„Rol­len­des Ju­gend­heim“ist jetzt auf Ach­se

Der neue Frei­zeit-Bus macht re­gel­mä­ßig Sta­ti­on in meh­ren Stadt­tei­len. Die Le­bens­hil­fe rich­tet sich mit ih­rem An­ge­bot an Zwölf- bis 17-Jäh­ri­ge.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS - VON CHRIS­TI­AN KANDZORRA

NEUSS Als Li­ni­en­bus hat das knapp zwölf Me­ter lan­ge Ge­fährt bei den Stadt­wer­ken aus­ge­dient: Mit ganz neu­er In­nen­aus­stat­tung ist ei­ner der Zwei­ach­ser jetzt als Ju­gend­bus im Neus­ser Stadt­ge­biet un­ter­wegs. Die Le­bens­hil­fe Neuss, die das BusPro­jekt in en­ger Ab­stim­mung mit Stadt und Ju­gend­amt rea­li­siert hat, baut da­mit ih­re Trä­ger­schaft in der in­klu­si­ven Ju­gend­ar­beit aus und ruft ein „rol­len­des Ju­gend­heim“ins Le­ben, mit dem Kin­der und Ju­gend­li­che im Al­ter zwi­schen zwölf und 17 Jah­ren in meist klei­ne­ren Stadt­tei­len er­reicht wer­den sol­len, in de­nen das Frei­zeit­an­ge­bot recht mau aus­fällt. „Der Be­darf ist da – und wir sind froh, dass der Ju­gend­bus als Zu­satz-An­ge­bot zu den be­ste­hen­den Ein­rich­tun­gen jetzt los­fährt“, sagt Ju­gend­pfle­ger Götz Bar­key vom städ­ti­schen Ju­gend­amt, das eng mit dem Trä­ger des Bus­ses, der Le­bens­hil­fe, zu­sam­men­ar­bei­tet.

An­ders als das be­reits be­ste­hen­de Spiel­mo­bil des Deut­schen Kin­der­schutz­bun­des rich­tet sich das neue An­ge­bot der Le­bens­hil­fe an äl­te­re Kin­der be­zie­hungs­wei­se Ju­gend­li­che – ent­spre­chend ist der Li­ni­en­bus auch in­nen mit WLAN, ei­ner Play­sta­ti­on, ge­müt­li­chen Sitz­bän­ken mit Kis­sen so­wie di­ver­sen Spiel­ge­rä­ten und ähn­li­chen Uten­si­li­en aus­ge­stat­tet. Be­treut wird das Pro­jekt von der So­zi­al­päd­ago­gin Car­men Mon­sieur, die den Ju­gend­li­chen al­ler­dings nicht nur Mög­lich­kei­ten der Frei­zeit­ge­stal­tung bie­ten, son­dern auch An­sprech­part­ne­rin bei Sor­gen, Ängs­ten und an­de­ren Pro­ble­men sein will.

Der Bus wird ab nächs­ter Wo­che im­mer mon­tags in Hois­ten, diens­tags in Ro­sel­len und don­ners­tags in Ue­des­heim Sta­ti­on ma­chen. An­ge­steu­ert wer­den stets die Kir­mes­plät­ze; vor Ort ist der Bus je­weils vier St­un­den. „Wir hof­fen, dass sich das An­ge­bot schnell her­um­spricht und dass vie­le Ju­gend­li­che den Bus be- su­chen“, sagt Car­men Mon­sieur, die ge­ra­de noch da­bei ist, ih­ren Lkw-Füh­rer­schein zu ma­chen, mit dem sie spä­ter auch den Bus len­ken darf. In der Über­gangs­zeit sol­len Tech­ni­ker der Le­bens­hil­fe und Eh­ren­amt­ler den Bus über die Stra­ßen ma­nö­vrie­ren. Die Tech­ni­ker hat­ten in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten viel Zeit in den In­nen­aus­bau des Bus­ses ge­steckt, der jetzt über je­de Men­ge Stau­raum und ei­ne Spü­le ver­fügt. Au­ßer­dem gibt es räum­li­che Tren­nun­gen – Ju­gend­li­che kön­nen mit So­zi­al­päd­ago­gin Car­men Mon­sieur auch un­ter vier Au­gen spre­chen.

An­ge­sto­ßen wor­den war das Pro­jekt be­reits vor ei­ni­ger Zeit im Ju­gend­hil­fe­aus­schuss der Stadt. „Wir hat­ten uns als Trä­ger für das Pro­jekt be­wor­ben“, be­rich­tet Win­fried Jan­ßen, der als Ge­schäfts­füh­rer mit an der Spit­ze der ge­mein­nüt­zi­gen Ge­sell­schaft Le­bens­hil­fe steht. Ei­ne Fach­ar­beits­grup­pe hat­te schließ­lich ge­nau dar­über be­ra­ten, an wel­chen Or­ten der neue Ju­gend­bus ein­ge­setzt wer­den soll. Nach Aus­kunft von Win­fried Jan­ßen sei auch an­ge­dacht, den Bus dem­nächst im Stadt­teil Holz­heim so­wie am Rhein­park­cen­ter hal­ten zu las­sen; zu­nächst will der Trä­ger aber in Hois­ten, Ro­sel­len und Ue­des­heim Er­fah­run­gen sam­meln. Die wei­te­re Fi­nan­zie­rung des Pro­jekts sol­len Stadt und Le­bens­hil­fe ge­mein­sam si­chern.

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