Boh­len, Bay­ern und den VfB im Blick

Mat­ze Knop über fa­bel­haf­te Fuß­bal­ler und prot­zen­de Pro­mis – Am 3. No­vem­ber in Ol­den­burg

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON STE­PHAN ONNEN

Mat­ze Knops Fuß­bal­lerPar­odi­en sind le­gen­där. Am 3. No­vem­ber tritt er mit sei­nem Pro­gramm „Dia­gno­se Di­cke Ho­se“in der Kul­tur­eta­ge auf.

FRA­GE: Pep Guar­dio­la und Jür­gen Klopp sind weg in die Pre­mier Le­ague nach En­g­land, bei Franz Be­cken­bau­er brö­ckelt der Hei­li­gen­schein: Ver­lie­ren Sie da ge­ra­de drei Ih­rer bes­ten Fi­gu­ren? MAT­ZE KNOP: Bei Klop­po fand ich den Wech­sel nach Li­ver­pool, ehr­lich ge­sagt, ganz gut. Ich hat­te ihn ja schon zu Dort­mun­der Zei­ten lan­ge par­odiert. Ir­gend­wann braucht so ei­ne Fi­gur auch ein­mal fri­schen Wind oder ei­ne neue Ver­pa­ckung. Dass Pep ge­gan­gen ist, das ist schon scha­de. Wie es mit ihm wei­ter­geht, muss man ab­war­ten. So ei­ne Par­odie hält sich im­mer ein biss­chen. Lu­ca To­ni bei­spiels­wei­se war auch an­dert­halb Jah­re, nach­dem er die Bay­ern ver­las­sen hat­te, noch sehr be­liebt. Beim Kai­ser ist es so, dass er zwar ge­ra­de nicht mehr so die Licht­ge­stalt ist, aber trotz­dem wich­tig bleibt und al­le von ihm wis­sen wol­len, was es mit den Mil­lio­nen auf sich hat. FRA­GE: Wür­de sich je­mand von Wer­der Bre­men an­bie­ten, in die Bre­sche zu sprin­gen und von Ih­nen par­odiert zu wer­den? Oder sind Ol­den­burgs Nach­barn zu farb­los? KNOP: Das Grün strahlt jetzt na­tür­lich nicht mehr so, wie es das frü­her mal ge­tan hat. Jetzt ist der Skrip­nik, der sich ge­eig­net hät­te, weg und den Nach­fol­ger kennt man noch nicht so. Bei der Mann­schaft wür­de mir jetzt zu­erst Ser­ge Gn­ab­ry ein­fal­len, der wür­de zu­min­dest fri­su­ren­tech­nisch

Mat­ze Knop

bei ei­nem Kopf­stoß zu Bo­den. Der Sie­ge­stanz nach dem Spiel ge­gen Wolfsburg war schon mal ein gu­ter An­fang. FRA­GE: Wel­che Ei­gen­schaf­ten müs­sen Ki­cker mit­brin­gen, um von Ih­nen imi­tiert zu wer­den? KNOP: Al­so erst mal muss Re­le­vanz da sein. Par­odie funk­tio­niert nur dann, wenn man das Ori­gi­nal kennt. Oder ei­nem die Ma­rot­ten des Par­odier­ten auf­fal­len. Und dann ist es nicht ver­kehrt, wenn er op­tisch et­was bie­tet, al­so nicht nur den klas­si­schen Kurz­haar­schnitt hat, den 70 Pro­zent in der Li­ga tra­gen, son­dern Ras­ta-Lo­cken oder ein Bärt­chen. Da muss schon ei­ne ech­te Ty­pe oder ei­ne be­son­de­re Cha­rak­ter­ei­gen­schaft da­hin­ter­ste­hen. Der Bra­si­lia­ner Dan­te zum Bei­spiel, der sah mit sei­nen Haa­ren nicht nur lus­tig aus, son­dern war im­mer su­per gut drauf und fröh­lich. Wenn ich so je­man­den par­odie­re, be­kom­me ich sel­ber den gan­zen Tag gu­te Lau­ne. FRA­GE: Aus Par­odis­ten-Sicht ist Cris­tia­no Ro­nal­do doch ein Ge­schenk des Him­mels, oder? KNOP: Auf je­den Fall! Über Män­ner mei­nen ja oft, Frau­en kön­nen über so was nicht la­chen. Das se­he ich ganz an­ders. Frau­en la­chen ger­ne über uns Män­ner, wenn wir auf di­cke Ho­se ma­chen. Da­von mal ab­ge­se­hen, kön­nen sie das auch selbst ganz gut. Ich kann ver­spre­chen: Es wird ei­ne bun­te Show, in der sich al­le gut un­ter­hal­ten füh­len. Es geht bei mir auch um Er­näh­rung, Au­tos und Schu­he. Die Schla­ger­bran­che wird durch den Ka­kao ge­zo­gen. Micha­el Wend­ler, Ro­land Kai­ser und Andre­as Ga­ba­lier kom­men vor – und mei­ne Kunst­fi­gur „G.G.Mer­kel“. Es wird ein Du­ett mit Jür­gen Dr­ews ge­ben, der auf Vi­deo­lein­wand mit­singt. Am En­de sin­ge ich als Mat­ze­ri­ke Knop­le­si­as so­gar ei­nen Schmu­se­song. Die Kunst bei der Fuß­ball-Comedy ist ja, dass man gar nicht so viel über Fuß­ball spricht. Ich er­klä­re ja nicht zum x-ten Mal Ab­seits, son­dern bei Franck Ri­bé­ry geht’s dar­um,

