Wahl­speck

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON ALEX­AN­DER WILL

Was die Bun­des­re­gie­rung da zu­sam­men­ge­schus­tert hat ver­dient nur ein Wort – er­bärm­lich. Wenn in Deutsch­land nicht ein­mal ei­ne Gro­ße Ko­ali­ti­on ei­ne ech­te, ra­di­ka­le Steu­er­re­form hin­be­kommt, kom­men Fra­gen nach dem Zu­stand des po­li­ti­schen Ge­mein­we­sens auf.

Die Ber­li­ner Plä­ne sind näm­lich nichts wei­ter als Wahl­speck, des­sen le­cke­rer Ge­ruch den Wäh­ler bei der Bun­des­tags­wahl 2017 lo­cken soll. Dass er dann die zu­sätz­lich ver­spro­che­ne Wurst – die gro­ße Steu­er­re­form ab 2018 – be­kommt, ist un­wahr­schein­lich. Zu­viel wur­de schon ver­spro­chen und ge­bro­chen. Was die­ses Land da­ge­gen braucht, ist schnelle, um­fas­sen­de Ent­las­tung der­je­ni­gen, die den Kar­ren zie­hen. Das sind kei­ne „Ge­schen­ke“, wie Steu­er­sen­kun­gen gern dif­fa­miert wer­den. Das ist die Her­stel­lung ei­nes ge­rech­te­ren Zu­stan­des, in dem die­je­ni­gen die Früch­te von Ar­beit ge­nie­ßen, die die­se Ar­beit er­bracht ha­ben. Mög­lich ist das. Der Staat schwimmt im Geld. Zu­dem kann er durch­aus schlan­ker wer­den. Als ers­ter Schritt muss da­her nun der So­li weg – so wie es einst ver­spro­chen wur­de.

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