LE­BEN MIT DIA­BE­TES

Prä­ven­ti­on und Fit­ness für Er­krank­te und Ri­si­ko­pa­ti­en­ten

Nordwest-Zeitung - - OLDENBURG - VON AN­NA-LE­NA SACHS

Der Lan­des­apo­the­ker­ver­band und der Be­hin­der­ten-Sport­ver­band Nie­der­sach­sen star­ten ein ge­mein­sa­mes Pro­jekt. Sie un­ter­stüt­zen die Grün­dung von Dia­be­tesS­port­grup­pen.

OL­DEN­BURG – Aus­gie­big tan­zen, Sport­übun­gen oder Trep­pen­stei­gen sind heu­te für die 75jäh­ri­ge Ur­sel Wein­rich kein Pro­blem. Doch das war nicht im­mer so: Durch ei­nen Schlag­an­fall er­krank­te die Ol­den­bur­ge­rin vor ei­ni­gen Jah­ren an Dia­be­tes Typ 2. Erst seit­dem macht sie re­gel­mä­ßig Sport und konn­te die Zu­cker­krank­heit so­mit in den Griff krie­gen.

„Kein Sport trei­ben ist wirk­lich ge­fähr­lich“, so die Vi­ze­prä­si­den­tin des Be­hin­der­ten Sport­ver­bands Nie­der­sach­sen, Dr. Vera Ja­ron. Ge­mein­sam in­for­mier­ten am Don­ners­tag der Lan­des­apo­the­ker­ver­band Nie­der­sach­sen und der Be­hin­der­ten-Sport­ver­band In­ter­es­sier­te durch ei­nen In­for­ma­ti­ons­tag im Fa­mi­la Ein­kaufs­zen­trum Wech­loy über das „Dia­be­tes Pro­gramm Deutsch­land“.

Bei­de Ver­bän­de wol­len Dia­be­ti­ker und Menschen mit er­höh­tem Dia­be­tes-Ri­si­ko mo­ti­vie­ren, sport­lich ak­tiv zu wer­den – und un­ter­stüt­zen da­her die Grün­dung von spe­zi­ell be­treu­ten Sport­grup­pen in Nie­der­sach­sen.

Häu­fig lässt sich ei­ne Dia­be­tes-Typ-2-Er­kran­kung auf Über­ge­wicht zu­rück­füh­ren. Da­her wird das Ein­tritts­al­ter von „Al­ters­dia­be­tes“-Er­krank­ten im­mer nied­ri­ger – die Vi­ze­prä­si­den­tin nennt Über­ge­wicht ein Ge­sell­schafts­pro­blem. „Des­halb müs­sen wir für die Menschen Be­we­gungs­pro­gram­me schaf­fen“, so Ja­ron.

Im Fal­le ei­ner Er­kran­kung kann Sport den Ver­lauf der Krank­heit po­si­tiv be­ein­flus­sen. „Be­we­gung senkt den Blut­zu­cker, weil Glu­ko­se ver­brannt wird.“Das Ziel für Dia­be­ti­ker ist dann, die Blut­zu­cker­wer­te so weit zu sen­ken, dass auf In­su­lin ver­zich­tet wer­den kann. Da­durch kann ein Teu­fels­kreis durch­bro­chen wer­den: In­su­lin macht hung­rig und könn­te ei­ne wei­te­re Ge­wichts­zu­nah­me be­güns­ti­gen.

Sport­li­che Ak­ti­vi­tät kann dann Schlim­me­res ver­hin­dern: Im Ex­trem­fall dro­hen Dia­be­ti­kern schwe­re Fol­ge­schä­den wie Er­blin­den oder Am­pu­ta­tio­nen.

Auch Apo­the­ker ma­chen sich für das „Dia­be­tes Pro­gramm Deutsch­land“stark. „Sie sind oft­mals der ers­te An­sprech­part­ner“, sagt Ge­si­ne Lang­horst vom Lan­des­apo­the­ker­ver­band Nie­der­sach­sen. In den Be­ra­tungs­ge­sprä­chen wei­sen die Apo­the­ker Be­trof­fe­ne dann ge­zielt auf Sport­grup­pen und an­de­re Maß­nah­men hin.

Doch re­gel­mä­ßi­ge Be­we­gung ist nicht nur für Er­krank­te wich­tig, son­dern auch für ge­sun­de Menschen. Um Krank­hei­ten wie Dia­be­tes zu ver­mei­den, emp­fiehlt es sich min­des­tens drei Mal pro Wo­che für 30 Mi­nu­ten Aus­dau­er­sport zu trei­ben. Den po­si­ti­ven Ef­fekt von sport­li­cher Be­tä­ti­gung zei­gen die Blut­zu­cker­wer­te.

Am In­for­ma­ti­ons­stand im Ein­kaufs­zen­trum konn­te die 75-jäh­ri­ge Wein­rich ih­ren Blut­zu­cker vor und nach ei­ner Be­las­tung mes­sen las­sen, um zu se­hen, wie sich Be­we­gung aus­wirkt. Und tat­säch­lich: Vor­her hat­te sie ei­nen Wert von 149 und nach ei­ner 15mi­nü­ti­gen Ein­heit auf dem Fahr­rad ist der Wert auf 120 ge­sun­ken.

Um ei­ne er­neu­te Er­kran­kung zu ver­hin­dern, ist Wein­rich Fit­ness im All­tag sehr wich­tig. Ne­ben der Teil­nah­me am Re­ha-Sport tanzt sie ger­ne und sitzt auch beim Fern­seh­gu­cken nicht ein­fach nur auf der Couch. Sie nutzt die Zeit, um Sport­übun­gen zu ma­chen. „Das ge­hört schon rich­tig da­zu.“

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zum „Dia­be­tes Pro­gramm Deutsch­land“un­ter: P@ www.dia­be­tes-pro­gramm­deutsch­land.de

BILD: AN­NA LE­NA SACHS

Zu­sam­men ge­gen die Zu­cker­krank­heit: Mit­ar­bei­ter des Lan­des­apo­the­ker­ver­ban­des und Be­hin­der­ten-Sport­ver­ban­des mit Ur­sel Wein­rich auf dem Er­go­me­ter

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