Aus­bil­dung nicht leicht­fer­tig ab­bre­chen

Nicht im­mer stimmt im Be­trieb die Che­mie – Ju­gend­li­che soll­ten Aus­stieg gut über­le­gen

Nordwest-Zeitung - - BERUF & KARRIERE - VON KRISTIN KRUTHAUP

Am bes­ten sucht man sich vor ei­ner Kün­di­gung ei­nen neu­en Be­trieb. Dort kann man dann wei­ter­ma­chen.

HAM­BURG – Die ers­ten Wo­chen der Aus­bil­dung sind vor­bei, und man­cher jun­ge Mensch merkt dann: Das ist es nicht. Vie­le Aus­bil­dungs­ver­trä­ge wer­den in der Start­pha­se ge­kün­digt – nicht nur vom Be­trieb, son­dern auch vom Azu­bi. Be­vor Ju­gend­li­che vor­schnell Tü­ren hin­ter sich zu­schla­gen, soll­ten sie erst in Ru­he die La­ge ab­schät­zen , even­tu­ell Al­ter­na­ti­ven ent­wi­ckeln. Das braucht Zeit und Sorg­falt – fast so viel wie für die Be­wer­bung.

Manch­mal geht es ein­fach nicht mehr. Da­mit das nicht zu leicht­fer­tig pas­siert, be­ach­ten sie am bes­ten fol­gen­de Punk­te. Fin Mo­haupt, Lei­ter der Aus­bil­dungs­be­ra­tung der Han­dels­kam­mer Ham­burg, gibt Tipps:  Vor ei­ner Kün­di­gung erst ein­mal mit dem Be­trieb das Ge­spräch su­chen: Man­cher Aus­bil­dungs­ab­bruch lässt sich ver­mei­den, wenn der Aus­zu­bil­den­de und der Aus­bil­der über den be­vor­ste­hen­den Ab­bruch mit­ein­an­der ins Ge­spräch kom­men. Oft sind Kon­flik­te die Ur­sa­che für den Wunsch nach ei­nem Aus­bil­dungs­ab­bruch. Hier soll­te erst ge­schaut wer­den, ob sich die­se lö­sen las­sen. „Vie­le Ju­gend­li­che schmei­ßen zu leicht­fer­tig hin, das ist kein Spiel“, sagt Mo­haupt.  Vor der Kün­di­gung ei­nen neu­en Be­trieb su­chen: Be­vor man sich end­gül­tig von sei­nem Aus­bil­dungs­be­trieb trennt, soll­ten Ju­gend­li­che auf je­den Fall ei­nen neu­en in Aus­sicht ha­ben. Es sei im­mer schlecht zu kün­di­gen, oh­ne zu wis­sen, wie es wei­ter­geht.  Schrift­lich kün­di­gen: Es sind aus for­ma­len Grün­den ge­wis­se Re­geln ein­zu­hal­ten. Die Kün­di­gung selbst müs­sen Ju­gend­li­che da­her im­mer schrift­lich bei ih­ren Fir­men ma­chen. Ei­ne SMS rei­che nicht aus, sagt der Be­ra­ter Mo­haupt.

Üb­ri­gens: Grün­de für die Kün­di­gung müs­sen Ju­gend­li­che nicht an­ge­ben. Wich­tig sei, da­für zu sor­gen, dass man kei­ne Tür hin­ter sich schließt, son­dern mög­lichst im Frie­den aus­ein­an­der­geht. Man tref­fe sich im wei­te­ren Be­rufs­le­ben mög­li­cher­wei­se wie­der.  Mit der Be­rufs­schu­le spre­chen: Ju­gend­li­che klä­ren schließ­lich am bes­ten, wie es mit ih­rer Be­rufs­schu­le wei­ter­geht. Ein Bei­spiel: Wer sei­ne Aus­bil­dung ab­bricht und noch kei­nen neu­en Be­trieb hat, muss ei­gent­lich nicht mehr zur Be­rufs­schu­le ge­hen. Häu­fig ist es je­doch mög­lich, in der Be­rufs­schu­le zu blei­ben, bis man ei­nen neu­en Be­trieb ge­fun­den hat. So ver­pas­sen Aus­zu­bil­den­de kei­nen Schul­stoff! Das könn­te den Wie­der­eins­tig in ei­ne Aus­bil­dung er­leich­tern.

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