El­tern­geld und Ehe­schei­dung

Zah­lun­gen sind in der Steu­er­er­klä­rung an­zu­ge­ben

Nordwest-Zeitung - - 45 -

El­tern­geld

Bis zu 1800 Eu­ro im Mo­nat kön­nen El­tern nach der Ge­burt ih­rer Kin­der er­hal­ten. Durch das neue El­tern­geld Plus pro­fi­tie­ren mehr El­tern mit Teil­zeit­job. Die­se neue Leis­tung gibt es aber nur für Kin­der, die seit dem 1. Ju­li 2015 ge­bo­ren wur­den. Sie ist vor al­lemd­ann at­trak­tiv, wenn El­tern früh­zei­tig mit ei­nem Teil­zeit­job ins Be­rufs­le­ben zu­rück­keh­ren wol­len. Mög­lich ist auch, bei­de Leis­tun­gen zu kom­bi­nie­ren. Bit­te den­ken Sie dar­an: El­tern­geld und El­tern­geld Plus sind zwar steu­er­frei, den­noch müs­sen Sie die Zah­lun­gen in der Steu­er­er­klä­rung an­ge­ben. Des­halb kann sich Ihr Ein­kom­men­steu­er­satz er­hö­hen. Mut­ter oder Va­ter er­hal­ten zwi­schen 300 und 1800 Eu­ro El­tern­geld im Mo­nat. Ma­xi­mal 14 Mo­na­te lang. Das soll das Ein­kom­men er­set­zen, das ihnen nach der Ge­burt des Kin­des ent­geht. Wie viel Geld drin ist, wenn das Ba­by da ist, rich­tet sich nach der Hö­he des Ver­diens­tes vor der Ge­burt. Wer oh­ne Ar­beit ist, er­hält mo­nat­lich 300 Eu­ro als So­ckel­be­trag. Wer zum Bei­spiel 1240 Eu­ro Net­to­ein­kom­men hat, er­hält 65 Pro­zent (806 Eu­ro) da­von mo­nat­lich als El­tern­geld. Ent­schei­den sich Paa­re für das El­tern­geld Plus, kön­nen sie au­ßer­dem von ei­nem Part­ner­schafts­bo­nus pro­fi­tie­ren. Ar­bei­ten bei­de El­tern­tei­le zeit­gleich nur zwi­schen 25 und 30 St­un­den pro Wo­che, kön­nen sie für ma­xi­mal vier zu­sätz­li­che Mo­na­te El­tern­geld Plus be­kom­men. Sie kön­nen al­so ins­ge­samt für bis zu 28 Mo­na­te Leis­tun­gen be­zie­hen. Es er­ge­ben sich ei­ni­ge Kom­bi­na­ti­ons­mög­lich­kei­ten um das El­tern­geld dem Be­darf des Haus­halts an­zu­pas­sen. Zu­stän­dig für die Be­ar­bei­tung des An­trags ist Ih­re kom­mu­na­le Ver­wal­tung Vorort. Al­so das Rat­haus Ih­rer Ge­mein­de oder die Stadt­ver­wal­tung. Fa­zit: In­for­mie­ren Sie sich recht­zei­tig, wenn Sie Nach­wuchs er­war­ten und das El­ter­geld be­an­tra­gen möch­ten.

Ehe­schei­dung

„Bis das der Tod uns schei­det“. Sol­che Ver­spre­chen wer­den täg­lich vor Stan­des­äm­tern bun­des­weit ge­gen­sei­tig ge­ge­ben. Wel­chen Wert sol­che Ver­spre­chen ein­mal ha­ben dürf­ten, er­fah­ren vie­le Ehe­paa­re ei­ni­ge Jah­re spä­ter. Zu­min­dest bei der Abrech­nung mit dem Fi­nanz­amt spielt der Fa­mi­li­en­stand ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Nicht im­mer zahlt sich ei­ne Hei­rat bei der Jah­res­ab­rech­nung aus. Frisch ver­mähl­te Ehe- und ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner­schaf­ten kön­nen ab dem Jahr der Hei­rat je­des Jahr neu ent­schei­den, ob je­der ei­ne ei­ge­ne Steu­er­er­klä­rung ab­gibt oder sie bei­de zu­sam­men ei­ne ge­mein­sa­me ein­rei­chen. Geht die Ehe aus­ein­an­der, wird sich steu­er­lich ei­ni­ges än­dern. Zu al­ler erst wer­den die Steu­er­klas­sen wie­der ge­än­dert. Und nach der Schei­dung fal­len wohl­mög­lich Un­ter­halts­zah­lun­gen an. Es kön­nen bis zu 13 805 Eu­ro Un­ter­halt als Son­der­aus­ga­ben für 2015 ab­ge­setzt wer­den. Zu­dem rech­nen sie zu­sätz­lich für den Ex über­nom­me­ne Ba­sis­kran­ken- und Pfle­ge­ver­si- che­rungs­bei­trä­ge ab. TIPP: Mit der Steu­er­er­klä­rung müs­sen Sie die An­la­ge U beim Fi­nanz­amt ein­rei­chen. Dar­auf muss der Ex­part­ner er­klä­ren, dass er den Un­ter­halt ver­steu­ert. Er darf die Zu­stim­mung nicht ver­wei­gern, wenn Sie die Nach­tei­le aus­glei­chen oder er kei­ne hat. Neu­er­dings ha­ben zu­min­dest Ex­part­ner ei­nen Steu­er­vor­teil: Müs­sen sie nach der Schei­dung als Ver­sor­gungs­aus­gleich Aus­gleichs- oder Auf­fül­lungs­zah­lun­gen an den Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger für den Ex­part­ner leis­ten, kön­nen sie den Be­trag seit 2015 als Son­der­aus­ga­ben ab­set­zen. Be­din­gung ist da­für: Der Emp­fän­ger muss den Be­trag im Ge­gen­zug als sons­ti­ge Ein­künf­te ver­steu­ern. Fa­zit: Bit­te den­ken Sie dar­an, es gibt vie­le steu­er- Jens Büs­sel­mann, 1. Vor­sit­zen­der Deut­sches Ar­beit­neh­mer Steu­er­bü­ro e.V. – Lohn­steu­er­hil­fe­ver­ein.

li­che Hür­den bei ei­ner Schei­dung die Sie ent­spre­chend steu­er­lich be­rück­sich­ti­gen mö­gen.

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