Selbst vor­sor­gen

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON RAS­MUS BUCH­STEI­NER, BÜ­RO BER­LIN

Wer zahlt, wenn das Geld aus der Pfle­ge­kas­se nicht reicht? Die De­bat­te ist so alt wie die ge­setz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung selbst. Als sie 1995 un­ter dem da­ma­li­gen Bun­des­so­zi­al­mi­nis­ter Norbert Blüm ein­ge­führt wur­de, hat­te man sich be­wusst ge­gen ein Voll­kas­ko­mo­dell ent­schie­den – ge­gen ei­ne Ver­si­che­rung, die al­le Ri­si­ken ab­deckt.

Dass nun ge­ra­de im Wes­ten und im Sü­den der Un­ter­schied zwi­schen den fi­nan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten Pfle­ge­be­dürf­ti­ger und den Heim­kos­ten so groß aus­fällt, hat auch da­mit zu tun, dass dort das Pfle­ge­per­so­nal deut­lich bes­ser be­zahlt wird. Wo das nicht der Fall ist, et­wa im Os­ten und Tei­len Nie­der­sach­sens, reicht das Geld der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen meist noch für den He­im­platz. Doch schlech­te Be­zah­lung kann kein Zu­kunfts­mo­dell sein. Schon jetzt droht Fach­kräf­te­man­gel, der Be­ruf muss auf­ge­wer­tet wer­den. Das ist ei­ne vor­ran­gi­ge Auf­ga­be der Po­li­tik. Ge­nau­so wich­tig ist es aber, durch klu­ge Vor­sor­ge-An­rei­ze die heu­te Jun­gen vor fi­nan­zi­el­ler Über­for­de­rung im Al­ter zu be­wah­ren.

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