Ei­ne hal­be Mil­li­on Be­su­cher auf dem Kramer­markt

Fast 75 wild ge­park­te Fahr­zeu­ge ab­ge­schleppt – Nach Mit­ter­nacht neh­men Schlä­ge­rei­en zu

Nordwest-Zeitung - - OLDENBURG - VON MARC GESCHONKE

OL­DEN­BURG – Dass die Vor­jah­res­zah­len – da ver­folg­ten rund 1,5 Mil­lio­nen Menschen das Kramer­markt­spek­ta­kel – auch 2016 er­reicht wer­den, ist an­ge­sichts ak­tu­el­ler Schät­zun­gen eher un­wahr­schein­lich. Im­mer­hin: Laut Po­li­zei ka­men bis­lang rund 565 000 Be­su­cher (Stärks­ter Tag war der Sams­tag mit ge­schätz­ten 120000 Gäs­ten) auf das Fest­ge­län­de vor den We­ser-Ems-Hal­len.

Ent­spre­chend fällt die Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­tik für die­se ers­ten sechs Fest-Tage ver­gleichs­wei­se nied­rig aus: Zwi­schen Kramer­markt-Er­öff­nung am Frei­tag und Mitt­woch zähl­te die Po­li­zei le­dig­lich ein Raub­de­likt, ei­ne Sach­be­schä­di­gung, 29 Dieb­stäh­le (dar­un­ter auch ab­ge­stell­te Fahr­rä­der und Ein­brü­che in Fahr­zeu­ge), vier ge­fähr­li­che und 21 ein­fa­che Kör­per­ver­let­zun­gen. Letz­te­re wur­den vor al­lem nach Mit­ter­nacht an­ge­zeigt – dann al­so, wenn par­al­lel zum Al­ko­hol­pe­gel auch die Ag­gres­si­vi­tät steigt.

Vor­sorg­lich hat­te die Po­li­zei aber die Zahl ih­rer Ein­satz­kräf­te in Uni­form und zi­vil zum Kramer­markt auf­ge­stockt. Auch das wirkt sich nun of­fen­bar po­si­tiv auf die Fall­zah­len aus: Zahl­rei­che Per­so­nen wur­den kon­trol­liert, auch die Ju­gend­schutz­kon­trol­len mit ent­spre­chen­dem Er­folg in­ten­si­viert.

Über­dies: Ei­ne Hand­voll zwi­schen­zeit­lich „ver­schwun­de­ner“Kin­der konn­te rasch ge­fun­den, die Fa­mi­li­en wie­der zu­sam­men­ge­führt wer­den. Das galt auch für Au­to­fah­rer und ihr wild wie rund ums Ge­län­de ge­park­tes Hab und Gut: 75 Fahr­zeu­ge muss­ten schließ­lich bis­lang ab­ge­schleppt wer­den – und das, ob­wohl die meis­ten be­wirt­schaf­te­ten Park­plät­ze nur zwi­schen 50 und 90 Pro­zent aus­ge­las­tet wa­ren.

Beim Fa­mi­li­en­tag ging es rund. Be­su­cher al­ler Al­ters­klas­sen ge­nos­sen das rie­si­ge An­ge­bot des XXLKramer­mark­tes.

OL­DEN­BURG – Men­schen­men­gen be­we­gen sich mal lang­sam, mal schnell durch die hel­len, blin­ken­den Gas­sen – der Duft ge­brann­ter Man­deln liegt in der Luft. Zwi­schen Stim­men­ge­wirr und Mu­sik dringt ab und an ein Krei­schen ins Ohr – mal freu­dig, mal eher ängst­lich.

Es ist Fa­mi­li­en­tag und vie­le Ol­den­bur­ger und Gäs­te aus der Re­gi­on stat­ten ih­rem Kramer­markt ei­nen Be­such ab. Läuft man durch die Men­ge und fragt, was Menschen hier am bes­ten ge­fällt, fällt auf, dass der Kramer­markt viel zu bie­ten hat und das An­ge­bot gut an­ge­nom­men wird. Lieb­lings­fahr­ge­schäf­te sind so in­di­vi­du­ell wie ku­li­na­ri­sche Vor­lie­ben.

Ei­nes steht fest: Hun­gern muss beim Kramer­markt kei­ner. Zahl­rei­che An­ge­bo­te – dar­un­ter Crê­pes, Piz­za, Wurst oder Fisch­bröt­chen – be­kämp­fen knur­ren­de Mä­gen.

Na­tür­lich ist auch für Nasch­kat­zen ge­sorgt: Hier ist al­les ge­bo­ten, was Herz und Gau­men­knos­pen be­geh­ren. Wie in je­dem Jahr sind ge­brann­te Man­deln in vie­len un­ter­schied­li­chen Va­ria­tio­nen hoch im Kurs. Am be­lieb­tes­ten sind und blei­ben die klas­si­schen mit Zu­cker­krus­te. Doch schaf­fen es auch Krea­tio­nen wie Bai­leys- oder Nu­tel­la-Man­deln, sich ne­ben dem Platz­hirsch zu eta­blie­ren.

Was na­tür­lich ne­ben ge­brann­ten Man­deln auf dem Kramer­markt nicht feh­len darf, sind Leb­ku­chen­her­zen. Im die­sem Jahr sind ne­ben dem „Kramer­markt Ol­den­burg“-Schrift­zug be­son­ders Her­zen für Ma­ma, Pa­pa, Opa oder Oma be­liebt. Ge­nau pas­send zum Fa­mi­li­en­tag.

Nach­dem der Hun­ger er­folg­reich be­kämpft ist, zei­gen die Kramer­markt­be­su­cher wie­der ein gro­ßes In­ter­es­se an den vie­len, un­ter­schied­li­chen Fahr­ge­schäf­ten. Aber auch hier sieht man, wie un­ter­schied­lich Ge­schmä­cker sind. Ei­ni­ge las­sen sich gern im „Oc­to­pus­sy“, „Top Spin“oder „Je­kyll & Hy­de“durch die Luft schleu­dern. Auch in die Hö­he, je­doch ein we­nig ge­mäch­li­cher, geht es mit dem Ci­ty Sky­liner oder dem Rie­sen­rad, von de­nen ein atem­be­rau­ben­der Blick auf den Markt si­cher ist.

An­de­re blei­ben hin­ge­gen lie­ber auf dem Bo­den. Wie zum Bei­spiel die bei­den Schwes­tern Mai­ke und Mai­ja: Die Mäd­chen ant­wor­ten auf die Fra­ge nach ih­rem Lieb­lings­ge­schäft ein­stim­mig mit ei­nem lau­ten „Au­to­scoo­ter“!

Manch ein Kramer­markt­be­su­cher kommt auch ganz oh­ne Fahr­ge­schäf­te aus und be­gnügt sich da­mit, ein­fach über den Markt zu schlen­dern, die At­mo­sphä­re und das bun­te Trei­ben zu ge­nie­ßen und ge­ge­be­nen­falls ei­ne Klei­nig­keit zu na­schen.

Es wird deut­lich: Auf dem Kramer­markt ist für je­den et­was da­bei. Ob es süß, sau­er, herz­haft, sal­zig, schnell oder lang­sam sein soll. Nicht nur beim Fa­mi­li­en­tag kommt je­der auf sei­ne Kos­ten.

BILD: CHRIS­TI­AN J. AHLERS

Kaum zu brem­sen: Beim Fa­mi­li­en­tag dreh­ten (v.l.) Bar­ba­ra (11) und ih­re Schwes­ter Re­gi­na Mül­ler (19) ein paar Ex­trarun­den im Break Dan­cer.

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