For­sche Tö­ne vom Rück­keh­rer

Il­kay Gün­do­gan will Rol­le von Schwein­stei­ger über­neh­men

Nordwest-Zeitung - - SPORT - VON MAR­CO MA­DER

Der 25-Jäh­ri­ge hat­te lan­ge ge­fehlt. Für die Par­ti­en ge­gen Tsche­chi­en und Nord­ir­land hat er sich viel vor­ge­nom­men.

HAM­BURG – Il­kay Gün­do­gan zupf­te sich im­mer mal am rech­ten Ohr, doch die­ser leich­te An­flug von Ver­le­gen­heit täusch­te nicht über den Ge­samt­ein­druck hin­weg: Der En­g­land-Le­gio­när fühlt sich nach sei­ner Rück­kehr in die deut­sche Na­tio­nal­mann­schaft im Krei­se der Welt­meis­ter gleich wie­der pu­del­wohl.

„Es ist ex­trem schön, wie­der da­bei zu sein“, sag­te Gün­do­gan am Don­ners­tag nach sei­nem ers­ten Trai­ning in DFB-Kluft seit fast ei­nem Jahr. Die­se, wie auch ei­ni­ge wei­te­re Ant­wor­ten, un­ter­mal­te er mit ei­nem Lä­cheln.

Nur, als er auf sei­ne lan­ge Lei­dens­zeit an­ge­spro­chen wur­de, ver­dun­kel­te sich sein Ge­sicht et­was. „Wenn man so lan­ge raus war, stellt man sich selbst die Fra­ge, ob man noch mal 100 Pro­zent auf so ei­nem Ni­veau er­reicht“, sag­te Gün­do­gan in Ham­burg in der Nie­der­las­sung ei­nes DFB-Spon­sors. „Aber“, so be­ton­te er, „ich ha­be nie mei­nen Mut ver­lo­ren“.

Und so hat er sich nach zwei lang­wie­ri­gen Ver­let­zun­gen an Rü­cken und Knie, die ihn um den WM-Tri­umph 2014 und die EM-Teil­nah­me 2016 ge­bracht hat­ten, wie­der her­an­ge­kämpft. Erst in Dortmund, dann bei sei­nem neu­en Club Man­ches­ter Ci­ty, jetzt beim Deut­schen Fuß­ball-Bund (DFB). Dort, das mach­te Gün­do­gan deut­lich, will er in gro­ße Fuß­stap­fen tre­ten. Das Er­be des ab­ge­tre­te­nen Bastian Schwein­stei­ger traue er sich zu, sag­te er, und füg­te an: „Ich will mein Spiel durch­zie­hen, das nicht un­be­dingt das von Bastian ist.“Ge­nau dar­auf setzt auch der Bun­des­trai­ner. Gün­do­gans Come­back be­deu­te „noch­mal ei­ne Qua­li­täts­stei­ge­rung“für die Mann­schaft, sag­te Joa­chim Löw in Ham­burg, und lob­te „Tech­nik, Über­sicht, Spiel­in­tel­li­genz und Krea­ti­vi­tät“des Mit­tel­feld­spie­lers: „Er wird ein be­le­ben­des Ele­ment sein.“Zu­mal Gün­do­gan die Er­käl­tung, die sei­ne Teil­nah­me am ers­ten Trai­ning am Mitt­woch­abend ver­hin­dert hat­te, über­wun­den hat. Mög­li­chen Ein­sät­zen in den WM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spie­len an die­sem Sams­tag (20.45 Uhr/RTL) in Ham­burg ge­gen Tsche­chi­en und am Di­ens­tag, 11. Ok­to­ber (20.45 Uhr/RTL), in Han­no­ver ge­gen Nord­ir­land steht da­mit nichts im We­ge. Auf Gün­do­gans Po­si­ti­on in der de­fen­si­ven Schalt­zen­tra­le ist nur To­ni Kroos ge­setzt, Sa­mi Khe­di­ra gilt da­ne­ben als ers­ter An­wär­ter auf die zwei­te Plan­stel­le. Ein Gün­do­gan in Best­form darf sich je­doch nicht erst nach Löws Elo­ge Hoff­nung ma­chen, auf Sicht zum fes­ten Kroos-Part­ner zu wer­den. Auch, weil er mit 25 Jah­ren jün­ger ist als Khe­di­ra (29).

DPA-BILD: GAM­BA­RI­NI

Zu­rück im Na­tio­nal­team: Il­kay Gün­do­gan (Bild von Sep­tem­ber 2015)

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.