Rei­ne Tak­tik

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON ANDRE­AS HERHOLZ, BÜ­RO BERLIN

Horst See­ho­fer tak­tiert, prä­sen­tiert mög­li­che Nach­fol­ger und will sich die Re­gie bei der Ent­schei­dung über sein po­li­ti­sches Er­be nicht aus der Hand neh­men las­sen. Von we­gen – erst In­hal­te, dann Per­so­nal­ent­schei­dun­gen, wie der CSU-Chef beim The­ma Kanz­ler­kan­di­da­tur pre­digt. See­ho­fer will ihm un­lieb­sa­me Nach­fol­ger aus­ste­chen und denkt nicht dar­an, die Macht vor­zei­tig ab­zu­ge­ben.

Der CSU-Chef ge­fällt sich in der Rol­le des ge­wief­ten Tak­ti­kers, der mit sei­nem Kurs in der Flücht­lings­po­li­tik und der Kon­fron­ta­ti­on mit An­ge­la Mer­kel sei­ne in­ner­par­tei­li­che Po­si­ti­on ge­fes­tigt hat. Mit sei­nem an­ge­deu­te­ten Rück­zug auf Ra­ten und dem Vor­schlag ei­ner Dop­pel­spit­ze, der Tren­nung von Par­tei­vor­sitz und Mi­nis­ter­prä­si­den­ten­amt, will er sich über die Zeit ret­ten, sei­nen für 2018 ge­plan­ten Rück­zug viel­leicht so­gar auf­schie­ben und in Ver­län­ge­rung ge­hen. Al­ler­dings dürf­te die Ge­duld sei­ner Ri­va­len und in­ner­par­tei­li­chen Geg­ner nicht un­end­lich sein.

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