Farc

KO­LUM­BI­EN 50,21 Pro­zent stim­men ge­gen Ab­kom­men mit Farc

Nordwest-Zeitung - - NACHRICHTEN - VON RO­D­RI­GO RUIZ TOVAR UND DE­NIS DÜTTMANN

Die „Re­vo­lu­tio­nä­ren Streit­kräf­te Ko­lum­bi­ens“(Farc) sind die größ­te und äl­tes­te Gue­ril­la­or­ga­ni­sa­ti­on Latein­ame­ri­kas, der Kon­flikt be­gann 1964. Mit der Par­tei Unión Pa­trió­ti­ca (UP) ver­such­ten die Farc ab 1984, in die Po­li­tik ein­zu­stei­gen. Rech­te Pa­ra­mi­li­tärs tö­te­ten dar­auf­hin Tau­sen­de An­hän­ger und Po­li­ti­ker der UP – das ver­schärf­te wie­der den Kampf. Zu­letzt wa­ren noch rund 8000 Kämp­fer un­ter Waf­fen.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren er­lit­ten die Re­bel­len emp­find­li­che mi­li­tä­ri­sche Rück­schlä­ge. Die Farc fi­nan­zier­ten sich zu­letzt durch Dro­gen­han­del, il­le­ga­len Berg­bau, Schutz­gel­der und Ent­füh­run­gen. Ei­nes der pro­mi­nen­tes­ten Op­fer war die Ex-Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin In­grid Be­tan­court.

BO­GO­TÁ – Völ­lig über­ra­schend ha­ben die Ko­lum­bia­ner das his­to­ri­sche Frie­dens­ab­kom­men zwi­schen der Re­gie­rung und der lin­ken Gue­ril­la­or­ga­ni­sa­ti­on Farc ab­ge­lehnt. Bei der Volks­ab­stim­mung am Sonn­tag stimm­ten 50,21 Pro­zent ge­gen den Ver­trag, teil­te die Wahl­be­hör­de mit. 49,78 Pro­zent vo­tier­ten für das Ab­kom­men. Al­le Um­fra­gen wa­ren von ei­ner Be­stä­ti­gung des Ab­kom­mens aus­ge­gan­gen.

Der Frie­dens­ver­trag soll­te den äl­tes­ten be­waff­ne­ten Kon­flikt Latein­ame­ri­kas mit mehr als 220000 To­ten und über fünf Mil­lio­nen Ver­trie­be­nen bei­le­gen. Wie es nun wei­ter­geht, ist völ­lig un­klar. Die Re­gie­rung und die lin­ken Farc-Re­bel­len hat­ten den Ver­trag nach knapp vier­jäh­ri­gen Ver­hand­lun­gen vor ei­ner Wo­che un­ter­zeich­net.

Trotz der Ab­leh­nung ge­hen die Re­bel­len un­ter­des­sen da­von aus, dass der Frie­dens­ver­trag wie ge­plant um­ge­setzt wer­den kann. Der obers­te Farc-Kom­man­deur Ti­mo­chen­ko sag­te am Mon­tag, die Re­fe­ren­dums­nie­der­la­ge ha­be „kei­ne recht­li­chen Aus­wir­kun­gen jeg­li­cher Art“.

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