Fa­mi­lie fühlt sich von „Flug­kraft“be­tro­gen

Es geht um 12 000 Eu­ro für ei­ne Delf­in­the­ra­pie – An­ony­me An­zei­ge ge­gen Ge­sell­schaft

Nordwest-Zeitung - - OLDENBURGER - VON CARS­TEN BICKSCHLAG RE­DAK­TI­ON FRIE­SOY­THE

Mit dem Geld soll­te ein Jun­ge in die USA rei­sen. Die Staats­an­walt­schaft prüft die Vor­wür­fe.

STRÜCKLINGEN – Schwe­re Vor­wür­fe ge­gen „Flug­kraft“. Die ge­mein­nüt­zi­ge Ge­sell­schaft aus Strücklingen (Kreis Clop­pen­burg), die krebs­kran­ke Men­schen un­ter­stützt und be­glei­tet, soll ei­ner Fa­mi­lie Spen­den­gel­der vor­ent­hal­ten ha­ben. Nach Ð -In­for­ma­tio­nen soll es sich um ei­nen Be­trag von 12 000 Eu­ro ei­nes an­ony­men Spen­ders han­deln, der nur zum Teil für ei­ne Delf­in­the­ra­pie für ei­nen schwer kran­ken Jun­gen na­mens Carl (5) aus Leer ver­wen­det wur­de.

Die Staats­an­walt­schaft Ol­den­burg hat die Er­mitt­lun­gen ge­gen Flug­kraft we­gen des An­fangs­ver­dachts auf Un­treue auf­ge­nom­men. Wie Ers­ter Staats­an­walt Mar­tin Rüp­pell auf Nach­fra­ge die­ser Zei­tung be­stä­tig­te, sei das Ver­fah­ren nach ei­ner an­ony­men An­zei­ge ein­ge­lei­tet wor­den.

Kon­kret soll es dar­um ge­hen, dass der Jun­ge aus Leer ei­ne Delf­in­the­ra­pie in den USA be­kom­men soll­te. Da­für ha­be der Spen­der den Be­trag in Hö­he von 12 000 Eu­ro an Flug­kraft ge­zahlt. Doch der Fünf­jäh­ri­ge konn­te die lan­ge Rei­se aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den nicht an­tre­ten. Statt­des­sen wur­de ihm ei­ne Delf­in­the­ra­pie auf Mallor­ca er­mög­licht. Da­für ha­be Flug­kraft Kos­ten in Hö­he von 2600 Eu­ro über­nom­men.

Die El­tern des Kin­des sei­en aber der Mei­nung, dass ih­rem Sohn auch der Rest der Sum­me zu­ste­hen wür­de. So je­den­falls hät­te es die Ge­schäfts­füh­re­rin von Flug­kraft, Ma­ri­na Proksch-Park aus Bre­de­horn, auch zu­ge­sagt, sag­te die Groß­mut­ter von Carl, El­fie Schrö­der. Das ge­he auch aus ei­nem Chat­ver­lauf zwi­schen der Ge­schäfts­füh­re­rin und der Fa­mi­lie her­vor.

„Rich­tig ist, dass un­se­re Man­dan­tin für ei­ne Rei­se nach Mallor­ca der Fa­mi­lie von Carl 2600 Eu­ro ge­zahlt hat­te. Die Spen­de ist dann – auch auf aus­drück­li­chen Wunsch und im Auf­tra­ge des Spen­ders – für ei­ne Delf­in­the­ra­pie ei­nes an­de­re schwer er­krank­ten Kin­des ver­wen­det wor­den“, teil­te Rechts­an­walt To­bi­as Beck­mann aus Rams­loh im Na­men von Porksch-Park mit. So­fern die Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen der An­sicht sei­en, dass der Fa­mi­lie von Carl das nicht ver­brauch­te Geld zu­ste­hen wür­de, auch wenn die The­ra­pie in den USA nicht durch­ge­führt wur­de, sei Fol­gen­des ent­ge­gen­zu­hal­ten: „Flug­kraft ist hier­zu we­der recht­lich ver­pflich­tet, und dar­über hin­aus ist Flug­kraft stets an die Zweck­ge­bun­den­heit der Spen­de in Ab­spra­che mit dem Spen­der ge­bun­den.“

Die Staats­an­walt­schaft wird die­sen Sach­ver­halt jetzt prü­fen. Vor En­de des Jah­res sei aber kaum mit ei­nem Er­geb­nis zu rech­nen.

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