Fal­sche Sank­tio­nen

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - STIMME DES WESTENS - VON ANT­JE HÖNING

Bei in­ter­na­tio­na­len Kon­flik­ten muss die Wirt­schaft das Pri­mat der Po­li­tik ak­zep­tie­ren. Da­bei kön­nen grund­sätz­lich auch Wirt­schafts­sank­tio­nen sinn­voll sein. Doch was die USA nun pla­nen, hat nichts mit klu­ger Au­ßen­po­li­tik zu tun, son­dern mit wirt­schaft­li­chem Ego­is­mus: Das Re­prä­sen­tan­ten­haus will die Sank­tio­nen ge­gen Russ­land ver­schär­fen – als Ant­wort auf die Anne­xi­on der Krim und die Un­ter­stüt­zung von As­sad. Da­zu will es al­le – auch deut­sche – Fir­men be­stra­fen, die beim Bau oder Be­trieb von Pi­pe­lines hel­fen, und so den Rus­sen das Ex­port­ge­schäft ka­putt ma­chen.

Dar­an sind zwei Din­ge in­ak­zep­ta­bel: Die USA wol­len die Sank­tio­nen als Ve­hi­kel nut­zen, um der hei­mi­schen Fracking-In­dus­trie Vor­tei­le auf dem eu­ro­päi­schen Markt zu ver­schaf­fen, wie sie un­ver­blümt ein­räu­men. Und sie stim­men die Sank­tio­nen nicht mit Eu­ro­pa ab, ob­wohl Eu­ro­pa po­li­ti­scher Part­ner und wirt­schaft­lich Ge­schä­dig­ter ist. Von Trump er­war­tet man nichts an­de­res. Doch dass das Re­prä­sen­tan­ten­haus von sich aus die­sen Kurs fährt, lässt nichts Gu­tes ah­nen. „Ame­ri­ca first“wird zum Spalt­pilz des Wes­tens. BE­RICHT SOR­GE VOR HAN­DELS­KRIEG IN RUSS­LAND, SEI­TE B 3

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