Aufs Neue

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON DET­LEF DREWES, BÜ­RO BRÜSSEL

Die EU-Staa­ten ste­hen un­ter Druck. Tat­säch­lich hat sich die er­zwun­ge­ne Of­fen­le­gung der Etat-Zah­len zu ei­nem heil­sa­men In­stru­ment ent­wi­ckelt, bei dem die Re­gie­run­gen wis­sen, dass die Sta­bi­li­tät ih­rer Po­li­tik öf­fent­lich ge­macht wird. Das Her­um­wursch­teln in ei­ni­gen Haupt­städ­ten soll­te end­lich ein En­de ha­ben, hat­te man sich bei der Ein­füh­rung ge­dacht.

Der Plan war gut, aber er wird noch viel zu we­nig durch­ge­zo­gen. We­der in Pa­ris noch in Rom, Ma­drid oder Lis­s­a­bon hat man den Sinn ver­stan­den und wehrt sich je­des Jahr aufs Neue ge­gen die Emp­feh­lun­gen der EU-Kom­mis­si­on. Dass Pa­ris nun seit nun­mehr neun Jah­ren auf der Bank der Haus­halts­sün­der sitzt, macht al­le Ver­su­che, sich end­lich zu ei­ner so­li­den Haus­halts­füh­rung zu be­ken­nen und Bes­se­rung zu ver­spre­chen, un­glaub­wür­dig. So bleibt die Fra­ge, ob es nicht mehr Drucks be­darf, um auch die hart­nä­cki­gen Schuld­ner zur Ord­nung zu zwin­gen. Bis­her hat die Kom­mis­si­on nur die wei­che Li­nie ge­fah­ren.

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