Bay­ern brin­gen Club­chef in Ra­ge

FUßBALL Karl-Heinz Rummenigge tobt nach 2:2 bei Ein­tracht Frankfurt

Nordwest-Zeitung - - SPORT - VON SE­BAS­TI­AN STIEKEL

Der Re­kord­meis­ter blieb im drit­ten Spiel in Fol­ge sieg­los. Rummenigge kri­ti­sier­te die Ein­stel­lung des Star­ensem­bles.

FRANKFURT – Viel deut­li­cher hät­te auch ein Uli Ho­en­eß in Hoch­form sei­ne Bay­ern-Spie­ler frü­her nicht kri­ti­sie­ren kön­nen. Der schwa­che Auf­tritt bei Ein­tracht Frankfurt war erst we­ni­ge Mi­nu­ten alt, als Karl-Heinz Rummenigge vor die Re­por­ter trat, äu­ßer­lich sehr be­herrscht, aber in­ner­lich bro­delnd. „So, wie wir in der ers­ten Halb­zeit ge­spielt ha­ben, war das nicht Bay­ern München“, sag­te der Vor­stands­vor­sit­zen­de nach dem 2:2 (1:1). Die Ein­stel­lung beim deut­schen Fußball-Re­kord­meis­ter ha­be nicht ge­stimmt.

„Wir müs­sen schnell ei­ne an­de­re Gan­gart zei­gen, schon am Mitt­woch. Sonst ha­ben wir ein Pro­blem“, warn­te Rummenigge vor dem wich­ti­gen Cham­pi­ons-Le­ague-Du­ell ge­gen PSV Eind­ho­ven an die­sem Mitt­woch (20.45 Uhr/ ZDF).

Au­gen­zeu­gen hat­ten schon zur Halb­zeit be­rich­tet, dass Rummenigge die­ses bis­lang schwächs­te Bay­ern-Spiel der Sai­son im VIP-Be­reich auf­ge­bracht bis schäu­mend ver­fol­ge, auch wenn er dann hin­ter­her be­schwich­tig­te: „Ich se­he kei­nen Trend. Wir ha­ben jetzt zwei­mal Un­ent­schie­den ge­spielt.“ War­um dann die­se Fun­da­men­tal-Kri­tik? „Man muss den Fin­ger manch­mal in die Wun­de le­gen, wenn man sieht, dass da ei­ne Wun­de ist“, meint Rummenigge. Die­se Wun­de mag nicht auf den ers­ten Blick er­kenn­bar sein. Der Ti­tel­ver­tei­di­ger führt die Bun­des­li­ga-Ta­bel­le wei­ter an, ist zu­dem noch un­ge­schla­gen.

Doch ge­ra­de, dass der Club­boss in ei­ner an­schei­nend kom­for­ta­blen Si­tua­ti­on ei­nen sol­chen Weck­ruf los­lässt, zeigt: Ir­gend­et­was stimmt nicht bei die­sen Bay­ern un­ter ih­rem neu­en Trai­ner Car­lo An­ce­lot­ti. Der Leis­tungs­ab­fall im Ver­gleich zur Ära Guar­dio­la ist mar­kant.

Un­ter ih­rem spa­ni­schen Trai­ner­gu­ru war die Do­mi­nanz der Mün­che­ner teil­wei­se er­drü­ckend. Noch vor ei­nem Jahr ver­bar­ri­ka­dier­te sich ein Geg­ner wie Ein­tracht Frankfurt aus lau­ter Re­spekt vor ei­nem na­he­zu per­fekt auf­ein­an­der ab­ge­stimm­ten Team mit elf Mann im ei­ge­nen Straf­raum. Die­ses Mal je­doch glich die Ein­tracht nach den Ge­gen­to­ren von Ar­jen Rob­ben (10. Mi­nu­te) und Jos­hua Kim­mich (62.) durch Sz­abolcs Husz­ti (43.) und Mar­co Fa­bián (78.) zwei­mal aus. In Un­ter­zahl nach Gelb-Rot ge­gen Husz­ti (65.) ka­men die Hes­sen zu­rück und hiel­ten dann das Re­mis. „Dan­ke an die Mann­schaft. Sie hat heu­te Groß­ar­ti­ges ge­leis­tet“, lob­te Coach Ni­ko Ko­vac, der sich an sei­nem 45. Ge­burts­tag über ei­nen ver­dien­ten Punkt freu­te.

DPA-BILD: RUMPENHORST

Un­ge­wöhn­li­che Ak­ti­on: Bay­ern-Tor­wart Ma­nu­el Neu­er holt ei­nen Ball aus dem Netz – hier nach dem Frank­fur­ter Tref­fer zum 2:2-Aus­gleich

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