Wo nach fünf Mon Ché­rie die Post ab­geht

„Nigh­tWash“-Co­me­di­ans be­geis­tern in der Ol­den­bur­ger Kul­tur­eta­ge

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON KIM KRISTIN PETERMANN

OL­DEN­BURG – „Ist ja ’ne Stim­mung hier wie auf dem nord­ko­rea­ni­schen Par­tei­tag“– Schal­len­des Ge­läch­ter. Il­lYoung Kim hat al­ler­dings kei­nes­wegs et­was mit dem nord­ko­rea­ni­schen Dik­ta­tor zu tun: „Ich ha­be den Kon­takt zu mei­nem On­kel schon vor Jah­ren ab­ge­bro­chen.“

Der Jun­ge vom an­de­ren En­de der Welt dringt auf der Büh­ne in Ga­la­xi­en vor, die nie ein Mensch zu­vor er­lebt hat. Da­bei schöpft „Küm­mel­jung“aus haar­sträu­ben­den Er­leb­nis­sen, die er täg­lich als Deut­scher mit asia­ti­schem Aus­se­hen macht. „Stän­dig fra­gen mich die Leu­te ,Siehst die Welt durch dei­ne klei­nen Au­gen ei­gent­lich an­ders als an­de­re?’ – Was soll ich da­zu sa­gen? Klar, al­les in 16:9! Im Üb­ri­gen sind mei­ne Au­gen sonst grö­ßer, ich bin nur noch et­was fer­tig von der Par­ty letz­te Nacht. Fünf Mon Ché­rie wa­ren kein Pro­blem - beim sechs­ten: En­de Ge­län­de.“

Ill-Young Kim ist ne­ben Sven Bens­mann und Tho­mas Schmidt ei­ner der drei Co­me­di­ans aus der Kult-Come­dy­show „Nigh­tWash“, die Horst Fyr­guth am Sams­tag­abend in der Kul­tur­eta­ge prä­sen­tier­te.

Mit sei­nem Co­mics­hirt, der rot­blau­en Kap­pe und dem „Ge­sicht von der Bär­chen­wurst“mag man kaum glau­ben, dass Tho­mas Schmidt nicht mehr bei Mut­ti wohnt. Doch der 31-jäh­ri­ge hat tat­säch­lich ein Neun-Qua­drat­me­ter­zim­mer in Köln, mit Hoch­bett, selbst­re­dend!

Der Köl­ner über­rascht mit sei­ner na­tür­li­chen und schlag­fer­ti­gen Art. Nach Ol­den­burg ist er mit dem Flug­zeug an­ge­reist. „Und das, ob­wohl ich pa­ni­sche Flug­angst ha­be. Ich mei­ne, wenn nur ei­ner von den gan­zen Tech­ni­kern so ar­bei­tet wie ich, dann gu­te Nacht!“Für den mu­si­ka­li­schen Teil des Abends sorg­te Sven Bens­mann mit sei­ner „ul­ki­gen Mu­sik“. „Mein klei­nes Dorf“er­zählt vom Le­ben auf dem Land: „Da ist der Bru­der auch der On­kel und die Schwes­ter ei­ne Kuh.“Ganz ne­ben­bei läs­tert Bens­mann über ve­ga­nes Hack, Ge­schichts­stu­den­ten und die GEMA.

Auch Horst Fyr­guth wur­de das Sin­gen und Tan­zen als Wal­dorf­schü­ler prak­tisch in die Wie­ge ge­legt. Mit Zei­len wie „Schon Pla­to war ge­gen die Na­to“und „Drum rat ich dir: Mach’ dir kei­ne Sor­gen, schließ­lich gibts ja Hartz 4“zwang der „Rolf Zu­kow­ski für Rent­ner“auch dem erns­tes­ten „Staats­schü­ler“ein La­chen ab.

Ein viel­sei­ti­ger, gren­zen­lo­ser und ul­ti­ma­tiv ko­mi­scher Abend mit „traum­haf­tem Pu­bli­kum aus aus­schließ­lich schö­nen Men­schen“oder wie Sven Bens­mann es sagt: „Ich muss auf­pas­sen, dass ich zum Ab­schied kei­ne Trä­ne ver­lier’ – ver­arscht, ich war nur zum Sau­fen hier.“

BIL­DER: KIM KRISTIN PETERMANN

Da konn­te kei­ner ernst blei­ben: Tho­mas Schmidt und Horst Fyr­guth be­geis­tern in der Kul­tur­eta­ge.

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