Kri­tik an feh­len­der Pl­an­bar­keit

Neu­er Kom­man­dant auf der „Frankfurt am Main“of­fi­zi­ell be­grüßt

Nordwest-Zeitung - - IM NORDWESTEN - VON MICHA­EL HA­LA­MA

Zwei Jah­re führ­te Andre­as Schme­kel den Ein­satz­grup­pen­ver­sor­ger. Jetzt über­nimmt Cars­ten Kau­ke den Chef­pos­ten.

WIL­HELMS­HA­VEN – Ein­mal mehr hat ein Kom­man­dant schar­fe Kri­tik an aus­ufernd lan­gen Werft­lie­ge­zei­ten für die Ein­hei­ten ge­übt. Sie mach­ten je­de Pl­an­bar­keit für die Sol­da­ten zu­nich­te. Auf der „Frankfurt am Main“sprach der schei­den­de Kom­man­dant Andre­as Schme­kel ges­tern von „Lei­dens­fä­hig­keit“sei­ner Be­sat­zung. „Das al­les war nur we­gen un­se­res ge­mein­sa­men Ziels zu er­tra­gen: wir woll­ten wie­der mit ei­nem ein­satz­kla­ren Schiff zur See fah­ren.“

Nach ei­nem an­schlie­ßen­den sport­lich kur­zen Ein­satz­aus­bil­dungs­pro­gramm be­währ­te sich die Be­sat­zung des 20 000-Ton­nen-Ein­satz­grup­pen­ver­sor­gers im ers­ten Halb­jahr 2016 beim Ein­satz „So­phia“im Mit­tel­meer. Ins­ge­samt ret­te­te die „Frankfurt“in die­ser Zeit 4430 Menschen aus See­not, an ei­nem Tag im Ju­ni wa­ren es al­lein 1286. „Die­ser Ein­satz war ei­ne Mi­schung aus War­ten und höchs­ter An­span­nung“, sag­te Schme­kel in sei­ner Ab­schieds­re­de. Er dank­te sei­ner Be­sat­zung für das Ver­trau­en und ih­re Mit­ar­beit – sie ha­be stets die Haupt­last der er­folg­rei­chen Auf­trags­er­fül­lung ge­tra­gen.

Zum Kom­man­do­wech­sel bei schnei­dend kal­tem Wind war ei­ne gro­ße De­le­ga­ti­on aus der Pa­ten­stadt Frankfurt am Main an­ge­reist, an­ge­führt vom Stadt­ver­ord­ne­ten­vor­ste­her Ste­phan Sieg­ler. Ein Zei­chen der en­gen Ver­bun­den­heit. Wil­helms­ha­ven wur­de von Bür­ger­meis­te­rin Ur­su­la Gla­ser ver­tre­ten.

„Ich muss heu­te ei­nen ver­dien­ten Kom­man­dan­ten ver­ab­schie­den“, sag­te Ka­pi­tän zur See Micha­el Ge­mein, Kom­man­deur des Tross­ge­schwa­ders. Er lob­te: „Das Sie den Ein­satz pünkt­lich an­tre­ten konn­ten, ist das Ver­dienst des Teams Frankfurt am Main. Und Kom­man­dant Andre­as Schme­kel hat als Team­lei­ter die Be­sat­zung auch in schwie­ri­gen Zei­ten mo­ti­viert.“

Die Ret­tung der vie­len Men­schen­le­ben aus See­not im Mit­tel­meer ha­be in ganz Deutsch­land Be­ach­tung und An­er­ken­nung ge­fun­den, so Ge­mein.

Schme­kel wird künf­tig im Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um, Füh­rungs­stab der Streit­kräf­te, im Re­fe­rat Grund­satz Lo­gis­ti­sches Sys­tem der Bun­des­wehr ar­bei­ten.

Sein Nach­fol­ger Cars­ten Kau­ke trat 1992 als Wehr­pflich­ti­ger in die Ma­ri­ne ein. Er war be­reits En­de 2010 als Ers­ter Of­fi­zier an Bord der „Frankfurt“ein­ge­setzt. „Ich freue mich, wie­der auf dem freund­lichs­ten Schiff der Flot­te zu sein.“Gleich am Mon­tag geht es für zwei Wo­chen hin­aus auf See.

BILD: GA­B­RI­EL-JÜR­GENS

Der schei­den­de Al­te der Frankfurt, Fre­gat­ten­ka­pi­tän Andre­as Schme­kel (links), mit dem Kom­man­deur des Tross­ge­schwa­ders, Ka­pi­tän zur See Micha­el Ge­mein, und dem neu­en Al­ten, Fre­gat­ten­ka­pi­tän Cars­ten Kau­ke (rechts).

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