8940 Flücht­lin­ge ver­las­sen das Land

Nie­der­sach­sen setzt im Jahr 2016 auf frei­wil­li­ge Aus­rei­se – Fi­nan­zi­el­le An­rei­ze für po­ten­zi­el­le Rück­keh­rer

Nordwest-Zeitung - - VORDERSEITE - VON RALF KRÜGER UND ELVIRA TREFFINGER

Die In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in den Ar­beits­markt daue­re oft­mals wohl sechs Jah­re. Das sagt Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil.

HAN­NO­VER – Nach dem gro­ßen Zustrom von Flücht­lin­gen im ver­gan­ge­nen Jahr sind meh­re­re Tau­send aus Nie­der­sach­sen wie­der in ih­re Hei­mat zu­rück­ge­kehrt. Bis An­fang Sep­tem­ber lag die Ge­samt­zahl bei 8940 Rück­keh­rern, teil­te das In­nen­mi­nis­te­ri­um in Han­no­ver mit. 2015 sei­en es im gan­zen Jahr 5809 ge­we­sen.

Die rot-grü­ne Lan­des­re­gie­rung in Han­no­ver setzt auf ei­ne För­de­rung der frei­wil­li­gen Aus­rei­se als Al­ter­na­ti­ve zur Ab­schie­bung, weil sie sie für hu­ma­ner und kos­ten­güns­ti­ger hält. Mit ei­nem ei­ge­nen Lan­des­pro­gramm gibt Nie­der­sach­sen seit dem 1. Ju­li zu­dem spe­zi­el­le An­rei­ze für die frei­wil­li­ge Rück­kehr von Asyl­su­chen­den nach Mon­te­ne­gro. Er­wach­se­ne er­hal­ten nach die­sem Mo­dell 300 Eu­ro pro Per­son und Kin­der 150 Eu­ro. Zu­dem un­ter­stützt das Land wei­te­re Rück­kehr­pro­gram­me des Bun­des in an­de­re Bal­kan­staa­ten.

Nacht An­sicht von Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) dau­ert die In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in den Ar­beits­markt län­ger als bis­her er­hofft. In vie­len Fäl­len müs­se man wohl mit sechs Jah­ren rech­nen. Die In­te­gra­ti­on in den Ar­beits­markt sei der Be­reich, bei dem er am we­nigs­ten zu­frie­den sei.

Der­weil for­der­te Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) in der Flücht­lings­po­li­tik ei­ne kon­se­quen­te­re Ab­schie­bung ab­ge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber. „Wir brau­chen ei­ne na­tio­na­le Kraft­an­stren­gung zur Rück­füh­rung de­rer, die ab­ge­lehnt wur­den“, sag­te Mer­kel am Sams­tag auf dem Deutsch­land­tag der Jun­gen Uni­on in Pa­der­born. „Das ist un­strit­tig, und dar­an ar­bei­ten wir im Au­gen­blick mit gro­ßem Nach­druck.“

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