Ein Zeug­nis christ­li­chen Glau­bens

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KIRCHLICHE NACHRICHTEN -

Im 2. Jahr­hun­dert ver­brei­te­te sich der christ­li­che Glau­ben in al­len Be­völ­ke­rungs­schich­ten des Rö­mi­schen Rei­ches. Über Süd­frank­reich und Gal­li­en ge­lang­te das Chris­ten­tum En­de des drit­ten Jahr­hun­derts auch in das Rhein­land, wo vor al­lem die Men­schen in den Städ­ten zu An­hän­gern des neu­en Glau­bens wur­den. Be­reits 313 ist in Köln erst­mals ein Bi­schof über­lie­fert: Der hei­li­ge Ma­ter­nus nahm an den Kon­zi­li­en in Rom und Ar­les teil und soll­te am Nie­der­rhein mög­li­cher­wei­se als Mis­si­ons­bi­schof wir­ken.

Aber nicht nur aus Köln, son­dern auch aus Neuss stammt ein frü­hes Zeug­nis des christ­li­chen Glau­bens im Rhein­land: Als der Gärt­ner Ja­cob Gief­feler am 12. März 1847 auf sei­nem Grund­stück ne­ben dem „Güt­chen“, ei­nem land­wirt­schaft­li­chen An­we­sen auf dem Ge­län­de des heu­ti­gen Jo­sefskran­ken­hau­ses vor dem Neus­ser Ober­tor, ei­ne Gru­be aus­schach­te­te, stieß er auf ei­nen spät­rö­mi­schen St­eins­ar­ko­phag. In ihm war ei­ne Frau zu­sam­men mit meh­re­ren Glas­ge­fä­ßen, ei­nem Me­tall­spie­gel und ver­schie­de­nen Ton­ge­fä­ßen be­stat­tet. Zu den Gr­ab­bei­ga­ben zähl­ten auch vier Glas­plat­ten, die ur­sprüng­lich Teil ei­nes 15,7 mal 7,9 Zen­ti­me­ter gro­ßen Käst­chens wa­ren. In die trans­pa­ren­ten Glas­schei­ben wa­ren dün­ne Gold­fo­li­en ein­ge- schmol­zen, in die Darstel­lun­gen der Hei­li­gen Six­tus und Hip­po­ly­tus und des von Schwä­ren be­deck­ten Hi­ob so­wie des Qu­ell­wun­ders Pe­tri ge­ritzt wa­ren. Zwei­fel­los hat­te es sich bei der reich Be­stat­te­ten um ei­ne frü­he Christin ge­han­delt.

Heu­te ist von den Glas­plat­ten le­dig­lich ei­ne da­mals an­ge­fer­tig­te Skiz­ze er­hal­ten, die ei­ne gro­be Vor­stel­lung von den Hei­li­gen­dar­stel­lun­gen gibt. CSM

FO­TO: CLE­MENS SELS MU­SE­UM

Die Skiz­zen er­in­nern an ein frü­hes Zeug­nis christ­li­chen Glau­bens in Neuss, das 1847 von ei­nem Gärt­ner ge­fun­den wor­den ist.

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