Nord­rhein

Nordwest-Zeitung - - HINTERGRUND -

Wolf­gang Cle­ment (76): Hans-Dietrich Gen­scher (gest. 2016):

BER­LIN – Der frü­he­re Bun­des­kanz­ler Ger­hard Schrö­der (SPD) soll die Kno­ten bei Kai­ser’s Ten­gel­mann zer­schla­gen. Die Vor­aus­set­zun­gen da­für bringt er mit: Im Po­ker um die po­li­ti­sche Macht be­wies der 72-Jäh­ri­ge häu­fig tak­ti­sches Ge­schick.

Mit Rot/Grün fuhr er im Sep­tem­ber 1998 sei­nen ers­ten Wahl-Sieg ge­gen den lang­jäh­ri­gen CDU-Kanz­ler Hel­mut Kohl ein, der nicht ab­tre­ten woll­te. Vor der Bun­des­tags­wahl 2002 schien die Nie­der­la­ge von SPD und Grü­nen fest­zu­ste­hen. Doch Schrö­der schaff­te noch die Trend­wen­de, un­ter an­de­rem mit sei­nem ent­schie­de­nen Nein zu den Plä­nen der USA für ei­nen IrakK­rieg. Er er­rang am En­de ei­nen knap­pen Sieg ge­gen CSU-Par­tei­chef Ed­mund Stoi­ber, da­mals Kanz­ler­kan­di­dat der Uni­on.

Schrö­der war in der Po­li­tik im­mer auch Prag­ma­ti­ker, der Freund und Feind durch plötz­li­che Schwenks ver­wirr­te. Im Früh­jahr 2003 kün­dig­te er sei­ne Re­form-„Agen­da 2010“an – ei­ne An­pas­sung des So­zi­al­staats an die ver­än­der­ten Ge­ge­ben­hei­ten. Da­mit stürz­te er sei­ne SPD in ei­ne

Der lang­jäh­ri­ge SPD-Frak­ti­ons­chef im Bun­des­tag wur­de 2010 als Sch­lich­ter im Streit um ei­nen Bran­chen­ta­rif­ver­trag für den re­gio­na­len Schie­nen­ver­kehr be­nannt. Sei­nem Kom­pro­miss­vor­schlag stimm­ten die Deut­sche Bahn, sechs gro­ße pri­va­te Bahn­be­trei­ber und die Ei­sen­bahnund Ver­kehrs­ge­werk­schaft zu.

Der frü­he­re SPD-Wirt­schafts­mi­nis­ter, der mitt­ler­wei­le aus der Par­tei aus­ge­tre­ten ist, ver­mit­tel­te mehr­mals zwi­schen Ar­beit­ge­bern und den Be­schäf­tig­ten im Bau­ge­wer­be.

Der frü­he­re Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter (FDP) schlich­te­te 2001 er­folg­reich den bis da­to schwers­ten Ta­rif­kon­flikt bei der Luft­han­sa. Zwei Wo­chen lang ver­mit­tel­te Gen­scher zwi­schen dem Un­ter­neh­men und der Ver­ei­ni­gung Cock­pit, um schließ­lich ei­ne Ei­ni­gung über hö­he­re Ge­häl­ter für 4200 Pi­lo­ten und Co­pi­lo­ten zu fin­den.

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