Schö­ne Post­kar­ten aus al­ten Sam­mel­al­ben

Hel­muth Mein­ken ver­öf­fent­licht Buch mit his­to­ri­schen Ol­den­bur­ger An­sich­ten

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON THO­MAS HUSMANN

Der 70 Jah­re al­te Buch­au­tor ist lei­den­schaft­li­cher Samm­ler. 100 al­te Post­kar­ten sind zu se­hen – die meis­ten aus den An­fangs­jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts.

OL­DEN­BURG – Hel­muth Mein­ken ist ein lei­den­schaft­li­cher Samm­ler. Das gilt für ge­schicht­li­che In­for­ma­tio­nen aus der Stadt und Re­gi­on Ol­den­burg, aber auch bei­spiels­wei­se für Post­kar­ten, die ihm als Zeit­do­ku­men­te die­nen. Klei­ne Schät­ze ha­ben sich bei ihm an­ge­sam­melt, an de­nen er jetzt die Öf­fent­lich­keit teil­ha­ben las­sen möch­te.

In sei­nem frisch im Isen­see Ver­lag er­schie­ne­nen Buch „Im­pres­sio­nen aus Ol­den­burg“zeigt er, wie es in Ol­den­burg An­fang des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts aus­sah. Die Im­pres­sio­nen sind nicht nur mit der Ka­me­ra, son­dern auch zu ei­nem ge­wis­sen An­teil von Künst­ler­hand mit dem Pin­sel fest­ge­hal­ten wor­den.

„Die Zeit ab 1900 kann man als die Hoch­zeit der An­sichts­kar­te be­zeich­nen, sie en­de­te mit dem Zu­sam­men­bruch des Kai­ser­reichs 1918 nach dem Ers­ten Welt­krieg“, weiß Mein­ken. Dar­um wer­den in dem Buch auch die Jah­re des Ers­ten Welt­krie­ges nicht aus­ge­klam­mert. „Manch­mal“, so er­zählt Mein­ken wei­ter, „wur­den da­mals Post­kar­ten nur ge­schrie­ben, um die Samm­lung des Emp­fän­gers auf­zu­sto­cken.“Vie­le An­sichts­kar­ten ka­men da­mals nach dem Ver­schi­cken oder auch un­ge­braucht so­fort in Sam­mel­al­ben. Das Sam­meln der Kar­ten war Hob­by von vie­len, so dass heu­te noch vie­le Men­schen Zeit­do­ku­men­te von da­mals be­sit­zen, die in Zi­gar­ren­kis­ten oder Kar­tons la­gern. Au­tos ka­men als Mo­tiv noch sel­ten vor, da­für sah man auf den Ab­bil­dun­gen aber oft noch Gas­la­ter­nen, die die In­nen­stadt bis 1909 abends be­leuch­te­ten.

Doch auch der An­blick der auf den Kar­ten ab­ge­bil­de­ten Men­schen lässt Rück­schlüs­se auf die da­ma­li­ge Zeit zu. Er­wach­se­ne wie Kin­der wa­ren hübsch aus­staf­fiert mit der da­mals üb­li­chen Klei­dung, wenn sie sich in der Öf­fent­lich­keit bei­spiels­wei­se beim Sonn­tags­spa­zier­gang zeig­ten.

So oder so: In dem Buch gibt es viel zu ent­de­cken. Bei­spiels­wei­se die Pe­ter­stra­ße, an des­sen Rän­dern Grün in den Gär­ten wu­cher­te und bun­te Blu­men blüh­ten. Zu se­hen sind auch der Bahn­über­gang an der Au­gust­stra­ße im Jahr 1914, als die Bahn noch nicht hoch­ge­legt war, ein Trol­li­bus, der mit ei­ner Strom­lei­tung ver­bun­den über die Cäci­li­en­brü­cke rollt – die Brü­cke ist erst 1927 er­öff­net wor­den, doch in dem Buch fin­den sich auch ein paar Kar­ten jün­ge­ren Da­tums. Im Zu­sam­men­hang mit ei­nem Foto aus dem Jahr 1910, als die Cäci­li­en­brü­cke noch ei­ne Zug­brü­cke war, macht die Ver­öf­fent­li­chung des 1940 ent­stan­de­nen Fotos Sinn. Brei­ten Raum neh­men Ma­le­rei­en und Fotos von Ol­den­burg als Stadt am Was­ser ein. Und das gilt ins­be­son­de­re für die al­ten Ha­fen­an­la­gen am Stau. Das Ha­fen­be­cken reich­te fast bis an die Stau­stra­ße/Rit­ter­stra­ße her­an, das 160 Me­ter lan­ge Brü­cken­bau­werk am heu­ti­gen St­au­tor­krei­sel ent­stand erst in der 1960erJah­ren und ist kaum zu er­ken­nen. Zu se­hen sind in dem Buch mit ei­ner Auf­la­ge von 1500 rund 100 Postar­ten, da­von ein Drit­tel ge­malt.

Hel­muth Mein­ken „Im­pres­sio­nen aus Ol­den­burg“, Isen­see Ver­lag, ISBN 978-3-73081306-5, 12,90 Eu­ro

BILD: POST­KAR­TEN

Die Pe­ter­stra­ße im Jahr 1912 mit Blick­rich­tung zur Haa­ren: Sie war da­mals Auf­marsch­stra­ße des Mi­li­tärs zum Pfer­de­markt. Scan­nen Sie das Bild und se­hen Sie un­ser Zei­t­rei­sen-Spe­zi­al.

BILD: POST­KAR­TEN BILD: THO­MAS HUSMANN BILD: POST­KAR­TEN

für das Deut­sche Buch­au­tor Hel­muth Mein­ken mit den „Im­pres­sio­nen aus Ol­den­burg“. Früh­ling im Schloss­gar­ten im Jahr 1915

Ha­fen­be­trieb vor dem Ho­tel „De Rus­sie“(rechts) im Jahr 1913. Fah­nen­schmuck im Die Lan­ge Stra­ße 1910 Kai­ser­reich im Jahr

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Blick auf den Stau um 1910: Links am Bild­rand das ehe­ma­li­ge und ab­ge­ris­se­ne Kunst­ge­wer­be­mu­se­um

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Win­ter vor dem Ol­den­bur­ger Schloss 1900 – ge­malt von Hu­go Klin­ge­mann.

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