Mit Rio-Schwung in Eu­ro­pas Spit­ze

Olym­pia-Er­leb­nis spornt Ruth Spelmeyer an – Vor­freu­de auf EM 2018 in Ber­lin

Nordwest-Zeitung - - SPORT - VON MATHIAS FREESE

Die Ol­den­bur­ge­rin wird bis 2018 von den Öf­fent­li­chen Ver­si­che­run­gen un­ter­stützt. Das nächs­te gro­ße Ziel ist die WM 2017 in Lon­don.

OL­DEN­BURG – Jetzt will sie es erst recht wis­sen: Mit der Teil­nah­me an den Olym­pi­schen Spielen in Rio de Janei­ro hat sich Ruth Spelmeyer ei­nen lang­ge­heg­ten Le­benstraum er­füllt. Doch das soll mit­nich­ten das En­de der Fah­nen­stan­ge sein: „Im Ge­gen­teil. Das hat mir eher Auf­trieb ge­ge­ben“, er­klär­te die Deut­sche Meis­te­rin über 400 Me­ter im Ge­spräch mit der Ð.

Die nächs­ten Zie­le sind ge­steckt, die Mo­ti­va­ti­on ist hoch – und auch die Rah­men­be­din­gun­gen pas­sen. So ver­län­ger­ten die Öf­fent­li­chen Ver­si­che­run­gen ih­re Zu­sam­men­ar­beit mit der Sprin­te­rin des VfL Ol­den­burg bis zum No­vem­ber 2018. „Ich war und bin sehr dank­bar, so ei­nen zu­ver­läs­si­gen Part­ner an mei­ner Sei­te zu ha­ben. Da­durch kann ich mich oh­ne fi­nan­zi­el­len Druck dem Leis­tungs­sport wid­men“, freu­te sich Spelmeyer am Frei­tag über die Ver­trags­ver­län­ge­rung. Die 26-Jäh­ri­ge ha­be sich zu ei­ner „her­aus­ra­gen­den Leicht­ath­le­tin und Sym­pa­thie­trä­ge­rin für Ol­den­burg ent­wi­ckelt“, sag­te Öf­fent­li­cheVor­stand Jür­gen Mül­len­der.

Die Leis­tungs­stei­ge­rung un­ter­strich auch Spel­mey­ers Trai­ner am Bun­des­leis­tungs­zen­trum in Hannover, Ed­gar Ei­sen­kolb: „Wir sind jetzt auf ei­nem Ni­veau an­ge­kom­men, dass sich Ruth mit den Bes­ten in Eu­ro­pa mes­sen kann.“

In Zah­len: In der eu­ro­päi­schen Bes­ten­lis­te liegt Spelmeyer mit ih­rer Zeit von 51,43 Se­kun­den, mit der sie in Rio ins Olym­pi­sche Halb­fi­na­le stürm­te, auf dem sieb­ten Platz (Welt: 41. Rang). Beim bis­he­ri­gen Hö­he­punkt ih­rer Kar­rie­re hat­te sie ih­re al­te Best­mar­ke um ei­ne hal­be Se­kun­de ver­bes­sert – über die Sta­di­on­run­de ist das ei­ne hal­be Welt.

Genau das hat Ol­den­burgs Sport­le­rin des Jah­res zu wei­te­ren Leis­tungs­sprün­gen an­ge­spornt: „Ich will die Zei­ten noch wei­ter ver­schie­ben. Und ich ha­be ge­merkt, dass ich in Eu­ro­pas Spit­ze mit­lau­fen kann.“Da kommt wie ge­ru­fen, dass die Eu­ro­pa­meis­ter­schaft in zwei Jah­ren in Ber­lin statt­fin­det – der Stadt, in der Spelmeyer ih­ren ers­ten deut­schen Ju­gend-Ti­tel hol­te, da­mals noch über die 200 Me­ter.

Au­ßer­dem sind solch be­deu­ten­de „Heim­ren­nen“im­mer et­was be­son­de­res. Spelmeyer schwärmt noch heu­te von der Team-EM 2014 in Braun­schweig: „Das war klas­se, da sind ganz vie­le Be­kann­te ins Sta­di­on ge­kom­men“, er­in­nert sie sich.

Doch auch für das kom­men­de Jahr hat sich Spelmeyer ei­ni­ges vor­ge­nom­men: Im April fin­det wie­der die Staf­felWM auf den Ba­ha­mas statt, dann kommt die Team-EM in Lil­le – und der Sai­son-Hö­he­punkt ist die Welt­meis­ter­schaft in Lon­don im Au­gust. „Ich möch­te bei so vie­len Hö­he­punk­ten wie mög­lich star­ten und da­bei den Schwung aus die­sem Jahr mit­neh­men“, er­klärt die Ol­den­bur­ge­rin.

Zu­sätz­li­chen Schub gab ihr das ho­he öf­fent­li­che In­ter­es­se durch Olym­pia: „Ich fand be­son­ders toll, dass so vie­le Leu­te mei­ne Läu­fe schau­en und mich be­glück­wün­schen – das hät­te ich nicht ge­dacht. Ge­ra­de weil Leicht­ath­le­tik oft nicht so prä­sent ist, fin­de ich es toll, wenn sich Leu­te so mit der Sport­art be­schäf­ti­gen.“

DPA-BILD: SCHULZE

Olym­pia gab ihr An­trieb: Ruth Spelmeyer

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