HOFF­NUNG BEI TEN­GEL­MANN

Frist für Lö­sung bei der Le­bens­mit­tel­ket­te ver­län­gert

Nordwest-Zeitung - - WIRTSCHAFT - VON UTA KNAPP

Es bleibt die Hoff­nung auf ei­ne Ei­ni­gung. Aber die Be­schäf­tig­ten ha­ben Angst vor ei­ner Zer­schla­gung.

MÜLHEIM – Fast 16 000 Kai­ser’s Ten­gel­mann-Be­schäf­tig­te zwi­schen Hof­fen und Ban­gen: Kurz vor Ablauf der von Ten­gel­mann-Ei­gen­tü­mer Karl-Eri­van Haub ge­setz­ten Frist für den Streit um die Zu­kunft der Su­per­markt­ket­te ist am Don­ners­tag Be­we­gung in die Aus­ein­an­der­set­zung ge­kom­men. Haub woll­te mit der Zer­schla­gung von Kai­ser’s Ten­gel­mann be­gin­nen, wenn es bis die­sen Frei­tag kei­ne Lö­sung ge­be. Nun ha­ben sich al­le Be­tei­lig­ten auf ei­ne Ver­län­ge­rung bis 17. Ok­to­ber ge­ei­nigt.

So­lan­ge ge­spro­chen wer­de, ge­be es Hoff­nung, zeig­te sich der Ber­li­ner Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de von Kai­ser’s Ten­gel­mann, Vol­ker Boh­ne, bei ei­ner Be­triebs­ver­samm­lung über­zeugt.

Vor zwei Jah­ren hat­te der Han­dels­kon­zern Ten­gel­mann den Ver­kauf der da­mals noch 450 Fi­lia­len an Ede­ka be­kannt­ge­ge­ben. Was folg­te, war nach den Wor­ten von Kai­ser’s Ten­gel­mann-Be­triebs­rat Pe­ter Koh­ne ein „Wech­sel­bad der Ge­füh­le“. Hilf­los muss­ten die Be­schäf­tig­ten ei­nen nicht en­den­den Streit um die Zu­kunft der Ket­te ver­fol­gen.

Vor zwei Wo­chen hat­te Ten­gel­mann-Ei­g­ner Haub der Su­per­markt­ket­te schließ­lich die Gna­den­fris­t­ein­ge­räumt. Die ist nun ver­län­gert. Es bleibt die Hoff­nung auf ei­ne Ei­ni­gung, die ei­ne Lö­sung für den Han­dels­kon­zern Ten­gel­mann er­mög­licht.

Kai­ser’s Ten­gel­mann-Ma­na­ger Rai­mund Lu­ig zeich­ne­te die La­ge in düs­te­ren Far­ben: Ver­lus­te und sin­ken­de Um­sät­ze mach­ten der Ket­te zu schaf­fen. Hintergrund sei der schär­fe­re Wett­be­werb.

Für die Ge­werk­schaft „Ver­di“schlägt Sa­bi­ne Busch kämp­fe­ri­sche Tö­ne an: „Es braucht kein Wun­der, son­dern ei­ne Ent­schlos­sen­heit zur Ei­ni­gung und ein Herz für die fast 16 000 Be­schäf­tig­ten.“„Ver­di“fa­vo­ri­siert ei­ne Kom­plett­über­nah­me.

Gibt es kei­ne Lö­sung, will Haub so­fort mit dem Ein­zel­ver­kauf der Fi­lia­len be­gin­nen.

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