Die „Ras­sen­ge­set­ze“von Nürn­berg

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - UNTERHALTUNG -

Das Ge­setz soll­te dem „Schutz des deut­schen Blu­tes und der deut­schen Eh­re“die­nen, so be­haup­te­ten es die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten. Tat­säch­lich wa­ren die Ge­set­ze, die am Abend des 15. Sep­tem­ber 1935 in Nürn­berg ver­ab­schie­det wur­den, nur die Le­ga­li­sie­rung des na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen An­ti­se­mi­tis­mus und wur­den zur Grund­la­ge der Ver­fol­gung von Ju­den. Das so ge­nann­te „Blut­schutz­ge­setz“war vom ei­gens nach Nürn­berg ge­ru­fe­nen Reichs­tag eben­so an­ge­nom­men wor­den wie das „Reichs­bür­ger­ge­setz“. Das „Blut­schutz­ge­setz“ver­bot die Ehe zwi­schen Ju­den und Nicht­ju­den, be­ste­hen­de Ehen soll­ten für nich­tig er­klärt wer­den. Au­ßer­dem durf­ten Ju­den kei­ne nicht­jü­di­schen Frau­en un­ter 45 Jah­ren als Hau­s­an­ge­stell­te be­schäf­ti­gen. Un­ter­stellt wur­de da­mit, dass ei­ne jun­ge Frau als An­ge­stell­te im Haus ei­nes Ju­den nicht vor Über­grif­fen si­cher war. Wer Ju­de war und wer nicht, de­fi­nier­ten die Na­zis selbst, un­ter an­de­rem im „Reichs­bür­ger­ge­setz“. Men­schen jü­di­schen Glau­bens gal­ten nicht als „Reichs­bür­ger“und durf­ten we­der wäh­len noch ein öf­fent­li­ches Amt be­klei­den, Be­am­te muss­ten in Ru­he­stand ge­hen. Die „Nürn­ber­ger Ras­sen­ge­set­ze“blie­ben ein Jahr­zehnt lang in Kraft. 1945, genau zehn Jah­re und fünf Tage nach ih­rer Ver­kün­dung, hob das vom Al­li­ier­ten Kon­troll­rat er­las­se­ne Kon­troll­rats­ge­setz die­se und an­de­re Ge­set­ze der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten auf.

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