Fi­nanz­amt zieht drei Mo­na­te spä­ter um

Ab Ja­nu­ar zwi­schen­zeit­li­che Ver­tei­lung auf ver­schie­de­ne Ge­bäu­de mög­lich – Ab­riss steht fest

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON KARS­TEN RÖHR

Ei­ne Ver­ga­be­be­schwer­de hat­te das Ver­fah­ren ver­zö­gert. Der Be­trieb soll nicht dar­un­ter lei­den.

OL­DEN­BURG – Der Um­zug des Fi­nanz­amts und sei­ner fast 300 Mit­ar­bei­ter in das Quar­tier am Stub­ben­weg ver­zö­gert sich um et­wa drei Mo­na­te. Der Ein­zug wird von Ja­nu­ar auf vor­aus­sicht­lich März 2017 ver­legt. Das kün­dig­te das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um am Don­ners­tag an. Hintergrund war ei­ne Ver­ga­be­be­schwer­de.

Für die Un­ter­brin­gung wird im Stub­ben­weg ein Neu­bau in Sys­tem­bau­wei­se er­rich­tet, weil das Ge­bäu­de in der 91er-Stra­ße so stark ge­schä­digt ist, „dass es ei­ne wirt­schaft­li­che Sa­nie­rung nicht zu­lässt“, so Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher Kai Bern­hardt.

Der Neu­bau soll al­le en­er­ge­ti­schen und bau­li­chen Stan­dards er­fül­len. Mit dem Erd­bau wur­de im Sep­tem­ber be­gon­nen, zur­zeit wird fun­da­men­tiert, gleich­zei­tig wer­den die ein­zel­nen Mo­du­le des Sys­tem­baus im Werk pro­du­ziert. Die End­mon­ta­ge der Mo­du­le vor Ort ist ab En­de Ok­to­ber vor­ge­se­hen. Er­rich­tet wird das Ge­bäu­de von ALHO Sys­tem­bau aus Frie­sen­ha­gen (Freu­den­berg/Sie­gen).

Der Er­werb soll nach bis­he­ri­gen In­for­ma­tio­nen et­wa 15 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten, hin­zu kom­men die Pacht­kos­ten für das Grund­stück. Das Land kön­ne das Ge­bäu­de nach ei­nem mög­li­chen Neu­bau des Fi­nanz­amts – vie­le wür­den sich wün­schen, dass es auf Dau­er am heu­ti­gen In­nen­stadt-Stand­ort wie­der auf­ge­baut wird – dann auf an­de­re Wei­se nut­zen, sag­te Bern­hardt auf Nach­fra­ge.

Der Grund für den neu­en Ter­min „sind Ver­zö­ge­run­gen im Ver­ga­be­ver­fah­ren für die Sys­tem­bau­an­la­ge auf Grund ei­ner Ver­ga­be be­schwer­de “, so der Spre­cher. Ob­wohl„ Bau be­schleu­ni­gungs maß­nah­men“er­grif­fen wor­den sei­en, ste­he nun fest, dass der ur­sprüng­li­che Ter­min nicht ganz ge­hal­ten wer­den kön­ne.

Um jeg­li­che Ge­fahr für die Be­schäf­tig­ten und Be­su­cher des Fi­nanz­amts aus­zu­schlie­ßen, wer­de die Stand­si­cher­heit des 70er-Jah­re-Baus fort­lau­fend über­prüft, sag­te Bern­hardt. „Für den Fall, dass die Stand­si­cher­heit in den kom­men­den Mo­na­ten ent­ge­gen der mo­men­ta­nen Ein­schät­zung gut­ach­ter­lich in Fra­ge ge­stellt wird, wird vor­sorg­lich ei­ne zwi­schen­zeit­li­che Un­ter­brin­gung der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in den um­lie­gen­den Fi­nanz­äm­tern vor­be­rei­tet“, so das Mi­nis­te­ri­um. Dies kön­ne ab Ja­nu­ar der Fall sein. Das Fi­nanz­amt sei aber auch dann „wei­ter te­le­fo­nisch und elek­tro­nisch er­reich­bar und ar­beits­fä­hig“.

Die nö­ti­ge Aus­stat­tung für die wich­ti­gen Be­rei­che EDV und Ak­ten wer­de an den ent­spre­chen­den Aus­weichStand­or­ten recht­zei­tig auf­ge­baut, sag­te Dr. Chris­ti­an Klä­ne, Vi­ze-Chef des Fi­nanz­amts. Klä­ne: „Wir ver­su­chen, den Ar­beits­be­trieb voll­stän­dig auf­recht zu er­hal­ten.“Nur die In­fo­thek fal­le für die­se Zeit wohl weg, Ter­mi­ne könn­ten aber im­mer ge­macht wer­den.

Im Fi­nanz­amt ar­bei­ten 268 Be­schäf­tig­te so­wie 10 Steu­er­an­wär­te­rin­nen und Steu­er­an­wär­ter und 20 Fi­nanz­an­wär­te­rin­nen und Fi­nanz­an­wär­ter. Es zählt zu den größ­ten Fi­nanz­äm­tern Nie­der­sach­sens. Der Be­zirk um­fasst die Stadt Ol­den­burg und die Ge­mein­den Hat­ten und War­den­burg.

Hintergrund für den nun fest­ste­hen­den Ab­riss des al­ten Fi­nanz­amts sei­en „gra­vie­ren­de Be­ton­schä­den an den Fas­sa­den­plat­ten und Au­ßen­stüt­zen so­wie ei­ne man­gel­haft ver­leg­te Stahl­be­weh­rung“, so das Mi­nis­te­ri­um.

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