­rat per Be­triebs­ver­ein­ba­rung. Das spart un­nö­ti­gen ju­ris­ti­schen Är­ger. BE­RICHT GE­RICHT VER­BIE­TET. . ., SEI­TE B 1

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