Gn­ab­ry hebt bei Wer­der wei­ter ab

21-Jäh­ri­ger stellt Team in Vor­der­grund – Me­sut Özil als Vor­bild

Nordwest-Zeitung - - SPORT - VON LARS BLANCKE

Trai­ner Nou­ri spricht in höchs­ten Tö­nen von sei­nem Au­ßen­stür­mer. Ge­gen Bay­er Le­ver­ku­sen will Gn­ab­ry sei­ne star­ke Form be­stä­ti­gen.

BRE­MEN – Die Olym­pi­schen Spie­le in Rio de Janei­ro wa­ren sein Durch­bruch, bei Wer­der Bre­men hebt Ser­ge Gn­ab­ry nun auch im Ver­eins­fuß­ball rich­tig ab. Viel bes­ser hät­ten die ers­ten Wo­chen des 21-Jäh­ri­gen in der Bun­des­li­ga je­den­falls kaum lau­fen kön­nen. „Ich ha­be mich sehr gut ein­ge­fun­den und die Zeit ge­nos­sen. Ich füh­le mich wohl im Ver­ein und der Mann­schaft“, sag­te Gn­ab­ry am Don­ners­tag.

Bei der Pres­se­kon­fe­renz vor dem Heim­spiel an die­sem Sonn­abend (18.30 Uhr) ge­gen Bay­er Le­ver­ku­sen war ne­ben Trai­ner Alex­an­der Nou­ri und Sport­chef Frank Bau­mann auch der Mann der ver­gan­ge­nen Wo­chen da­bei. Gn­ab­ry saß da auf dem Po­di­um, zeit­wei­se ir­gend­wie ein we­nig ab­we­send, und doch in­ter­es­siert, was um ihn her­um pas­siert.

Zu­rück im Ram­pen­licht

Denn dass der Rechts­fuß wie­der der­art im Ram­pen­licht steht, ist nicht selbst­ver­ständ­lich. 2011 wech­sel­te er vom VfB Stutt­gart zu Ar­senal Lon­don, schaff­te es über die U 18 zu den Pro­fis. Dann sta­gnier­te Gn­ab­rys Kar­rie­re. Kaum Ein­sät­ze, vie­le Ver­let­zun­gen, ihm droh­te ei­ne Zu­kunft als ewi­ges Ta­lent. Es ka­men die Som­mer­spie­le 2016 – und Gn­ab­ry zau­ber­te, traf (mit sechs Tref­fern wur­de er Tor­schüt­zen­kö­nig) und ge­wann Sil­ber mit der deut­schen U 23. Dass Wer­der ihn für „nur“fünf Mil­lio­nen Eu­ro ver­pflich­ten konn­te, darf zwei­fels­oh­ne als Trans­fer­coup be­zeich­net wer­den.

Gn­ab­ry hält bis­her, was er in Rio ver­spro­chen hat. Beim 1:4 in Glad­bach traf er mit traum­haf­tem Vol­ley­schuss. Ge­gen Mainz (1:2) trieb der Au­ßen­stür­mer das Bre­mer Spiel an. Beim Heim­sieg über den VfL Wolfs­burg (2:1) war der ge­bür­ti­ge Stutt­gar­ter mit Ab­stand der bes­te Spie­ler auf dem Platz, drib­bel­te, pass­te und schoss aus al­len La­gen. Und beim 2:2 in Darm­stadt er­sprin­te­te Gn­ab­ry ei­nen viel zu lang ge­spiel­ten Pass von Ous­man Man­neh, um­kurv­te den Tor­wart und traf zum 2:1. Ob er künf­tig das Ge­sicht von Wer­der Bre­men wer­den kön­ne? „Der Ver­ein steht über al­lem. Ich bin doch nicht der Ein­zi­ge auf dem Platz“, wie­gelt Gn­ab­ry schnell ab.

Özil als Vor­bild

Bei ei­nem an­de­ren Ver­gleich, den mit sei­nem frü­he­ren Ar­senal-Mit­spie­ler und Ex-Bre­mer Me­sut Özil, kommt der 21-Jäh­ri­ge da­für um­so mehr ins Re­den. „Me­sut ist ein über­ra­gen­der Ki­cker und ein Vor­bild. Ich konn­te mir viel von ihm ab­gu­cken.“Er ha­be es ge­nos­sen, mit Özil zu­sam­men­zu­spie­len. Ob er das künf­tig im Na­tio­nal­team wie­der tun kön­ne? „Ich den­ke, es ist der Wunsch von al­len Fuß­ball­spie­lern, die in Deutsch­land auf­wach­sen, für die ANa­tio­nal­mann­schaft zu spie­len“, sagt Gn­ab­ry.

„Er ist un­aus­re­chen­bar, hat ein gro­ßes Re­per­toire, ist sehr schnell und für den Geg­ner schwer greif­bar“, lobt auch Nou­ri sei­nen Schütz­ling in höchs­ten Tö­nen. „Trotz­dem, und das fin­de ich be­mer­kens­wert, ar­bei­tet er auch zu­rück und ist ein Te­am­play­er. Es gibt vie­le Sze­nen, in de­nen er 30 bis 40 Me­ter zu­rück­ar­bei­tet und im Sprint den Ball ge­winnt“, be­tont der Trai­ner.

Span­nend wird in­des sein, wie lan­ge Wer­der sei­nen Hoff­nungs­trä­ger, der ei­nen Ver­trag bis 2020 un­ter­schrie­ben hat, tat­säch­lich hal­ten kann. Im­mer wie­der geis­tert durch die Me­di­en, der FC Bay­ern hät­te so et­was wie ein Vor­recht, wenn er den 21-Jäh­ri­gen ver­pflich­ten will. Frank Bau­mann strei­tet dies je­doch ve­he­ment ab. Setzt Gn­ab­ry sei­nen per­sön­li­chen Hö­hen­flug je­doch wei­ter fort, dürf­ten die Ver­ei­ne bald Schlan­ge an der We­ser ste­hen.

DPA-BILD: ROESS­LER

Hö­hen­flie­ger: Ser­ge Gn­ab­ry ist bei Wer­der Bre­men in we­ni­gen Spie­len un­ver­zicht­bar ge­wor­den.

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