WAS DEN MEN­SCHEN LIEB UND TEU­ER IST

Ex­per­ten las­sen Ob­jek­te von Ex­per­ten schät­zen – Tat­säch­li­cher Preis nicht so wich­tig

Nordwest-Zeitung - - VORDERSEITE - VON KIM KRISTIN PETERMANN

Im Ol­den­bur­ger Stadt­mu­se­um stel­len Zu­schau­er der NDR-Sen­dung „Lieb&Teu­er“ih­re Schät­ze vor. Sie lie­ßen sie schät­zen.

OL­DEN­BURG – Was sind das al­te Erb­stück oder der ori­gi­nel­le Floh­markt­fund wirk­lich wert? Je­der, der selbst ei­nen „Schatz“sein Ei­gen nennt, konn­te sich das am Sonn­tag im Ol­den­bur­ger Stadt­mu­se­um von den Ex­per­ten der NDR-Sen­dung „Lieb&Teu­er“be­ant­wor­ten las­sen.

Ob Ge­mäl­de, Por­zel­lan, Sil­ber, Mö­bel, Uh­ren oder ver­meint­lich wert­vol­le Asia­ti­ka war da­bei völ­lig egal. „Wir ha­ben für fast al­les je­man­den da, der sich aus­kennt“, er­zählt Ma­ri­na Bartsch-Rü­di­ger, die beim NDR für den Pro­gramm­be­reich Kul­tur und Ma­ga­zi­ne ver­ant­wort­lich ist.

So wur­de im Sechs- bis Zehn­mi­nu­ten­takt für über 300 Stü­cke ein Schätz­wert ab­ge­ge­ben, der sich aus dem Ver­gleich mit ähn­li­chen Stü­cken in Kunst­han­dels­da­ten­ban­ken zu­sam­men­setzt. Ein mög­li­cher Ver­kauf stand da­bei je­doch nicht un­be­dingt im Vor­der­grund, son­dern die Lei­den­schaft für An­ti­qui­tä­ten und viel­leicht auch et­was über ih­re Her­kunft zu er­fah­ren.

„Wir konn­ten so zum Bei­spiel den Be­sit­zern ei­nes Schiff­bil­des ei­ne Freu­de ma­chen. Im Schiff­fahrts­mu­se­um konn­te man ih­nen nichts über ihr Werk sa­gen, aber wir ha­ben den Künst­ler, A. J. Jan­ßen, und die Ree­de­rei des Schif­fes her­aus­ge­fun­den“, er­zählt Ma­ri­na Bartsch-Rü­di­ger.

Ganz be­son­ders in­ter­es­san­te Ob­jek­te er­hiel­ten ei­ne Ein­la­dung in ei­ne der nächs­ten „Lieb&Teu­er“-Auf­zeich­nun­gen. So wer­den im No­vem­ber auch ei­ne Pfer­de­skulp­tur des Künst­lers Ger­hard Marcks und ge­mal­te Post­kar­ten von Hans Purr­mann ge­zeigt, die hier in Ol­den­burg vor­ge­stellt wur­den.

Meis­tens sind es Fa­mi­li­enerb­stü­cke, die ih­ren Weg zu „Lieb&Teu­er“fin­den. Auch Heinz-Pe­ter Hor­nung zeig­te ei­ne Ta­schen­uhr sei­nes Groß­va­ters, die die­ser von sei­nen El­tern 1930 zu Weih­nach­ten be­kom­men hat­te. Es han­delt sich um ei­ne Ome­ga-Uhr von 14 Ka­rat Gold mit ei­ner 24St­un­den-Ein­tei­lung und ei­ner Wid­mung. „Zu die­ser Zeit wur­de in Deutsch­land die 24St­un­den-Zäh­lung ein­ge­führt“, er­klärt Dr. Bernd Schmol­ler, Ex­per­te für Uh­ren und Nau­ti­ka, „die Zif­fern­blät­ter wur­den mit die­ser Ein­tei­lung be­druckt, da­mit sich die Leu­te dar­an ge­wöh­nen.“

Heinz-Pe­ter Hor­nung ge­hört zu den we­ni­gen, die ih­ren Schatz tat­säch­lich ver­kau­fen wol­len: „Na­tür­lich hat die Uhr ei­nen ide­el­len Wert für mich, aber ich ha­be kei­ne ei­ge­nen Kin­der, die sich dar­über freu­en wür­den, al­so kann ich sie auch selbst ver­kau­fen.“Er sei schon bei ei­nem Gold­händ­ler ge­we­sen, der den rei­nen Gold­wert auf 800 bis 900 Eu­ro ge­schätzt hat­te, er­hofft sich aber noch et­was mehr. „Die Uhr ist sehr gut er­hal­ten, hat al­ler­dings et­was Grün­spann, und auch das Mo­no­gramm dar­auf könn­te viel­leicht et­was stö­rend sein.“, so Dr. Bernd Schmol­ler, „Man wird et­wa 1000 bis 1200 Eu­ro da­für be­kom­men kön­nen.“

In die Sen­dung hat es sei­ne Uhr nicht ge­schafft, den­noch ist Heinz-Pe­ter Hor­nung zu­frie­den: „Ich weiß nun, was mei­ne Uhr wert ist und viel­leicht steigt ihr Wert in den nächs­ten Jah­ren ja noch.“

BILD: KIM KRISTIN PETERMANN

Was ist Opas Ta­schen­uhr wirk­lich wert: (v.l.) Dr. Bernd Schmol­ler, „Lieb&Teu­er“-Mo­de­ra­to­rin Ja­nin Ull­mann so­wie Li­sa und Heinz-Pe­ter Hor­nung im Ge­spräch.

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