Spit­zen­kan­di­da­ten und Er­geb­nis­se der Bay­ern-SPD

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - VORDERSEITE -

schuld an al­lem? Oder liegt es viel­leicht auch an Koh­nen selbst? Die Ant­wor­ten sind ir­gend­wo in ei­ner Mi­schung all des­sen zu fin­den.

Denn na­tür­lich hat die teils schwer ver­mit­tel­ba­re Bun­des­po­li­tik ih­ren An­teil an Koh­nens dro­hen­dem Un­ter­gang. Per qua­si öf­fent­li­chem Brief be­gehr­te Koh­nen ge­gen die Zu­stim­mung von Par­tei­che­fin Andrea Nah­les zur ge­plan­ten Be­för­de­rung von Ver­fas­sung­schutz­chef Hans-Ge­org Maa­ßen zum Staats­se­kre­tär in Horst See­ho­fers In­nen­mi­nis­te­ri­um auf. Nah­les muss­te zu­rück­ru­dern und Feh­ler ein­räu­men, doch die Image­ka­ta­stro­phe war da. Die Kor­rek­tur konn­te das Bild ei­ner selbst­ge­rech­ten Po­li­ti­ker­kas­te oh­ne Draht zum Wäh­ler nicht mehr aus­ra­die­ren.

Und über­haupt ging schon bei der Kehrt­wen­de der SPD und ih­rem Ein­tritt in die zu­vor ei­gent­lich aus­ge­schlos­se­ne gro­ße Ko­ali­ti­on viel Ver­trau­en ver­lo­ren. Genau zu der Zeit wur­de Koh­nen ins Prä­si­di­um ih­rer Par­tei ge­wählt. Sie trug die teils schwie­ri­ge Ar­gu­men­ta­ti­on für ein wei­te­res Bünd­nis mit der Uni­on mit. Ein Fan war sie je­doch nie.

Hin­zu kommt ein struk­tu­rel­les Pro­blem der Ge­nos­sen in Bay­ern. Meist lie­gen ih­re Zu­stim­mungs­wer­te rund zehn Punk­te hin­ter dem Bun­des­trend, wo an­ge­sichts der der­zeit aus­ge­ge­be­nen 15 Pro­zent eben­falls Alarm­stu­fe Rot herrscht. Ab­ge­se­hen von den baye­ri­schen Me­tro­po­len, die fast aus­schließ­lich von So­zi­al­de­mo­kra­ten re­giert wer­den, kann die SPD in Bay­ern schon seit Lan­gem nicht mehr auf Er­fol­ge zu­rück­schau­en.

Die Kan­di­da­tin Koh­nen trägt da­für auch Ver­ant­wor­tung. Sie gilt als eher still, be­däch­tig, freund­lich, ab­wä­gend – bö­se Zun­gen wür­den harm­los sa­gen. Und das mit ei­ner pol­tern­den CSU und ei­nem stets breit­bei­nig auf­tre­ten­den Mar­kus Sö­der vor der Na­se. Ge­ra­de des­we­gen setz­ten Koh­nens Wahl­kampf­stra­te­gen auf ei­nen Ge­gen­ent­wurf und lie­ßen Be­grif­fe wie „An­stand“mit ei­nem Fo­to der 50-Jäh­ri­gen pla­ka­tie­ren. Doch auch in Ber­lin wur­de es scharf kri­ti­siert, dass Koh­nen die Chan­ce nicht nutz­te, die CSU im Som­mer vor sich her­zu­trei­ben, als die sich in dem weit­hin als ab­surd wahr­ge­nom­me­nen Asyl­streit ver­rann­te. Es wä­re ei­ne Ge­le­gen­heit für die SPD ge­we­sen, in die Of­fen­si­ve zu kom­men. Koh­nen, so heißt

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