Fal­sche Päs­se, di­cke Au­tos – Fest­nah­men in Ol­den­burg

KRI­MI­NA­LI­TÄT Ein­satz­kom­man­do durch­sucht Häu­ser – Mo­na­te­lang vor Zu­griff er­mit­telt

Nordwest-Zeitung - - OLDENBURGER LAND - VON MARC GESCHONKE

OL­DEN­BURG – Fal­sche Päs­se, sünd­haft teu­re Fahr­zeu­ge und ei­ne lan­ge Lis­te an Brief­kas­ten­fir­men: Für drei Ol­den­bur­ger ist der Traum vom ganz gro­ßen Geld vor­erst wohl ge­platzt – der 46-jäh­ri­ge ge­bür­ti­ge Let­te, ein 43-jäh­ri­ger rus­sisch­stäm­mi­ger Mann und ein 24-jäh­ri­ger Deut­scher gel­ten als mut­maß­li­che Draht­zie­her der in­ter­na­tio­nal agie­ren­den Fäl­scher­ban­de. Zwei von ih­nen sit­zen nun in Un­ter­su­chungs­haft, der drit­te steht un­ter Be­ob­ach­tung.

Zeit­gleich wur­den am Di­ens­tag­mor­gen in vier Bun­des­län­dern – Nie­der­sach­sen, Bre­men, NRW und Meck­len­burg-Vor­pom­mern – und un­ter Fe­der­füh­rung der Staats­an­walt­schaft Ol­den­burg 29 Häu­ser durch­sucht, dort „um­fang­rei­ches Be­weis­ma­te­ri­al“si­cher­ge­stellt, wie es heißt. In Ol­den­burg selbst, wo ne­ben Wil­helms­ha­ven der Schwer­punkt der Er­mitt­lun­gen lag, un­ter­stütz­ten Spe­zi­al­kräf­te des Mo­bi­len Ein­satz­kom­man­dos und auch des SEK die Po­li­zei bei den Fest­nah­men der Ver­däch­ti­gen.

Meh­re­re Mo­na­te lang hat­te die Zen­tra­le Kri­mi­nal­in­spek­ti­on Ol­den­burg, die ge­gen or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät er­mit­telt, die Tat­ver­däch­ti­gen über­prüft. Mit Er­folg: Die Män­ner hat­ten dem­nach un­ter­schied­li­che ge­fälsch­te Do­ku­men­te für deut­sche Käu­fer her­stel­len las­sen – li­taui­sche ID-Cards, EU-Füh­rer­schei­ne und Rei­se­päs­se.

Mit ih­nen wur­den „in vie­len Fäl­len zu­erst Ge­wer­be und Wohn­sit­ze an­ge­mel­det und an­schlie­ßend Kon­ten er­öff­net“, wie es laut der Be­hör­den heißt. Lohn­ab­rech­nun­gen und Kon­to­aus­zü­ge zu den Iden­ti­tä­ten wur­den in der Fol­ge ge­fälscht – die Tat­ver­däch­ti­gen konn­ten al­so Kre­di­te, Lea­sing­ver­trä­ge und An­mie­tun­gen für hoch­wer­ti­ge Fahr­zeu­ge und Bau­fahr­zeu­ge ab­schlie­ßen. Die­se wur­den schließ­lich mit ge­fälsch­ten Kauf­ver­trä­gen ins Aus­land ge­bracht. Wie hoch der Scha­den aus­fällt, ist noch un­ge­klärt. Of­fen­bar ste­hen gleich 15 Be­schul­dig­te im Fo­kus, „der Kreis wird sich noch aus­wei­ten“, heißt es.

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