„pour­quoi bin isch so ag­gres­si­ve, bin isch ag­gres­si­ve oder mo­ti­vier­te?“FRA­GE: Der Pro­to­typ im Prot­zen ist ja der ge­bür­ti­ge Ol­den­bur­ger Die­ter Boh­len. In sei­ner Hei­mat­stadt kön­nen wir mit dem Pop-Ti­tan rech­nen, oder? KNOP: „Ja klar, wenn hier eina auf di­cke Ho­se macht, dann der Die­da. Das wird mee­e­ga­geil.“

Der Die­ter kommt auf je­den Fall mit nach Ol­den­burg. FRA­GE: Kön­nen Sie ei­gent­lich schon Car­lo An­ce­lot­ti, den neu­en Bay­ern-Trai­ner? KNOP: Der soll­te na­tür­lich auf je­den Fall ins Re­per­toire. Bis­her wirkt er im­mer re­la­tiv re­laxt und ge­chillt, aber man hat noch nicht viel von ihm ge­hört. Ich ge­be An­ce­lot­ti noch mal zwei, drei Wo­chen. Bis da­hin trai­nie­re ich das Hoch­zie­hen der lin­ken Au­gen­braue.

BILD: STE­PHAN PICK

Ob Pop-Ti­tan Die­ter Boh­len, Fuß­ball-Kai­ser Franz Be­cken­bau­er oder Trai­ner Jür­gen Klopp: Imi­ta­tor Mat­ze Knop (41) hat sie al­le drauf.

wuchs in Lipp­stadt auf, wo sein Va­ter als Ju­gend­trai­ner u. a. die Rum­me­nig­ge-Brü­der Micha­el und Karl-Heinz form­te. Sei­ne Me­di­en­kar­rie­re be­gann mit ei­ner Aus­bil­dung zum Hör­funk­re­dak­teur bei Ra­dio Bie­le­feld. Zu­sätz­lich Macht auf di­cke Ho­se: Mat­ze Knop ab­sol­vier­te ein Jour­na­lis­tik­stu­di­um. Den Durch­bruch fei­er­te er En­de der 90er mit der Kunst­fi­gur „Su­pa Ri­chie“. Heu­te ist Knop ei­ner der er­folg­reichs­ten deut­schen Co­me­di­ans.

„Dia­gno­se Di­cke Ho­se“gas­tiert er am Don­ners­tag, 3. No­vem­ber, ab 20 Uhr in der Ol­den­bur­ger Kul­tur­eta­ge. Kar­ten kos­ten im Vor­ver­kauf zwi­schen 28,80 Eu­ro und 26,80 Eu­ro. Kar­ten un­ter Tel. 92 48 00.

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