Prü­gel­kna­be

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON ALEX­AN­DER WILL

Ganz Deutsch­land prü­gelt auf Sach­sen ein. Dun­kel­deutsch­land ist noch das zar­tes­te Kom­pli­ment. Im In­ter­net träu­men Lin­ke von der er­neu­ten Bom­bar­die­rung Dres­dens. All das ist nichts als un­ter­drück­te Ab­nei­gung ge­gen den Os­ten, die sich Bahn bricht. Es ist ab­sto­ßend.

Ja – in Sach­sen gab es im jüngs­ten Ter­ror­fall Be­hör­den­ver­sa­gen. Das war in ähn­li­chen Fäl­len in an­de­ren Bun­des­län­dern aber nicht an­ders. Ja – in Sach­sen ge­hen die Leu­te auf die Stra­ße, weil sie un­zu­frie­den sind. Wer das Land und sei­ne Ge­schich­te kennt, der weiß, dass der Sach­se schon im­mer schnell auf­muck­te. Als man Hit­ler 1933 in Deutsch­land zu­ju­bel­te, wur­de er nur im Leip­zi­ger Os­ten mit Blu­men­töp­fen be­wor­fen. Bis 1944 ver­dro­schen Ban­den jun­ger Leu­te, die „Leip­zi­ger Meu­ten“, re­gel­mä­ßig HJ-Füh­rer, und 1989 kam der An­fang vom En­de der DDR aus Leip­zig.

Wem das als his­to­risch-men­ta­le Er­klä­rung nicht ge­nügt, der sei dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die po­li­ti­schen Struk­tu­ren, die jetzt kri­ti­siert wer­den, nach 1991 maß­geb­lich von West­deut­schen auf­ge­baut wur­den. Ech­te Sach­sen hat­ten da­mals das Ge­fühl, ei­ne Art Neo­ko­lo­nia­lis­mus zu er­le­ben.

@ Den Au­tor er­rei­chen Sie un­ter Will@in­fo­au­tor.de

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