Nor­bert Rött­gen (CDU), Vor­sit­zen­der des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses, warnt da­vor, den IS ab­zu­schrei­ben.

Nordwest-Zeitung - - HINTERGRUND - VON ANDRE­AS HERHOLZ, BÜ­RO BERLIN

FRA­GE: Ist die IS-Ter­ror­mi­liz durch die Mi­li­tär­of­fen­si­ve am En­de? RÖTT­GEN: Wir soll­ten jetzt nicht be­reits den Sieg ver­kün­den, be­vor der Kampf rich­tig be­gon­nen hat. Wenn der Is­la­mi­sche Staat Mos­sul ver­liert, ver­liert er sei­ne letz­te gro­ße Hoch­burg im Irak. Das wä­re ei­ne ent­schei­den­de Nie­der­la­ge. Da­mit ist das The­ma IS al­ler­dings längst nicht be­sei­tigt. Vor ei­ner sol­chen Il­lu­si­on kann ich nur war­nen. Der IS wird auch dann in an­de­rer, klei­ne­rer Form fort­be­ste­hen. Aus der Nie­der­la­ge in Mos­sul wer­den wo­mög­lich neue Ge­fah­ren ent­ste­hen. Es wer­den mehr Kämp­fer nach Eu­ro­pa kom­men oder zu­rück­keh­ren. FRA­GE: Sie se­hen kei­nen An­fang vom En­de des IS? RÖTT­GEN: Ei­ne sol­che Ein­schät­zung ist de­fi­ni­tiv falsch. Der IS wird sich ver­än­dern, aber nicht ver­schwin­den. Die Ter­ror­mi­liz ver­liert ih­re Hoch­bur­gen und Ter­ri­to­ri­um. Doch ih­re de­zen­tra­le In­fra­struk­tur wird auch wei­ter be­ste­hen. Der is­la­mis­ti­sche Ter­ror wird kein En­de fin­den, son­dern fort­ge­setzt wer­den. FRA­GE: Droht durch Flücht­lin­ge aus Mos­sul die nächs­te hu­ma­ni­tä­re Ka­ta­stro­phe? RÖTT­GEN: Das muss man ab­war­ten. Der zu er­war­ten­de Häu­ser­kampf wird wahr­schein­lich schreck­li­che Fol­gen ha­ben. Vie­le Zi­vi­lis­ten wer­den flie­hen. Die meis­ten wer­den aber vi­el­leicht in der Re­gi­on das En­de der Kämp­fe ab­war­ten, um dann nach En­de der Kämp­fe zu­rück­zu­keh­ren.

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