Rechts­an­sprü­che am Ziel­ort ein­kla­gen

Nordwest-Zeitung - - REISE -

BRE­MEN – Die An­sprü­che auf Ent­schä­di­gung bei ei­ner lan­gen Flug­ver­spä­tung kön­nen Rei­sen­de am Ziel­ort ge­richt­lich ein­for­dern – das gilt auch bei Um­stei­ge­ver­bin­dun­gen, ur­teil­te das Land­ge­richt Bre­men (Az. 3 S 315/14). Dar­über be­rich­tet die Zeit­schrift „ReiseRecht ak­tu­ell“. Im ver­han­del­ten Fall woll­ten die Klä­ger von San Fran­cis­co über Pa­ris zu­rück nach Bre­men flie­gen. Der Flug aus den USA er­reich­te Frank­reich aber erst mit ei­nem Tag Ver­spä­tung, wo­durch sich die Wei­ter­rei­se nach Bre­men eben­falls ver­zö­ger­te. Die Klä­ger for­der­ten vor dem Amts­ge­richt Bre­men ei­ne Ent­schä­di­gung nach EU-Recht. Doch das Ge­richt sah sich nicht zu­stän­dig. Das Ar­gu­ment: Da der ver­spä­te­te Ein­zel­flug in Pa­ris en­de­te, müss­ten sich die Klä­ger an das dor­ti­ge Ge­richt wen­den. Das Land­ge­richt kas­sier­te die­se Ent­schei­dung. An­sprü­che auf Ent­schä­di­gung könn­ten Rei­sen­de laut dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof ent­we­der am Ab­flug- oder Ziel­ort der Rei­se gel­tend ma­chen. Der Ort der Zwi­schen­lan­dung sei da­bei nicht re­le­vant. Für die Klä­ger sei es nicht zu­mut­bar, in Pa­ris vor Ge­richt zu zie­hen – zu­mal sich die Ver­spä­tung des Trans­at­lan­tik­flu­ges un­mit­tel­bar auf den Flug nach Bre­men aus­ge­wirkt ha­be.

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