Sehr vie­le Asyl­be­wer­ber auf Job­su­che

STA­TIS­TIK Ol­den­burg beim Ar­beits­lo­sen-An­teil auf Platz 9 – Agen­tur: Grund ist schnel­le­res Netz­werk

Nordwest-Zeitung - - OLDENBURG - VON SA­BI­NE SCHI­CKE UND KARS­TEN RÖHR

Die Agen­tur für Ar­beit hat ei­ne neue Sta­tis­tik ver­öf­fent­licht. Die Stadt liegt da­rin weit vorn.

OL­DEN­BURG – Die Stadt Ol­den­burg ran­giert in ei­ner Sta­tis­tik der Bun­des­agen­tur für Ar­beit auf Platz 9, in der die Zahl von Ar­beit su­chen­den Asyl­be­wer­bern ins Ver­hält­nis zu den Ein­woh­nern ge­setzt wird.

Wo ran­gie­ren an­de­re Kom­mu­nen ?

Bei den 120 be­wer­te­ten Kom­mu­nen bringt es Ol­den­burg nach Salz­git­ter, Schwe­rin, Saar­brü­cken, Kiel, Es­sen, Hal­le, Bre­men und Schwein­furt mit ei­nem Wert von 1,201 Pro­zent auf die­sen vor­de­ren Platz. Wil­helms­ha­ven lan­det mit 0,771 Pro­zent auf Platz 55, Cloppenburg mit ei­nem Wert von 0,573 Pro­zent auf Rang 109. Ber­lin steht mit 0,569 Pro­zent auf dem 112. Platz.

War­um ran­giert die Stadt so­weit vorn ?

Kris­t­jan Mes­sing, Be­reichs­lei­ter bei der Agen­tur für Ar­beit in Ol­den­burg, geht da­von aus, dass das an ei­nem be­son­ders gut aus­ge­präg­ten Netz­werk in Ol­den­burg liegt. „Wir ha­ben ja ein In­ter­es­se dar­an, dass sich Menschen mit Flucht­hin­ter­grund mög­lichst früh bei uns mel­den, da­mit wir de­ren Fä­hig­kei­ten und Kennt­nis­se ken­nen­ler­nen und für Un­ter­stüt­zung sor­gen kön­nen.“

Das sei häu­fig auch schon wäh­rend der An­trag­stel­lung der Fall. So ha­be die Agen­tur seit Mit­te 2015 zwei zu­sätz­li­che Mit­ar­bei­ter nur für die­sen Be­reich ein­ge­setzt. Auch Ein­rich­tun­gen wie der Flücht­lings­hil­fe­ver­ein „Pro con­nect“ver­mit­tel­ten ei­nen schnel­len Kon­takt zur Agen­tur.

Wer­den Ays­l­be­wer­ber schnel­ler ver­mit­telt ?

Pau­schal­ver­mu­tun­gen, dass Aus­län­der deut­schen Ar­beits­su­chen­den ei­nen Ar­beits­platz strei­tig ma­chen könn­ten, sind aus Sicht von Kris­t­jan Mes­sing un­be­grün­det. Es gilt aber: Flücht­lin­ge dür­fen nach dem drit­ten Mo­nat in Deutsch­land auf dem Ar­beits­markt ak­tiv wer­den, auch wenn sie noch nicht an­er­kannt sind. Die Vor­rang­prü­fung für Deut­sche oder EU­Aus­län­der hat Nie­der­sach­sen für drei Jah­re aus­ge­setzt. Die ak­tu­el­len Zah­len des Ar­beits­markts ge­ben das nach Beur­tei­lung von Mes­sing her. „Wir ha­ben ja vie­le of­fe­ne Stel­len“, sagt er. Im Hand­werk et­wa wür­den drin­gend Aus­zu­bil­den­de ge­sucht. Er geht al­ler­dings auch da­von aus, dass die Qua­li­fi­zie­rung und die In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge ei­ne Auf­ga­be für ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum wird.

Wie se­hen die ge­nau­en Zah­len aus ?

Un­ter den 6618 KernAr­beits­lo­sen (Menschen oh­ne Ar­beit und auch nicht in Be­schäf­ti­gungs­maß­nah­men) in Ol­den­burg be­fin­den sich der­zeit 1352 Aus­län­der – 8,2 Pro­zent mehr als im Vor­jahr, dar­un­ter 380 Ar­beit­su­chen­de aus Flücht­lings­re­gio­nen.

Un­ter den zu­sätz­li­chen 2521 Menschen in der Stadt, die eben­falls kei­ne Ar­beit ha­ben, sich aber in Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men be­fin­den (651 mehr als im Vor­jahr), kom­men 913 aus Län­dern wie dem Irak und Sy­ri­en. Für ih­re För­de­rung wer­den Zu­sat­zTöp­fe ein­ge­rich­tet.

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