Schmidt muss mit har­ter Stra­fe rech­nen

Bay­er-Trai­ner pö­belt und wird er­neut auf die Tri­bü­ne ver­wie­sen

Nordwest-Zeitung - - SPORT - VON ANDRE­AS SCHIR­MER

LE­VER­KU­SEN – Ro­ger Schmidt ist wie­der der Buh­mann der Bun­des­li­ga. Mit ei­ner Schimpf­ti­ra­de ge­gen sei­nen Hof­fen­hei­mer Kol­le­gen Ju­li­an Na­gels­mann sorg­te Bay­er Le­ver­ku­sens Trai­ner am Sams­tag für ei­nen neu­en Eklat. Als Wie­der­ho­lungs­tä­ter droht ihm ein Nach­spiel und ei­ne Sper­re für min­des­tens zwei Spie­le. „Ich füh­le mich nicht toll, dass ich wie­der auf die Tri­bü­ne durf­te“, sag­te der 49Jäh­ri­ge nach dem 0:3 ge­gen 1899 Hof­fen­heim: „Ich ha­be ge­dacht, dass mir so et­was nicht noch ein­mal pas­siert.“

Der Vor­sit­zen­de des DFBKon­troll­aus­schus­ses, An­ton Nach­rei­ner, kün­dig­te der Köl­ner Zei­tung „Ex­press“am Sonn­tag be­reits „ei­ne sach­ge­rech­te, an­ge­mes­se­ne Sank­ti­on“in dem Fall an: „Wir wer­den ein Ver­fah­ren ein­lei­ten. Zu ei­nem mög­li­chen Straf­maß kann ich noch nichts sa­gen.“

Es war schon das drit­te Mal, dass Schmidt Rot sah. Im Fe­bru­ar hat­te er sich in der Par­tie ge­gen Bo­rus­sia Dort­mund ge­wei­gert, den In­nen­raum zu ver­las­sen, und war zu ei­ner Sper­re von fünf Spie­len ver­ur­teilt wor­den, wo­bei da­von zwei Par­ti­en bis zum 30. Ju­ni 2017 auf Be­wäh­rung aus­ge­setzt wur­den. Das ers­te Mal muss­te der ehr­gei­zi­ge wie un­be­herrsch­te Coach am 8. Fe­bru­ar 2015 in Bre­men sei­nen Platz un­frei­wil­lig räu­men.

Ob er als Wie­der­ho­lungs­tä­ter mit ei­ner Aus­zeit von zwei Spie­len da­von kommt? Ist frag­lich. „Sie den­ken, dass ich ein Ex­per­te auf dem Ge­biet bin“, ant­wor­te­te Schmidt iro­nisch auf die Fra­ge, mit wel­chem Straf­maß er rech­nen müs­se. Er hat­te Na­gels­mann als „Spin­ner“an­ge­pö­belt und ihm zu­ge­ru­fen: „Halt doch ein­fach die Schnau­ze!“

Schmidt ent­schul­dig­te sich, re­la­ti­vier­te je­doch zugleich. „Ich ha­be mich auf­ge­regt, dass er sich auf­ge­regt hat, und ha­be ein paar Wor­te ge­sagt, die nicht in Ord­nung wa­ren“, er­klär­te er: „Ich glau­be, dass sol­che Din­ge häu­fig pas­sie­ren.“

Rü­cken­de­ckung be­kam er von Sport­di­rek­tor Ru­di Völ­ler. „Nur weil un­ser Trai­ner et­was zu ei­nem an­de­ren Trai­ner ge­sagt hat, wer­den wir kein rie­si­ges Fass auf­ma­chen“, be­ton­te er. Bei Schmidt wer­de nach der Vor­ge­schich­te be­son­ders ge­nau hin­ge­hört. „Wenn es ein an­de­rer ge­sagt hät­te, hät­ten die Schieds­rich­ter si­cher weg­ge­hört“, mut­maß­te Völ­ler.

Na­gels­mann woll­te den Zwi­schen­fall nicht hoch­hän­gen. „Fuß­ball ist ein emo­tio­na­ler Sport. Die Trai­ner ha­ben das Leid, an der Li­nie mit ei­nem ho­hen Puls zu ste­hen. Sie kön­nen nicht durch kör­per­li­che Be­tä­ti­gung Emo­tio­nen aus dem Kör­per krie­gen.“

DPA-BILD: FASS­BEN­DER

Er­neut auf der Tri­bü­ne: Ro­ger Schmidt

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