Ad­ler geht mit rich­ti­ger Ein­stel­lung vor­an

BUN­DES­LI­GA Hamburg be­en­det Plei­ten­se­rie durch 0:0 in Mön­chen­glad­bach

Nordwest-Zeitung - - SPORT - VON ERIK ROOS

MÖN­CHEN­GLAD­BACH – Sei­nen neu­en Ehe­ring hat­te Re­né Ad­ler in der Ka­bi­ne ge­las­sen. „Der ist mir zu dick“, sag­te der Schluss­mann des Fuß­bal­lBun­des­li­gis­ten Ham­bur­ger SV nach der denk­wür­di­gen Par­tie bei Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach grin­send. Doch es ging auch oh­ne Glücks­brin­ger: Fünf Ta­ge nach sei­ner Hoch­zeit mit der Schau­spie­le­rin Lil­li Hol­lun­der krön­te Ad­ler mit ei­ner Glanz­leis­tung ei­ne na­he­zu per­fek­te Wo­che.

„Heu­te wa­ren Krämp­fe und Schmer­zen da­bei. Es war ei­ne gei­le Schlacht, ich mag so et­was. Da­für bin ich Fuß­bal­ler ge­wor­den“, be­schrieb Ad­ler mit mar­tia­li­schen Wor­ten das hart er­kämpf­te 0:0 im Bo­rus­sia-Park. Der 31-Jäh­ri­ge hielt ei­nen Elf­me­ter von An­dré Hahn (26. Mi­nu­te), hat­te bei ei­nem an die Lat­te ge­schos­se­nen Straf­stoß von Lars St­indl (61.) Glück und ret­te­te in der Schluss­pha­se mit meh­re­ren Pa­ra­den den wich­ti­gen Punkt.

„Es ist schön, et­was in der Hand zu ha­ben“, sag­te Ad­ler, des­sen Team nach der Ro­ten Kar­te ge­gen Ver­tei­di­ger Clé­ber (25.) zu­dem mehr als ei­ne St­un­de lang in Un­ter­zahl spiel­te. Am En­de wur­de der Kampf um je­den Zen­ti­me­ter mit ei­nem acht­ba­ren Er­geb­nis und dem Ver­las­sen des letz­ten Ta­bel­len­plat­zes be­lohnt. „Das war ein ers­ter Schritt. Müh­sam er­nährt sich das Eich­hörn­chen“, sag­te Ad­ler. Diet­mar Bei­ers­dor­fer sah das 0:0 in­des auch mit ei­nem wei­nen­den Au­ge. „Ich bin mit dem Ta­bel­len­platz noch im­mer nicht zu­frie­den. Das ist für mich kein Maß­stab. Wir müs­sen jetzt Stück für Stück nach oben kom­men“, sag­te der HSV-Vor­stands­chef. Die nack­ten Zah­len blei­ben in der Tat er­nüch­ternd: Nach sie­ben Spiel­ta­gen noch im­mer kein Sieg, zu­dem seit 482 Mi­nu­ten oh­ne Tref­fer – Hamburg bleibt in Not. Und doch gin­gen die Mund­win­kel in der Mann­schaft nach zu­vor fünf Nie­der­la­gen in Se­rie end­lich wie­der nach oben. „Ich hof­fe, dass das ein Kick­start war“, sag­te Le­wis Holt­by, der wie Ad­ler ein star­kes Spiel mach­te. Auch Holt­by gab zu, viel Glück ge­habt zu ha­ben: „Der Fuß­ball­gott war auf un­se­rer Sei­te. Aber bald schie­ßen wir auch wie­der To­re. Es muss jetzt nur ein­mal Bumm ma­chen.“

Et­was in den Hin­ter­grund rück­ten nach der hit­zi­gen Par­tie die um­strit­te­nen Pfif­fe von Schieds­rich­ter Wolf­gang Stark (Er­gol­ding). Bei­ers­dor­fer be­fand gar, dass bei­de Elf­me­ter „ganz stark zu hin­ter­fra­gen“sei­en, eben­so die Ro­te Kar­te. Am En­de aber über­wand der HSV auch die­se wid­ri­gen Um­stän­de. „Wenn man sich be­nach­tei­ligt fühlt, kann das auch zu­sam­men­schwei­ßen“, sag­te der HSV-Chef.

AP-BILD: MEISSNER

Ret­te­te dem HSV ei­nen Punkt: Tor­wart Re­né Ad­ler

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