VfB macht’s bes­ser als der Re­kord­meis­ter

FUßBALL Ol­den­bur­ger be­sie­gen sehr de­struk­ti­ve Wolfs­bur­ger – Hirsch: „So müs­sen sich die Bay­ern füh­len“

Nordwest-Zeitung - - SPORT - VON JAN ZUR BRÜGGE

Mit ei­nem Traum­tor schoss Con­rad Azong den VfB zum ver­dien­ten 1:0-Tri­umph ge­gen den am­tie­ren­den Meis­ter. Der neue Stamm­kee­per Jan­nik Wet­zel be­kam fast nichts zu tun.

OL­DEN­BURG – Ei­ne neue Num­mer 1, 80 Pro­zent Ball­be­sitz und ein 100-km/h-Knal­ler ins Glück: Ir­gend­wie war das Du­ell des Fußball-Re­gio­nal­lis­ten VfB Ol­den­burg mit der U 23 des VfL Wolfs­burg am Sonn­tag­nach­mit­tag ein Zah­len­spiel – auf der an­de­ren Sei­te war der hoch­ver­dien­te 1:0Heim­tri­umph vor 2841 Zu­schau­ern im Mar­sch­weg­sta­di­on auch ein Ge­duld­spiel, das VfB-Coach Diet­mar Hirsch zu ei­nem Ver­gleich mit dem Re­kord­meis­ter aus München an­reg­te.

„So müs­sen sich die Bay­ern füh­len“, mein­te der Chef­trai­ner mit Blick dar­auf, dass der am­tie­ren­de Meis­ter aus Wolfs­burg so auf­trat, wie es die Geg­ner des Bun­des­li­ga-Krö­sus Wo­che für Wo­che tun. „So de­struk­tiv und so pas­siv ha­ben wir den Geg­ner nicht er­war­tet“, sag­te Hirsch, des­sen Team es an die­sem Wo­che­n­en­de bes­ser als der FCB (2:2 in Frankfurt) mach­te.

„Mei­ne jun­ge Mann­schaft hat sehr reif ge­spielt und gut auf die ge­än­der­te Tak­tik re­agiert“, lob­te Hirsch und konn­te die Ein­schät­zung von Ge­gen­über Valé­ri­en Is­maël („Gu­tes Spiel von uns – sehr ge­dul­dig“) nicht ver­ste­hen.

Die jetzt auf Rang acht ge­klet­ter­ten Ol­den­bur­ger leg­ten sich den vom frü­he­ren Wer­der-Ab­wehr-Ass Is­maël sehr de­fen­siv in ei­nem 4-4-2 oder 5-3-2 aus­ge­rich­te­ten Nach­wuchs der „Wöl­fe“ganz ru­hig zu­recht und tank­ten ei­ne Wo­che vor dem Pres­ti­ge­du­ell in Mep­pen viel Selbst­ver­trau­en. Die Gast­ge­ber lie­ßen sich von der Zer­stö­r­er­tak­tik nicht lo­cken und setz­ten ge­ziel­te Na­del­sti­che. Da­ni­el Fran­zis­kus hat­te in Halb­zeit eins zwei rich­tig gu­te Chan­cen. In der 8. Mi­nu­te strich ein Frei­stoß knapp am VfLTor vor­bei. Kurz vor der Pau­se setz­te er ei­nen Schuss aus spit­zem Win­kel nach ei­nem wohl­do­sier­ten ho­hen An­spiel von Mu­hit­tin Ba­stürk über die Lat­te (39. Mi­nu­te). Auf der an­de­ren Sei­te wä­re Jan­nik Wet­zel, der Patrick Net­te­ko­ven (stand nicht ein­mal im Ka­der) im Tor ab­lös­te, bis zur Pau­se völ­lig be­schäf­ti­gungs­los ge­blie­ben, wenn er dem Geg­ner durch ei­nen zu hek­tisch aus­ge­führ­ten Ab­stoß nicht ei­ne Mög­lich­keit ge­neh­migt hät­te. Die neue Num­mer eins des VfB mach­te den Feh­ler aber selbst wie­der gut. Nach dem Sei­ten­wech­sel agier­ten die Wolfs­bur­ger et­was of­fen­si­ver, oh­ne aber Druck zu er­zeu­gen. Erst nach­dem Fran­zis­kus (62., wie­der ein­mal mit frech von der Sei­ten­aus­li­nie auf das kur­ze Tor­eck ge­zo­ge­nem Frei­stoß) und Dal­las Aminz­a­deh (64., stand beim Schuss aus kur­zer Dis­tanz übers Tor im Ab­seits) auf der an­de­ren Sei­te für Ge­fahr ge­sorgt hat­ten, kam der Meis­ter zur ers­ten rich­ti­gen Chan­ce. Der Schuss von Ka­pi­tän Ju­li­an Kl­amt wur­de aber ge­ra­de noch ab­ge­blockt (67.).

Kurz dar­auf ver­setz­te Con­rad Azong das gan­ze Sta­di­on in Ek­s­ta­se, als ihm der Ball nach ei­nem Frei­stoß von Fran­zis­kus aus dem Straf­raum zu­rück vor die Fü­ße prall­te: Aus rund 20 Me­tern drosch der VfB-An­grei­fer das Spiel­ge­rät mit vol­lem Ri­si­ko und gut 100 km/h zu sei­nem zwei­ten Sai­son­tref­fer ins Tor der „Wöl­fe“(71.).

„Der Sieg geht voll in Ord­nung“, sag­te der Stür­mer, der die End­pha­se auf­grund ei­ner Platz­wun­de am Kopf nicht mehr auf dem Platz er­leb­te. Der 23-Jäh­ri­ge strahl­te aber na­tür­lich den­noch, als sei­ne Kol­le­gen den Sieg ge­gen den schwa­chen Geg­ner si­cher über die Zeit ge­bracht hat­ten. Im Zah­len­spiel hat­te die 13 (Azongs Rü­cken­num­mer) dem VfB Glück ge­bracht.

BILD: PIET MEYER

Freu­de pur: VfB-Tor­schüt­ze Con­rad Azong fei­er­te mit Trai­ner Diet­mar Hirsch aus­ge­las­sen sein Traum­tor in der 71. Mi­nu­te.

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